Projektinformationen 2017 und 2018

1. Februar 2018: Sanierungsarbeiten auf dem Gaswerksgelände – Informationen zur Finanzierung

Derzeit laufen auf dem ehemaligen Eisenacher Gaswerksgelände die Sanierungsarbeiten. 228.000 Euro kostet die Maßnahme – 181.000 Euro zahlt das Land aus Mitteln der Altlastensanierung, die Stadt Eisenach zahlt einen Eigenanteil in Höhe von 47.000 Euro. „Wir sind ursprünglich von einer hundertprozentigen Förderung des Landes ausgegangen, haben aber immer auf die Risiken hingewiesen, dass möglicherweise ein städtischer Eigenanteil bleiben wird“, sagt Oberbürgermeisterin Katja Wolf. Sie hat die aktuellen Entwicklungen auf dem Gaswerksgelände regelmäßig kommuniziert: in Pressemitteilungen, im zuständigen Haupt- und Finanzausschuss im November 2017 sowie per mündlicher Berichterstattung im Stadtrat Ende November 2017.

 

„Deshalb entspricht es nicht den Tatsachen, dass mangelhaft informiert worden ist“, reagiert Katja Wolf auf einen heutigen Zeitungsartikel. Von Anfang an war klar, dass zunächst nur die beiden Flachdachgebäude und die Schornsteinruine abgerissen werden. Erst danach geht es mit der Entsorgung des Erdreiches weiter. Die Entsorgungskosten machen alleine schon 50 Prozent der Kosten aus, der Rest beinhaltet den eigentlichen Abriss. Die Entsorgungskosten für das kontaminierte Erdreich im zweiten Bauabschnitt liegen noch um einiges darüber. „Wir sollten uns alle in Eisenach freuen, dass die Sanierung des in der Stadt wohl größten Umweltschadens beginnt. Nur mithilfe der Landesmittel geht es jetzt weiter“, betont Katja Wolf.


12. Januar 2018: Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Gaswerksgelände beginnen am Montag

Auf dem Gelände des ehemaligen Eisenacher Gaswerkes sind ab Montag, 15. Januar, Bagger bei der Arbeit. An diesem Tag starten die Abrissarbeiten im Bereich der Teergrube. Zwei Flach-Gebäude und eine Schornsteinruine werden abgerissen und entsorgt, damit ausreichend Platz für den zweiten Schritt – das Leeren und Beseitigen der mit Teerrückständen kontaminierten Betongrube – ist. Die Arbeiten werden etwa vier Wochen dauern und vom Umweltamt der Stadt Eisenach begleitet. Die Bauüberwachung übernimmt die Pöyry Deutschland GmbH. Ausführendes Unternehmen ist die UTL Umweltschutz-Transport-Logistik GmbH aus Daasdorf am Berge. Das Unternehmen hat die erforderliche Fachkunde und Leistungsfähigkeit für Arbeiten in kontaminierten Bereichen ebenso wie nachgewiesene Fachkunde im Umgang mit asbesthaltigen Materialen. Es musste nachweisen, dass es vergleichbare Bauvorhaben bereits erfolgreich durchgeführt hat. Sichergestellt ist auch, dass das Unternehmen die kontaminierten Abfälle in speziell dafür zugelassenen Anlagen entsorgt.

 

„Wir sind froh, dass wir in einem ersten großen Schritt die Sanierung des für Eisenach wohl größten Umweltschadens beginnen“, freut sich Oberbürgermeisterin Katja Wolf. Sie hatte erst wenige Wochen zuvor – am 7. Dezember – den Fördermittelbescheid in Höhe von 181.000 Euro des Thüringer Umweltministeriums entgegengenommen. „Nur mithilfe dieser Unterstützung können wir mit den Arbeiten so schnell beginnen“, richtet Katja Wolf ihren Dank an das Land.

