Eisenach - Die Wartburgstadt

Merkblatt

Der Riesenbärenklau  - Bekämpfung und Kontrolle in Eisenach

 

Die Pflanze

Der Riesenbärenklau ist ein Doldengewächs. Er erreicht eine Höhe von zwei bis vier Metern. Der Stängel ist hohl, gefurcht und hat im unteren Bereich rote Flecken. Dort kann er bis zu 10 Zentimeter dick werden. Die Blätter sind drei- bis fünfteilig zerschnitten und auf der Unterseite kurz behaart. Sie werden bis zu zwei Meter lang. Die weißen Blütendolden erreichen Durchmesser bis zu 50 Zentimeter und sehen aus wie riesige Schafgarben. Die Pfahlwurzel reicht bis zu 60 Zentimeter tief.

Der Riesenbärenklau bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und gelangt erst im zweiten Jahr von Juni bis August zur Blüte. Bei ungünstigen Bedingungen, z. B. durch Mähen vor der Blüte, nutzt die Pflanze ihr sehr großes Regenerationsvermögen und bildet Nachtriebe und Notblüten. Auch wenn die Blütenbildung durch das Mähen dauerhaft verhindert wird, kann die Pflanze noch mehrere Jahre überleben. Die Samen werden mit dem Wind über eine maximale Entfernung von 100 Metern verbreitet. Wenn die Pflanzen am Gewässerrand wachsen, können die schwimmfähigen Samen mit dem fließenden Wasser aber wesentlich größere Distanzen überwinden.

 

Gefahren

Der Saft des Riesenbärenklaus enthält Substanzen, die in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren verbrennungsähnlichen Wunden auf der Haut führen können, die nur schwer abheilen. Die größte Gefährdung besteht 30 Minuten bis zwei Stunden nach Hautkontakt. Nach etwa 24 Stunden entstehen Hautrötungen. Es kann zu Blasenbildung kommen und zu Schäden, die Verbrennungen dritten Grades ähneln. Einige Untersuchungen sprechen auch von krebserregenden Substanzen.

Jeglicher Hautkontakt mit der Pflanze ist zu vermeiden!!!

Besonders gefährdet sind Kinder, die beim Spielen unabsichtlich Kontakt haben oder Teile der Pflanze zum Spielen verwenden, z.B. den hohlen Stengel als Fernrohr.

 

Bekämpfung

Oberstes Ziel bei der Bekämpfung ist die Blüte und das Reifen der Samen zu verhindern. Damit sich erst keine Samen bilden, soll das Mähen bzw. das Abschneiden der Blütenstände bis Anfang Juli erfolgen. Spätestens bis Ende Juli – bevor die Samen reif werden und ausfallen - müssen die Dolden entfernt werden. Das Schnittgut muss abtransportiert und verbrannt oder über den Restmüll entsorgt werden.
Will man die mehrmalige Mahd im Jahr vermeiden, bleibt als Ausweg noch das Ausgraben bzw. Abstechen der Pflanzen mitsamt der bis zu 60 Zentimeter langen Wurzel. Dies ist besonders bei Einzelpflanzen und kleinen Gruppen lohnend. Bei größerer Anzahl ist dies jedoch sehr aufwendig. Eine Beweidung der Standorte ist nur früh im Jahr sinnvoll, da beispielsweise auch Schafe zu Hautreaktionen neigen.
Die Anwendung von Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbiziden) kann nur eingeschränkt erfolgen, da diese vor allem in Gewässernähe nicht zulässig ist. Sollen chemische Mittel eingesetzt werden, ist zuvor in jedem Fall eine Ausnahmegenehmigung vom Landwirtschaftsamt Bad Salzungen einzuholen. Für die Anwendung ist außerdem laut Pflanzenschutzgesetz ein entsprechender Sachkundenachweis vorzulegen.
Bei allen Bekämpfungsmaßnahmen steht der Arbeitsschutz im Vordergrund. Zur Verhinderung von Hautkontakt werden geschlossene Kleidung, Handschuhe, Schutzbrille und Atemschutz empfohlen.
Freischneider und Trimmer sollten nicht verwendet werden, damit kein Pflanzensaft verspritzt wird. Eine Gestängesäge hat sich sehr bewährt. Gearbeitet werden sollte vorwiegend in den Morgen- oder Abendstunden sowie bei Bewölkung, um der direkten Sonnenstrahlung zu entgehen.

 

Das Ordnungsamt und das Umweltamt der Stadt Eisenach (Tel.: 03691 / 670 312 bzw. 670 612) nehmen Hinweise der Bürger über neue Standorte entgegen.

 

Die Bürger sind aufgefordert, den Riesenbärenklau auf dem eigenen Grundstück zu beseitigen. Auf öffentlichen Flächen ist das Sachgebiet Grünflächen der Stadt Eisenach verantwortlich.

 

Zahlreiche weitere Informationen finden sich im Internet.

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