Automobile Welt Eisenach - Rundgang

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Die Ausstellung "Automobile Welt Eisenach" teilt die Eisenacher Automobilbaugeschichte in zwölf Abschnitte. Dabei wird auf Ausstellungs-Inseln jeweils ein Zeitabschnitt dargestellt - mit Fahrzeugen aus Eisenacher Produktion, aber auch mit Gegenständen, die Zeitzeugnisse des Fahrzeugbaus und der Lebensverhältnisse aus der entsprechenden Epoche sind.  


In folgende Abschnitte ist die Präsentation untergliedert:

- Anfänge des Automobils (1898 bis 1904)
- Anfänge des industriellen Automobilbaus (1904 bis 1914)
- "Auto für das Volk" mit Dixi und Übernahme durch BMW (1918 bis 1930)
- Nationalsozialismus und Motorisierung in den 1930er Jahren (1935 bis 1939
- Kriegsproduktion (1939 bis 1945)
- Nachkriegszeit (1945 bis 1949)
- Die automobile Klassengesellschaft in der DDR (1952 bis 1960)
- Hochleistungssport (1950 bis 1956)
- Export-Fahrzeuge mit IFA F 9 und Wartburg 311 bzw. 313-1 (1953 bis 1970)
- Freizeitfahrzeuge (1955 bis 1990)
- abgebrochene Entwicklungen (1966 bis 1988)
- Ende einer Ära und dem Neubeginn mit Opel und BMW (nach 1990).

 

Zu sehen sind Fahrzeuge aus allen Produktionsepochen wie beispielsweise der erste Wartburg-Motorwagen von 1899, der Dixi 3/15, der BMW 328, der BMW 335, der EMW 340 sowie Serien-Modelle aus dem Automobilwerk Eisenach (AWE) und ein AWE-Rennsprtwagen aus dem Jahr 1956. Karosserie-Studien aus Holz, Prototypen und Konstruktionspläne geben darüber hinaus Einblick in die Fahrzeug-Entwicklung in Eisenach.

Zweites Standbein der Ausstellung ist ein begehbarer Fundus, in dem eine ganze Reihe weiterer historischer Fahrzeuge aus Eisenacher Produktion präsentiert wird. Auch dort werden Fahrzeuge aus den umfangreichen Beständen der Stadt und des Vereins Automobilbau-Museum Eisenach e.V. gezeigt. 


Über 100 Jahre Automobilbau in Eisenach

 

Mehr als ein ganzes Jahrhundert ist vergangen, seit in Eisenach das erste Automobil gefertigt wurde. Damit wurde eine Tradition begründet, die bis zum heutigen Tage fortbesteht und die das wirtschaftliche Leben der Stadt in besonderer Weise prägt. Nicht ohne Stolz konnte die eng mit dem Fahrzeugbau verbundene Wartburgstadt im Jahre 1998 - unter dem Motto "100 Jahre Automobilbau in Eisenach" - ein bedeutungsvolles Jubiläum begehen.


Die 1896 vom Großindustriellen Heinrich Ehrhardt (1840-1928) gegründete Fahrzeugfabrik Eisenach AG begann mit der Produktion von Fahrrädern und Militärfahrzeugen, beispielsweise Transportwagen für Munition und Pferdefutter. Im Jahre 1898 wurde mit der Fertigung des Wartburg-Motorwagen begonnen.

Damit war die Eisenacher Fahrzeugfabrik nach den Firmen Daimler in Cannstatt und Benz in Mannheim der dritte Automobilproduzent mit einer Serienproduktion in Deutschland - auch wenn das äußere Erscheinungsbild der Wartburg-Motorwagen noch sehr einer Pferdekutsche ähnelte.

Neben verschiedenen PKW-Ausführungen hatte die Fahrzeugfabrik Eisenach AG Motorzwei- und Dreiräder, Kleinomnibusse, Feuerwehrwagen, Elektrodroschken sowie Liefer- und Lastwagen im Angebot.
Auf Dauer brachten diese Fahrzeuge, die sämtlich in französischer Lizenz gebaut wurden, jedoch nicht den erhofften wirtschaftlichen Erfolg, obwohl die Wartburg-Motorwagen bei Straßenrennen und Fernfahrten 24 Goldmedaillen bzw. erste Preise gewannen; auch der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach brachte diesen Fahrzeugen Anerkennung entgegen. Die Unzufriedenheit der Aktionäre bewog Ehrhardt schließlich, den Vorsitz im Aufsichtsrat niederzulegen und Eisenach im Jahre 1903 mit all seinen Patenten und Lizenzen zu verlassen.