 

Der jetzt startende erste Bauabschnitt beinhaltet mehrere Teilmaßnahmen. Dazu gehört das Einrichten von Baustelle und Baustraßen auf dem Gelände in der Gaswerkstraße, das Beräumen der zwei Flach-Gebäude und der Schornsteinruine sowie deren Entsorgung, die Demontage von Bauteilen, der Abriss der oberirdischen Bausubstanz bis zur Geländeoberkante, die Trennung der Abbruchmaterialien nach Abfallart sowie die dazugehörige fachgerechte Entsorgung, der Abbruch von Fundamenten und sonstigen unterirdischen Bauteilen (zum Beispiel Installationsschächte), das Verfüllen entstandener Gruben und Wiederherstellungsarbeiten.

 

So geht es weiter:

Die öffentliche Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt „Entleerung Teergrube“ könnte im ersten Halbjahr 2018 beginnen. Ende des Jahres 2018 (November/ Dezember) könnten die Rückbauarbeiten starten. Wichtig ist, dass die Arbeiten in der kalten Jahreszeit stattfinden. So kann verhindert werden, dass geruchsintensive Gase frei gesetzt werden. Die Teergrube ist die größte Quelle für die Verunreinigung des Bodens und Gewässers auf der Fläche. Diese Grube ist 2009 aufgefunden und freigelegt worden, nachdem sie zuvor mit einem halben Meter Erde und Steinen überdeckt gewesen war. Die Teergrube ist 3,50 Meter tief, acht Meter im Durchmesser und zu nahezu 90 Prozent mit flüssigen und pastösen (breiartigen) Teerrückständen gefüllt. Das Leeren der Teergrube ist technisch sehr aufwendig, da das Grundwasser abgesenkt werden muss. Im März 2019 könnte die Teergrube beseitigt sein.

 

Weiter ginge es mit den Hauptgebäuden der ehemaligen Gasreinigung und Gasaufbereitung sowie der Lagerfläche für verbrauchte Gasreinigermassen. Im Flächennutzungsplan der Stadt ist das Gelände als Gewerbefläche ausgewiesen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten – so die Hoffnung der Stadt – ist das Gelände für eine potentielle Nachnutzung deutlich attraktiver. Vorstellbar ist ein Gewerbestandort oder ein Standort für erneuerbare Energien. Dies ist allerdings zuvor in einem Planungsverfahren zu prüfen.


7. Dezember 2017: Weitere Fördermittel für Sanierungsarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Eisenach


Umweltstaatssekretär Olaf Möller hat heute (7. Dezember) einen Fördermittelbescheid für Sanierungsarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Eisenach an die Oberbürgermeisterin der Stadt, Katja Wolf, übergeben. Die Maßnahmen sollen Anfang 2018 beginnen und insgesamt rund 228.000 Euro kosten. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) steuert dazu 181.000 Euro bei.

„Die Fördermittel sollen helfen, Gefahren für das Grundwasser und die Umwelt zu beseitigen, die von den Schadstoffen auf dem unsanierten Gelände ausgehen“, so Umweltstaatsekretär Möller.

Im Rahmen der Förderung soll als erster Sanierungsabschnitt die noch vorhandene oberirdische Bebauung (Gebäude und Schornsteinruine) abgebrochen und entsorgt werden. „Die Unterstützung des Ministeriums ist besonders wichtig, da der Abriss der alten, mit Schadstoffen belasteten Gebäude Voraussetzung für alle weiteren Arbeiten zur Altlastenbeseitigung auf dem Areal sind. Dafür herzlichen Dank“, betonte Oberbürgermeisterin Katja Wolf. Nach der öffentlichen Ausschreibung hatte sich gezeigt, dass die ursprünglich angenommenen Kosten überschritten werden.

Im Zuge der Sanierung muss auf dem Gelände vorübergehend der Grundwasserspiegel abgesenkt werden, damit der Aushub und das Abpumpen von Rückständen aus der Teergrube gelingen kann. Kontaminiertes Bodenmaterial im Bereich der Teergrube wird abgetragen und durch unbelasteten Boden ersetzt.

Hintergrundinformationen:

Das Gaswerk in Eisenach wurde von 1898 bis 1982 zur Erzeugung von Stadtgas betrieben. Auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Eisenach befindet sich eine unterirdische Teergrube, in der sich etwa 150 Kubikmeter flüssige oder pastöse Rückstände aus der Steinkohlen-Gasproduktion befinden. Bei Beprobungen des Grundwassers wurden Schädigungen vorrangig durch BETX (leichtflüchtige aromatische Kohlenwasserstoffe), PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), Arsen und Cyanide festgestellt. Von diesen gehen Gefährdungen für den Boden und das Grundwasser aus. Aus diesem Grund ist eine Sanierung erforderlich.
 


