Musik in der Georgenkirche

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Eisenach pflegt bis heute die reiche, jahrhundertealte, kirchenmusikalische Tradition der Stadtkirche St. Georgen als authentische Luther- und Bachstätte.


Über ein Jahrhundert wirkten Angehörige der Familie Bach als Kantoren und Organisten an der Georgenkirche. Persönlichkeiten wie Johann Pachelbel, Georg Philipp Telemann, Johann Melchior Molter und Johann Christoph Bach wirkten hier als Organisten und Kapellmeister.

 

Orgelmusiken auf der großen Schuke-Orgel, Bach-Kantatengottesdienste, Chor- und Orchesterkonzerte und natürlich Bachs Weihnachtsoratorium gehören heute zum jährlichen musikalischen Programm der Georgenkirche.

 

Geschichte

St. Georg ist der Schutzpatron der Stadt Eisenach. Diesem Schutzpatron ließen die Thüringer Landgrafen Ende des 12. Jahrhunderts eine würdige Kirche errichten.
Bei einem massiven Umbau zwischen 1899 und 1902 erhielt sie weitestgehend ihre heutige Gestalt.
Die Georgenkirche verfügt über ein barockes Orgelprospekt aus dem Jahr 1707/1719. Der Entwurf für die Disposition des Orgelprospekts stammt von Johann Christoph Bach, einem Großcousin von Johann Sebastian Bach.  


In der Georgenkirche waren von 1665 bis 1797, also über mehr als 130 Jahre, Mitglieder der Bach-Familie als Organisten tätig.
Bekanntester Vertreter der Bachfamilie ist Johann Sebastian Bach. Er wurde in unserer Stadt als der wichtigste Vertreter der evangelischen Kirchenmusik am 21. März 1685 geboren.
Zwei Tage nach seiner Geburt ließen ihn seine Eltern in der Georgenkirche taufen. Der spätgotische Taufstein von 1503 steht auch heute noch zentral vor dem Altarraum.
Johann Sebastian Bach kann man getrost als bedeutendste Eisenacher Persönlichkeit bezeichnen. Sein Werk ist in der ganzen Welt bekannt.

 

Martin Luther, der in Eisenach die Schule besuchte und hier in der Kurrende sang, sprach der Musik im Gottesdienst eine besondere Rolle zu. In der Georgenkirche predigte er noch am 2. Mai 1521 auf der Rückreise vom Reichstag in Worms, auf dem die Reichsacht gegen ihn verhängt worden war.
In der Georgenkirche Eisenach kreuzen sich die Lebenswege dieser beiden Persönlichkeiten, die hier beide im Abstand von 200 Jahren in der Kurrende gesungen haben.

 

Musiker wie Johann Christoph Bach, Johann Pachelbel, Georg Philipp Telemann und Johann Melchior Molter wirkten hier als Organisten und Kapellmeister.
Georg Philipp Telemann führte ab 1708 Kirchenmusik in der Georgenkirche auf. Hier begann er 1710 mit der Aufführung eines Kantatenjahrgangs. Die Georgenkirche gilt daher als „Wiege der neuen evangelischen Kirchenkantate“.