Im Eisenacher Werk wurde unter dem Markenzeichen Dixi ab 1904 begonnen, in eigener Regie Automobile, aber auch Flug-, Schiffs- und Rohölmotoren zu entwickeln und zu produzieren, wobei Exportbeziehungen bis nach Übersee geknüpft werden konnten.
Der Kriegsausbruch im August 1914 veränderte allerdings das Produktionsprofil grundlegend. Für das Heer wurden nun Militärlastwagen, Sanitätswagen, Feld- und Festungsgeschütze und anderes Kriegsmaterial hergestellt.
Doch nach dem Ersten Weltkrieg nahm man die Produktion der Dixi-Vorkriegsmodelle wieder auf.

 

Im Jahre 1921 kam es dann zur Fusion der Fahrzeugfabrik Eisenach AG und der Gothaer Waggonfabrik AG , wobei Eisenach als Zweigniederlassung die Eigenständigkeit verlor. Als neues Firmenzeichen schmückte von nun an der Zentaur die Kühler sämtlicher Dixi-Fahrzeuge. Bis 1927 wurden 26 PKW-Varianten und 17 verschiedene Ausführungen von Lastkraftwagen und Bussen produziert.
Die immer rascher fortschreitende Inflation sowie die zunehmende in- und ausländische Konkurrenz führten jedoch dazu, daß das Werk in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet.

Diese konnten erst mit der Lizenznahme des Austin Seven - Englands erfolgreichstem Kleinwagen dieser Zeit - von der Austin Motor Co. aus Birmingham im Jahre 1927 überwunden werden. Die Fertigungsabläufe wurden nun den veränderten Bedingungen der industriellen Produktion angepaßt.
In dieser Zeit etablierte sich das Automobil im Bewußtsein der modernen Gesellschaft. Mit dem neuen Produkt des Dixi 3/15 (DA 1), der deutschen Ausführung des Austin Seven, sollte auch das Eisenacher Automobilwerk von dieser gesellschaftlichen Entwicklung profitieren.

 

Die Gothaer Waggonfabrik AG geriet allerdings weiter in den Sog der wirtschaftlichen Turbulenzen dieser Zeit. Im November 1928 wurde das Eisenacher Dixi-Werk schließlich als Zweigbetrieb von den Bayerischen Motoren Werken aus München erworben.

BMW baute seine ersten Automobile in Eisenach!

Das Image der besonderen Qualität, Dynamik und Sportlichkeit der BMW-Wagen wurde 1929 mit dem Sieg der ADAC-Reichs- und Alpenfahrt begründet. In den 30er Jahren sorgten die 6-Zylinder-Wagen und deren sportliche Erfolge - der Typ 328 war dabei nahezu unschlagbar - für den kommerziellen Erfolg der Eisenacher BMW-Fahrzeuge im In- und Ausland.


Während des Zweiten Weltkrieges wurden im Eisenacher Werk neben der Fabrikation der zivilen BMW-Automobile bis 1941 verstärkt Rüstungsgüter produziert, beispielsweise die Panzerabwehrkanone PAK 38. Die Produktion von Pkw mußte 1941 völlig eingestellt werden. 1942 verlagerte die BMW AG zusätzlich den gesamten Ersatzteilbestand für Motorräder und die Produktion des für die Wehrmacht entwickelten Krades R 75, von München nach Eisenach. Es wurde bis 1944 in der Wartburgstadt gebaut.

Im Jahre 1945 lagen namhafte Stätten des europäischen Automobilbaus in Trümmern. Auch das Eisenacher Werk war zerstört. Doch die von den Alliierten verfügte Demontage deutscher Industrieunternehmen fand in der Eisenacher Automobilfabrik nicht statt. Schon im November 1945 wurde unter sowjetischer Verwaltung die Fahrzeugproduktion im Eisenacher Werk wieder aufgenommen - mit dem BMW 321 und dem Motorrad R 35.
Im September 1946 wurde das Werk der staatlichen sowjetischen Aktiengesellschaft (SAG) Awtowelo angegliedert. 1949 stellte der nun (SAG) Awtowelo Werk BMW Eisenach genannte Betrieb den BMW 340, eine Weiterentwicklung des BMW 326, auf der Leipziger Messe vor. Die Teilung Deutschlands und die Gründung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten führte zu einer neuen Orientierung des nun "volkseigenen" Eisenacher Automobilbaus. Sie manifestierte sich 1952, als der VEB IFA Automobilfabrik EMW Eisenach gegründet wurde. Das weiß-blaue BMW-Symbol wurde durch ein ähnlich gestaltetes weiß-rotes (die Farben Thüringens) EMW-Symbol (Eisenacher Motoren Werke) ersetzt.