9. November 2017: Früheres Gaswerkgelände: Sanierungsarbeiten an kontaminierten Altbauten beginnen in Kürze - Thüringer Ministerpräsident informiert sich vor Ort

 

Auf dem Besuchsprogramm in Eisenach stand für Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow auch das frühere Gaswerkgelände (Gaswerkstraße 9). Dort werden in Kürze umfangreiche Sanierungsarbeiten an einigen kontaminierten Altbauten beginnen. Wegen des fast 100-jährigen Betriebs des Gaswerkes ist es auf der Fläche zu massiven Schadstoffeinträgen in Boden und Grundwasser gekommen. Über das Grundwasser haben sich die Schadstoffe ausgebreitet. Die Schadstofffahne reicht inzwischen über das Gaswerkgelände hinaus.

Oberbürgermeisterin Katja Wolf, die das Besuchsprogramm des Ministerpräsidenten organisiert hat, informierte ihn zusammen mit Experten des städtischen Bau- und Umweltamtes über das Ausmaß der Altlasten und der damit verbundenen technisch aufwendigen und teuren Sanierung. Die größte Quelle für die Kontamination der Fläche ist die 2009 entdeckte Teergrube. Sie ist 3,50 Meter tief und zu nahezu 90 Prozent mit Teerrückständen gefüllt. „Diese Schadstoffquelle müssen wir dringend beseitigen“, sagte Katja Wolf. Von der Grube aus haben sich die Schadstoffe über das Erdreich ins Grundwasser ausgebreitet und können inzwischen bis zur Adam-Opel-Straße nachgewiesen werden. „Wir stehen in engem Austausch mit dem Landesverwaltungsamt und sind froh, dass uns das Land Thüringen bei der teuren aber dringend notwendigen Sanierung unterstützt. Besonders freue ich mich darüber, dass offensichtlich die Koalitionsfraktionen im Landtag eine Lösung anstreben, um die Finanzierung zu sichern. Es war richtig, den Landtagsabgeordneten über Jahre hinweg diese ökologische Altlast vor die Augen zu führen“, so Katja Wolf. Für die Liegenschaft des ehemaligen Gaswerkgeländes ist das Landesverwaltungsamt in Weimar als obere Bodenschutzbehörde die zuständige Umweltbehörde. Die Stadt Eisenach ist als Eigentümerin des Grundstücks bis zu einem gewissen Grad verantwortlich für den Zustand der Fläche.

Vom Grundwassermessnetz bis zum Rückbau der Teergrube In Regie der Stadt ist 2009 ein Grundwassermessnetz auf dem Gelände aufgebaut worden. Man startete mit fünf Messstellen, baute das Messnetz 2014 um weitere sechs Messstellen aus. Die am weitesten vom Gaswerkgelände entfernte Messstelle ist auf dem Gelände der Spicke neben der Adam-Opel-Straße zu finden.

Damit ist es möglich, den Randbereich der Schadstofffahne zu ermitteln und festzustellen, bis wohin sich die Schadstoffe über das Grundwasser ausgebreitet haben. Ein in 2012 gestartetes Forschungsprojekt brachte weitere Erkenntnisse über die Sanierung von Schadstoffquellen. An dem Projekt beteiligte Partner waren die JENA-GEOS-Ingenieurbüro GmbH, das Institut für Mikrobiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und die JenaBios GmbH. Mithilfe horizontaler Bohrungen, die bis ins Grundwasser reichten, wurden Mikro-Organismen in den Boden eingebracht und Messdaten erhoben. Sie gaben Aufschluss darüber, wie der Abbau von Schadstoffen mithilfe von Mikro-Organismen unter verschiedenen Milieubedingungen funktioniert. „Das setzt aber voraus, dass im Vorfeld Schadstoffquellen wie die Teergrube gefunden und entfernt werden“, erklärte Arno Minas (Leiter des Bau- und Umweltamtes).

