Horst Lippmann

Horst Lippmann wurde 1927 in Eisenach geboren. Die Familie übersiedelte jedoch bald nach Frankfurt am Main. Der Hotelierssohn Lippmann knüpfte dort Anfang der 1940er Jahre Kontakte zu Jazzmusikern um Emil Mangelsdorff und Carlo Bohländer.

Er spielte Schlagzeug und verfasste eine der ersten deutschen Jazz-Zeitschriften: "Mitteilungen für Freunde der modernen Tanzmusik".

 

Nach dem Krieg wurde er Konzertveranstalter. Mitte der 50er Jahre gründete er mit Fritz Rau die Agentur Lippmann + Rau. Sie betreuten Künstler von Eric Clapton und den Rolling Stones über Marlene Dietrich und Janis Joplin bis zu Joan Baez und Bob Dylan, Jimi Hendrix und Duke Ellington.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen die American Folk Blues Festivals von 1962 bis 1982, mit denen sie die großen Künstler des originären Blues in Europa präsentierten.

Horst Lippmanns Bedeutung für die populäre Musik ist auch aufgrund seiner Vielseitigkeit überragend - er verfügte über ein großes Musikwissen, spielte selbst Schlagzeug bei den Frankfurter Two Beat Stompers, verfasste unzählige Sendungen beim Hessischen Rundfunk und anderen Sendern und arbeitete als Regisseur für über 40 Aufführungen der Fernsehsendung "Jazz gehört und gesehen".

Horst Lippmann, der mit seinem Partner Fritz Rau jahrzehntelang an der Geschichte der populären Musik weltweit mitschrieb, starb 1997 in Frankfurt am Main. Der Großteil seines musikalischen Nachlasses befindet sich heute im Internationalen Jazz- und Blues-Archiv seiner Geburtsstadt Eisenach.