1955 wurde die EMW-Fabrik schließlich in VEB Automobilwerk Eisenach umbenannt. Damit einher ging auch das Ende der Produktion der 6-Zylinder-Limousinen in Eisenach. Die von Zwickau nach Eisenach verlagerte Produktion des IFA F 9 im Jahre 1953 markiert den Beginn der Zweitakt-Ära.
1955 debütierte der Wartburg mit dem Typ 311, dessen Name bis 1991 stellvertretend für die Eisenacher Autoproduktion stehen sollte. Der Wartburg 311 wurde in elf Varianten bis 1965 hergestellt und in über 50 Länder exportiert. Ab 1966 wurde der Wartburg 353 - ab 1975 als 353 W - serienmäßig produziert. Bis 1988 verließen 1.224.662 Fahrzeuge dieses Baumusters das Montageband des VEB AWE (Automobilwerk Eisenach).
Mitte der 80er Jahre begann der Aufbau von Produktionsanlagen für die Herstellung von in Lizenz gefertigten Viertaktmotoren des Wolfsburger VW-Konzerns an mehreren Standorten in der DDR. Im Jahre 1988 wurde schließlich der Wartburg 1,3 vorgestellt - mit dem längst überfälligen 4-Takt-Motor.
Die Fahrzeugindustrie der DDR, die angesichts der Umstände nach dem Krieg durchaus positiv gestartet war, verlor durch politische und ideologische Steuerung und Einflussnahme nach und nach ihre Chancen.

Doch mit der politischen Wende im Jahre 1989 folgte eine Zäsur auch im Eisenacher Automobilbau. Der letzte Wartburg lief 1991 vom Band, der alte Produktionsstandort an der Rennbahn wurde nach über 90 Jahren aufgegeben.

Doch in den Jahren 1991 und 1992 entstand in Eisenach-West - dem ehemaligen Neubaustandort des VEB AWE - ein neues Automobilwerk der Adam Opel AG aus Rüsselsheim. Das Werk gilt als eine der modernsten Produktionsstätten für Automobile in Europa. Mit der Ansiedelung der Adam Opel AG und der Rückkehr der BMW AG , die in unmittelbarer Nähe Eisenachs (Krauthausen) eine Produktionsstätte für Fahrzeugtechnik errichtet hat, ist es gelungen, die lange Tradition des Automobilbaus am Fuße der Wartburg fortzusetzen.



Chronologie des Fahrzeugbaus in Eisenach

(Auswahl der wichtigsten Typen)

 

Automobile

 

Baujahr       Typ
1898 - 1900   Wartburg-Motorwagen
1907 - 1913   Dixi R 8
1927 - 1929   Dixi 3/ 15 (DA 1)
1929 - 1931   BMW 3/ 15 (DA 2)
1932 - 1934   BMW 3/20(AM 1-4)
1933 - 1934   BMW 303
1934 - 1936   BMW 309
1934 - 1937   BMW 315
1935 - 1937   BMW 319
1935 - 1943   BMW 335
1936 - 1940   BMW 328
1936 - 1941   BMW 326
1937 - 1941   BMW 327
1939 - 1941   BMW 321
1945 - 1949   BMW 321
1949 - 1955   BMW/ EMW 340
1950 - 1955   BMW/ EMW 327
1953 - 1956   IFA F 9
1955 - 1965   Wartburg 311
1957 - 1960   Wartburg 313/1
1965 - 1967   Wartburg 312
1966 - 1975   Wartburg 353
1975 - 1988   Wartburg 353 W
1988 - 1991   Wartburg 1,3
seit 1991       Opel Vectra, Opel Astra, Opel Corsa

 

Motorräder

 

Baujahr        Typ
1942 - 1944   BMW R 75
1945 - 1955   BMW / EMW R 35

 

 

Pressemitteilungen

AKTUELLES...

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Veranstaltungen von: Mittwoch, 10.03.2010 - Montag, 10.05.2010

3 Einträge gefunden


Frauenfrühstück
Mittwoch, 10.03.2010
10:00 - 12:00
Kategorie: EISENACH
Veranstaltungsort: Frauenzentrum, Wartburgallee 12
Vortrag
Mittwoch, 10.03.2010
10:00 - 11:30
Kategorie: EISENACH
Veranstaltungsort: Frauenzentrum, Wartburgallee 12
"Stolpersteine beim Lesen und Schreibenlernen - Das LOS-Konzept im Überblick" Referentin: Susanne Beck, Institutleiterin des LOS
"Mal kurz in die Stadt ?"
Mittwoch, 10.03.2010
14:00 - 18:00
Kategorie: EISENACH
Veranstaltungsort: AudiMax e.V.
Kinderbetreuung im Mehrgenerationenhaus. Bitte mit Voranmeldung! Kosten auf Spendenbasis.

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