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Das Gebäude
Die Musikschule befindet sich heute in dem Gebäude in der Kurstraße 1 - inmitten des malerischen Eisenacher Villenviertels, am Fuße der Wartburg und nahe dem Reuter-Wagner-Museum. Das auffällige Gebäude steht an der Ecke Wartburgallee/Kurstraße, direkt gegenüber der Auffahrt zur Wartburg.
Bauherr dieses Hauses war Philipp Kühner, ein freisinniger, liberaler Verleger. Er betrieb eine Buchdruckerei und einen Verlag. Seit 1886 gehörte ihm die "Eisenacher Tagespost", die damals meist gelesene Zeitung in Thüringen. Überdies war er gesellschaftlich aktiv - Direktor des Reuter-Wagner-Museums, Mitglied des Gemeinderates und ehrenamtlicher Stadtrat. Von 1919 bis zu seinem Tod 1922 war er Staatsrat und Abgeordneter für die Demokratische Partei im Thüringer Landtag.
Für den Bau seines Mehrfamilienhauses suchte sich Philipp Kühner Anfang des 19. Jahrhunderts ein Grundstück mit Blick auf die Wartburg aus und fand es in der heutigen Kurstraße. Im Mai 1911 reichte er seinen Bauantrag ein.
Die Raumaufteilung in dem neuen Haus war ausgeklügelt. Es gab ein Herren-, ein Speise- und ein Damenzimmer. Heute sind diese Räume zum Saal der Musikschule zusammengelegt.
Die Fassade des Hauses hat sein Architekt Johannes Cartobius mit Giebel-, Turmaufbauten und Erker sehr üppig vorgesehen. Doch befand der städtische Bauausschuss, dass die Pläne umgearbeitet werden sollten, damit "städtebauliche Rücksichten durch den Bau nicht verletzt werden". Im Februar 1912 lag der Stadt ein Gutachten mit einem Gegenvorschlag von Professor Bodo Ebhardt vor
Nach eineinhalb Jahren Wartens auf die Baugenehmigung zeigte Kühner im Dezember 1912 in einem sehr spitz formulierten Schreiben die Grundsteinlegung für den geplanten Hausbau beim Bauamt an. Noch im gleichen Monat erhielt er eine Baugenehmigung mit der Bedingung, die Fassade entsprechend der Ansichtszeichnungen von Professor Ebhardt auszuführen.
Der Bauherr fügte sich und reichte im April 1913 die geänderten Pläne ein. Im Mai bekam er die Bauerlaubnis und im Dezember erfolgte bereits die Anzeige zur Rohbauabnahme. Der für die Bauleitung zuständige Architekt Curt Mergenbaum hatte die Baufirmen mächtig angetrieben.
Als Philipp Kühner mit 64 Jahren starb, übernahm sein Sohn Felix die Druckerei und die Zeitung, die 1944 aus "kriegspolitischen Gründen" eingestellt wurde.
Nach dem Krieg änderte sich die Nutzung des Hauses: Es wurde zum Clubhaus "Awtowelo", für die Mitarbeiter des VEB Automobilfabrik EMW Eisenach.
Ende der 50er Jahre kam dann eine Nutzung, die dem Haus einen zweifelhaften Ruf bescherte: Es wurde Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit. Rund 80 hauptamtliche Mitarbeiter mit zahlreichen IM (inoffizielle Mitarbeiter) waren hier damit beschäftigt, die Bevölkerung zu bespitzeln.
Im Herbst 1989 wurde im Rahmen der Proteste das Haus mehrfach von friedlichen Demonstranten umringt. Am 4. Dezember 1989 wurde "die Stasi" vom Eisenacher Bürgerkomitee besetzt, um die weitere Vernichtung der Akten zu stoppen und um den Missbrauch des Waffenlagers im Haus zu verhindern.
Eine Gedenktafel erinnert heute an diese Geschehnisse.
Als Eisenach noch kreisangehörige Stadt war (bis 1998) waren das Jugend- und Sozialamt des Landkreises in der Kurstraße 1 untergebracht. Mit der Kreisfreiheit Eisenachs 1998 zog dann die Musikschule " Johann Sebastian Bach" ein.
Zuvor hatte sie ihren Sitz in der Goethestraße (1953 bis 1954) und in der Kapellenstraße (1955 bis 2000) gehabt
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