Eisenach zählt zu den Thüringer Städten mit dem höchsten Seniorenanteil. Derzeit haben über 13.000 Eisenacher Bürgerinnen und Bürger das 60. Lebensjahr überschritten. Dies entspricht ca. 30 Prozent der Einwohner. Damit stieg der Seniorenanteil an der Bevölkerung seit 1998 um mehr als fünf Prozent (1998: 10.920 Einwohner über 60 Jahre).
Diese demographische Entwicklung stellt die Stadt vor neue Herausforderungen. Deshalb rief die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Sozialausschuss Ende 2005 eine Arbeitsgruppe „Alternative Wohnformen im Alter“ ins Leben. Einbezogen wurden die Senioren- und die Behindertenbeauftragte sowie Eisenacher Wohnungsunternehmen. In Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden und den privaten Anbietern von Hilfsangeboten soll ein bezahlbares Netz an Dienstleistungen aufgebaut werden. Die Stadtverwaltung wird diese Arbeitsgruppen moderierend und koordinierend unterstützen.
Geplante Wohnprojekte
Stregdaer Allee 41-43 - Wohnanlage „Alleenhof“
Weitere Informationen über die vielfältigen Möglichkeiten eines altersgerechten Wohnens in Eisenach:
Altersgerechtes Wohnen in Eisenach - Übersicht
Der demographische Wandel macht auch vor Eisenach nicht halt und je frühzeitiger sich jeder Einzelne über neue Entwicklungen und Konzepte informiert, desto gelassener und beruhigter kann er in die Zukunft blicken. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtverwaltung Eisenach gemeinsam mit der Wartburg-Sparkasse die Ausstellung „Forum Quartier“ in der Foyergalerie der Wartburg-Sparkasse vom 1. bis zum 18. Dezember 2009 gezeigt, die von Baudezernentin Gisela Rexrodt mit einem Grußwort eröffnet wurde.
Die Wanderausstellung wurde vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) und der Bertelsmann Stiftung konzipiert. Sie informiert über die wichtigsten Erkenntnisse für den Aufbau von quartiersbezogenen Wohnkonzepten und zeigt erfolgreiche Praxisbeispiele. Neben allgemeinen Informationen zur Quartiersgröße informiert sie über die Bausteingruppen „Soziales“, „Wohnen“ und „Pflege“. Dargestellt werden Kooperationsformen der Akteure und die Rolle der Bürgerinnen und Bürger im Quartier. Außerdem erhält der Besucher Auskunft über Kosten und Möglichkeiten zur Finanzierung. Weiter Informationen dazu gibt es unter www.kda.de.
Ergänzt wurde die Wanderausstellung durch einen Überblick über die demographische Entwicklung in der Stadt, konkrete Projektvorhaben sowie bereits bestehende Angebote in Eisenach, welche das Amt für Stadtentwicklung und das Sozialamt gemeinsam zusammengestellt haben. Die Ausstellungstafeln der Stadt Eisenach finden sie hier.
Die Ausstellung fand im Rahmen des Modellprogramms „Aktiv im Alter“ statt und wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Diese demographische Entwicklung stellt die Stadt vor neue Herausforderungen. So stieg die Zahl derer, die im hohen Alter allein leben. Gerade für diesen Personenkreis sollen und müssen unterschiedliche Wohn- und Hilfsangebote verfügbar sein. Ebenso wird beispielsweise die Zahl der Pflegebedürftigen zunehmen. Aber nicht für jeden Pflegebedürftigen kann kurzfristig in den derzeit sechs Pflegeheimen in Eisenach sofort ein Platz bereit gestellt werden. Zudem sind Pflegeplätze kostenintensiv und nicht für jeden bezahlbar.
Das Thema alternative und bezahlbare Wohnformen gewinnt angesichts der demographischen Entwicklung immens an Bedeutung. Es umfasst deutlich mehr als nur Wohnen. Hierzu zählen auch Fragen der sozialen Betreuung und des sozialen Umfeldes – beispielsweise: Kann und möchte ich mit fremden Menschen zusammenleben? Habe ich vielleicht einen Freundeskreis, mit dem ich zusammen alt werden möchte und der gegenseitige Hilfestellung bietet?
Statistische Angaben und Informationen
Besonders in den letzten Jahren ist zu beobachten, dass immer mehr ältere Menschen Unterstützung in der Bewältigung des Alltags wie auch zur Pflege benötigen. Gleichzeitig steigt auch die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum - möglichst in angestammten Wohnquartieren oder der näheren Umgebung.
Ursache dafür ist unter anderem, dass sich die Arbeitslosigkeit der letzten Jahre bei der Höhe der Rentenzahlungen deutlich bemerkbar macht. Oftmals kann die bisherige große Wohnung nicht mehr bezahlt werden. Auch Eigenheime, die für die Alterssicherung gebaut wurden, sind oft nicht altersgerecht (d. h. barrierefrei) und zu groß.
Ein weiterer Aspekt ist der spürbar steigende Anteil der allein Lebenden im Alter. Höhere Scheidungsraten, mehr Singlehaushalte, sinkende Geburtsraten oder auch der Wegzug vieler erwachsener Kinder aus beruflichen Gründen sind nur einige der Ursachen für diese Entwicklung.
Der Anteil derjenigen, die alternative und bezahlbare Wohnformen suchen, wird stetig wachsen. Die Arbeitsgruppe hat sich deshalb das Ziel gesetzt, gemeinsam mit den älteren Menschen heraus zu finden, welche Wohnform im Alter gewünscht werden und dafür Lösungen und Modelle zu entwickeln.