Eisenach - Die Wartburgstadt

1945 - Dr. jur. Richard Hugo Rudolf Lotz

Dr. jur. Richard Hugo Rudolf Lotz

 

16.8. 1901 (Meinigen) bis 28. 10. 1973 (Eisenach)

 

Oberbürgermeister in Eisenach im April/Mai 1945

 

Nach dem Jurastudium in Jena, Tübingen und Heidelberg und der sich 1926 anschließenden Promotion zum Dr. jur. ließ sich Lotz im gleichen Jahr als Rechtsanwalt in Eisenach nieder; seit 1932 wirkte er auch als Notar.
1935 wurde er zum Ratsherrn berufen. Am 4. April 1945 übertrug NSDAP-Kreisleiter Köhler ihm anstelle des nicht mehr amtierenden Dr. Herbert Müller-Bowe beim Anrücken der amerikanischen Truppen die Stadtführung. Lotz bemühte sich in nicht ungefährlichen Verhandlungen mit den noch am Ort befindlichen deutschen militärischen Dienststellen um eine kampflose Übergabe Eisenachs. Nach dem Einrücken der Amerikaner übergab er ihnen als Stadtoberhaupt die Wartburgstadt.
Lotz engagierte sich anschließend für eine rasche Normalisierung des Lebens in Eisenach unter der Besatzungsmacht. Er legte sein Amt im Mai 1945 nieder und wirkte schon bald wieder als Rechtsanwalt und Notar.
Von 1954 bis 1972 war er Präsident der Synode der Ev.-luth. Kirche in Thüringen sowie in weiteren kirchlichen Funktionen tätig, u. a. als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Diakonissenhausstiftung Eisenach.
Lotz war seit 1927 mit Emma Emilie Johanna Marianne Arnoldi aus Bad Salzungen verheiratet. Drei Kinder gingen aus dieser Ehe hervor.

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