Seit Dezember 2015 existiert für die Sanierung der Teergrube eine Planung. Sie ist hinsichtlich der Bautechnologie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie das Baufeld rund um die Teergrube frei gemacht werden muss, wie tief ausgeschachtet werden muss und wie groß die Grube sein muss, damit die Teerrückstände entfernt werden können. „Wir müssen sieben Meter tief ausgraben und eine Grube mit einem Durchmesser von 15 Metern anlegen. Die angrenzenden ehemaligen Betriebsgebäude müssen zuvor abgerissen und das Material fachgerecht entsorgt werden, es ist ebenfalls kontaminiert“, so Arno Minas. Als erstes sollen die drei früheren Betriebsgebäude im Bereich der Teergrube abgerissen werden. Die öffentliche Ausschreibung für diese Arbeiten läuft noch bis zum 15. November. Für die Abrissarbeiten ist ein sechsstelliger Betrag vorgesehen. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz zahlt davon 100.000 Euro. Die reinen Tiefbauarbeiten des zweiten Bauabschnittes – der Rückbau der Grube – werden weitere 715.000 Euro netto kosten. Allein die Entsorgung des kontaminierten Erdreiches schlägt mit rund 440.000 Euro zu Buche. Wegen des hoch anstehenden Grundwassers sind zusätzlich Brunnen zur Absenkung des Grundwassers sowie eine Aufbereitungsanlage zu installieren, die mit 140.000 Euro netto die Gesamtkosten erhöhen. „Das können wir nicht alleine stemmen“, sagte Katja Wolf, die sich über das Signal der Unterstützung des Landes freut. Wie diese konkret aussehen wird und in welcher Höhe Fördermittel zur Verfügung stehen, wird in weiteren Gesprächen zwischen Stadt und Land erarbeitet.

Zeitplan
Wenn alles planmäßig läuft, sollen noch im Dezember Abstimmungen mit der per öffentlicher Ausschreibung ermittelten Baufirma stattfinden. Mit den Abrissarbeiten soll im Januar begonnen werden. Für die Abrissarbeiten sind etwa vier Wochen eingeplant. Die öffentliche Ausschreibung für den Rückbau der Teergrube könnte Anfang 2018 beginnen. Ende des Jahres 2018 könnten die Rückbauarbeiten starten. Wichtig ist, dass die Arbeiten in der kalten Jahreszeit stattfinden. So kann verhindert/unterbunden werden, dass geruchsintensive Gase frei gesetzt werden. Im März 2019 könnte die Teergrube beseitigt sein. Weiter ginge es mit den Hauptgebäuden der ehemaligen Gasreinigung und Gasaufbereitung sowie der Lagerfläche für verbrauchte Gasreinigermassen. 2015 und 2016 wurden das frühere Chemikalien- und Betriebsmittellager sowie das ehemalige Elektro-/Trafogebäude beräumt.

Im Flächennutzungsplan der Stadt ist das Gelände als Gewerbefläche ausgewiesen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten – so die Hoffnung der Stadt – ist das Gelände für eine potentielle Nachnutzung deutlich attraktiver. Vorstellbar ist ein Gewerbestandort oder ein Standort für erneuerbare Energien. Dies ist allerdings zuvor in einem Planungsverfahren zu prüfen.

Eisenacher Gaswerk
Seit Dezember 1898 war das zweite Eisenacher Gaswerk in der Gaswerkstraße 9 in Betrieb. Hergestellt wurde zunächst Leuchtgas für Straßenlaternen. Die Einführung des „Kochgases“ führte 1910 zur Erweiterung des Werkes auf die doppelte Leistung. Kochgas wurde aus Steinkohlegas gewonnen. Für den Kohletransport verfügte das Gaswerk über einen eigenen Gleisanschluss. Das Eisenacher Gaswerk stellte 1982 seinen Betrieb ein, die technischen Anlagen waren verschlissen. Die Lage am Stadtrand, mit Gleisanschluss, war für eine Verlagerung des Kohlenhandels günstig. Dieser nutzte das Gelände bis 1990 als Ent- und Umladestation der Kohlezüge. Mit dem Ausbau des Ferngasnetzes und anderer Energieträger war der Bedarf für den Brennstoff Kohle in Eisenach stark rückläufig, der Kohlehandel wurde eingestellt. Als Industrieruine stellt das Werksgelände eine Sanierungsfläche dar.

