Sonderausstellungen im Stadtschloss

Neue Ausstellung im Thüringer Museum zeigt Bilder von Werner Armstroff und Paul Koch

Mergazzosee - Aquarell 2007 - Paul Koch
Naxos - Öl 1985 - Werner Armstroff

„60 Jahre für die Malerei: Paul Koch zum 90. Geburtstag und Werner Armstroff in memoriam“ - so lautet der Titel der neuen Sonderausstellung, die ab 6. März im Thüringer Museum Eisenach zu sehen ist. Sie widmet sich zwei Künstlern, deren Leben enge Bezüge zu Eisenach und zur Region haben. Die Ausstellung dauert bis zum 11. April. Sie ist geöffnet montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

 

Die Maler Paul Koch und Werner Armstroff waren zeitlebens miteinander befreundet. Koch kam 1920 in Wutha Farnroda zur Welt, Armstroff wurde 1919 in Eisenach geboren und lebte später in München. Regelmäßig - auch nach der deutschen Teilung -  suchte Werner Armstroff regelmäßig seine Geburtsstadt auf. Die Beziehung der beiden Jugendfreunde zueinander riß nie ab.

Armstroff studierte an der Akademie der Bildenden Künste in  München. Später arbeitete er in der bayerischen Metropole jahrzehntelang als Gebrauchsgraphiker.
Paul Koch, sein Jugendfreund, kehrte nach dem zweiten Weltkrieg nach Eisenach zurück. Nach dem Besuch einer Zeichenschule und der Teilnahme an künstlerischen Lehrgängen arbeitete er als Porzellanmaler, Zeichner und Plakatmaler. In den 1950er Jahren begann Paul Koch ein Ingenieurstudium. Nach seinem Abschluss war er im Automobilwerk Eisenach 25 Jahre lang als Ingenieur tätig. Mit Farbe, Pinsel und Stift beschäftigte er sich  außerhalb der Arbeitszeit.

 

Beide Malerfreunde – einer diesseits der Mauer lebend, der andere auf der anderen Seite – begaben sich regelmäßig auf Studienreisen. Dabei entstanden vornehmlich die Landschaftsdarstellungen, die nun in der Ausstellung im Eisenacher Stadtschloss präsentiert werden. Werner Armstroff ging auf Motivsuche  in die Alpen, reiste nach Italien und Griechenland. Paul Koch besuchte Russland und Polen, nach dem Fall der Mauer zog es ihn nach Italien, Frankreich und Norwegen.

Die meisten Aquarelle, Zeichnungen, Ölgemälde und Druckgrafiken, die in der Ausstellung des Thüringer Museums gezeigt werden, entstammen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Exponate legen Zeugnis ab von zwei Künstlerpersönlichkeiten, die, von Jugend an befreundet, im geteilten Deutschland ihren eigenen Weg suchten und fanden. Sowohl bei der Wahl der Motive als auch in der Art des Herangehens kommt indes ihre Seelenverwandtschaft deutlich zum Ausdruck. Beide schöpften aus dem Reservoir an Eindrücken, die im Alltag entstanden.

Beide betrachteten auf ihren Studienreisen intensiv die Landschaft. Beider Motive bezeugen auch eine unbändige Lust, Orte und ihre Bewohner auf das Papier zu bannen und zugleich deren Geschichten zu erzählen. Viel Witz und Ironie strahlen die Zeichnungen Paul Kochs aus, in denen kleine Szenen des Alltags aufgegriffen und pointiert wiedergegeben werden. Die Handelnden bewegen sich im öffentlichen Raum –  man sieht den  Menschen bei ihrer Arbeit zu, beobachtet Passanten im Gespräch mit Bekannten, lässt sich über den Gemüsemarkt treiben und bestaunt die Kunstfertigkeit von Zirkusartisten. Koch skizziert seine Figuren nachsichtig und mit Humor – immer gelingt es ihm, das Wesen darzustellen, das einem spezifischen Moment innewohnt und zugleich versteht er es, dieses Wesen liebevoll zu charakterisieren.

Während Paul Koch das kleine Format bevorzugte, konzentrierte sich Werner Armstroff bei seiner Arbeitsweise in Öl auf das große Format. Für die Ausstellung im Thüringer Museum konnten Skizzen, Studien und Bilder der vergangenen Jahrzehnte zusammengetragen werden. Alles wirkt frisch, lebendig und originell.

Beide Maler zeichnet eine sichere Handschrift aus, sichtbar wird ihre ausgesprochene Liebe zum Detail und auch eine nicht versiegende Phantasie charakterisiert Armstroff und Koch. Wie ein roter Faden durchzieht eine ausgeprägte Hingabe an die Kunst ihr Leben.


„Die Mittel eines Malers, die ihm die Natur zur Verfügung stellt, sind Farbe, Pinsel und Stift. Die Kunst: Ich begann damit schon in meiner Kindheit und habe sie bis heute, ins hohe Alter beibehalten. Sie hat mich gebildet und mir viel Freude gegeben.“ (Paul Koch)

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