Geschichte des Eisenacher Rathauses

Das alte Rathaus stand direkt auf dem Markt, an der Nordseite der Georgenkirche, es war 1484 errichtet worden

Von links: Westliche Seite des alten Rathauses; östliche Seite des alten Rathauses; Nordfassade des alten Rathauses

 

Mit der Verlegung seiner Residenz von Marksuhl nach Eisenach 1596 beanspruchte der Herzog Johann Ernst das bisherige Rathaus für sich, um seine Kanzlei darin unterzubringen. Dieses Kanzleigebäude wurde 1741 bis 1743 abgebrochen
Nach 1596 verließ der städtische Rat also sein bisheriges Domizil, das alte Rathaus, und verlegte seine Amtshandlungen in den bisherigen städtischen Weinkeller, der so das neue Rathaus wurde.

Links: Das neue Rathaus von Westen; rechts: Das neue Rathaus von Südwesten

 

Die Entstehung dieses Renaissancebaus ist nicht genau datiert.

Der Turm kam wahrscheinlich erst bei einem Um- bzw. Neubau 1564 hinzu.

Die Reliefarbeiten stammen vom bekannten Eisenacher Steinmetz und Stadtbaumeister Hans Leonhard.

1636 wurde das neue Rathaus durch einen Stadtbrand erheblich zerstört, bis 1641 erfolgte der Wiederaufbau
1812 wurde die nebenan liegende Ratswaage baulich mit dem Rathaus verbunden

 

Eine der ältesten Fotografien des Eisenacher Rathauses, entstanden vor der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert

 

1924 - Das Rathaus nach der Neubemalung der Fassade

 

 

Vor, aber auch nach 1945 gab es immer wieder Pläne zur Neugestaltung des Ratshauskomplexes zwischen der Karlstraße im Norden und der Goldschmiedenstraße im Süden

 

Links: Ein Entwurf aus der Zeit nach 1945; rechts in Entwurf aus den 1940er Jahren

1945 wurde das Rathaus durch englische und us-amerikanische Bomben teilweise zerstört

 

Stets der gleiche Blickwinkel, doch immer ein anderes Bild: Das Rathaus 1929, 1945 und 1949

 

Bis 1949 bauten einheimische Firmen das Rathaus wieder auf.

 

Das Rathaus nach seiner Wiederherstellung 1949

Vor dem Jubiläum "900 Jahre Wartburg" 1967 wurde der Fassadenputz erneuert.

Bereits 1978/79 gab es wieder Sanierungsarbeiten am Rathaus.

 

Nach der Wiedervereinigung wurde festgestellt, dass Teile des Rathauses einsturzgefährdet waren. 1993 begann deshalb die Komplettsanierung.

1994 wurde der Rathausturm abgenommen und restauriert.

 

Das alte Renaissanc-Rathaus wurde Bestandteil eines Rathaus-Sparkassen-Baukomplexes zwischen Karl- und Goldschmiedenstraße, der im Juni 1996 bezugsfertig war. Er wird von der Wartburg-Sparkasse und der Stadtverwaltung Eisenach genutzt.

 

Nur zwischen 1946/47 und 1996 stand das Rathaus als Solitär (links) Der 1949 angelegte Rathausgarten verschwand bei der Neubebauung 1996.

 

Und so sieht es heute aus: Rathaus und Verwaltungsgebäude am Markt

 

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