Bodo Ramelow in Eisenach – das Besuchsprogramm
Am heutigen Donnerstagmorgen waren Ministerpräsident Bodo Ramelow und Oberbürgermeisterin Katja Wolf zu Gast in der Thüringer Gemeinschaftsschule „Oststadtschule“. Dort diskutierten sie mit Vertretern der Schule, dem Hauptamtlichen Beigeordneten Ingo Wachtmeister und Roland Mahler (Geschäftsführer des Jobcenters Eisenach) über die Zukunft der Gemeinschaftsschule in Thüringen und über das Thema Integration. Am Vormittag freute sich eine Eisenacher Familie über die Ehrenpatenschaft, die Bodo Ramelow für ihr sechstes Kind übernahm. Der Ministerpräsident überreichte die Patenschaftsurkunde. Nach dem Gaswerks-Termin geht es am Nachmittag mit einem Gespräch beim Trink- und AbwasserVerband Eisenach-Erbstromtal (TAV) weiter. Zusammen mit dem TAV-Vorsitzenden Bernhard Bischof, seinen Stellvertretern Michael Reinz und Dieter Suck sowie TAV-Werksleiter Peter Kahlenberg sprechen Ramelow und Wolf über die finanzielle Situation des Verbandes. Konkret geht es um die Forderung der Landesbehörden nach mehr Investitionen in das Abwassernetz und die finanzielle Situation des TAV bezüglich der dafür notwendigen Kreditaufnahmen.

Nach dem Gaswerks-Termin besichtigen Bodo Ramelow und Katja Wolf die neuen Hochwasserschutzanlagen im Eisenacher Ortsteil Stedtfeld. Das Projekt Hochwasserschutz in Eisenach hat als Maßnahme des „Landesprogramms Hochwasserschutz 2016 bis 2021“ hohe Priorität und wird von der Thüringischen Landesanstalt für Umwelt und Geologie federführend umgesetzt. Den Abschluss des Eisenach-Besuches bildet die Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht 1938. Ab 16:30 Uhr wird Bodo Ramelow an die Ereignisse vor 79 Jahren erinnern und Worte des Gedenkens sprechen.


Forschungsprojekt auf ehemaligem Gaswerkgelände startet


Auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes in Eisenach (Gaswerkstraße 9) ist das Forschungsprojekt zur Beseitigung von Schadstoffen gestartet. "REMINVAS - Minimal-invasive Remediation von Umweltschäden im Untergrund" lautet der Titel.

Das bedeutet, dass Mikro-Organismen (unter anderem Bakterien, Pilze) in den Boden eingebracht werden, die die darin enthaltenen Schadstoffe verdauen und zu ihrem Abbau beitragen sollen. Hintergrund ist, dass auf dem betreffenden Gelände fast 100 Jahre lang das Gaswerk der Stadt stand, anschließend wurde die Fläche bis 1992 als Kohleumschlagplatz genutzt. Sowohl Boden als auch Grundwasser sind durch die Nutzungen mit Schadstoffen belastet.

"Vorteil dieser Variante ist, dass umfangreiche und teure Baumaßnahmen mit Eingriffen in den Untergrund erst einmal entfallen", sagt Andreas Ludwig, Dezernent für Bauwesen und Umwelt. Stattdessen soll die neue, umweltschonende Technologie auf sanftem Wege helfen. Zu diesem Zweck haben die an dem Projekt beteiligten Partner JENA-GEOS-Ingenieurbüro GmbH, das Institut für Mikrobiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und die JenaBios GmbH bereits Testfelder errichtet. Davon ist an der Oberfläche allerdings nichts zu sehen. Denn es handelt sich dabei um Horizontalbohrungen, die bis in den Grundwasserleiter reichen. In einem weiteren Schritt werden die Mikro-Organismen in den Boden eingebracht und Messdaten erhoben. Sie sollen Aufschluss darüber geben, wie der Abbau der Schadstoffe erfolgt. Sämtliche Daten des Projektes, das bis Ende 2014 läuft, werden für weitere Sanierungspläne an die Stadt Eisenach weitergegeben.