Sportarena und Schule im Industriedenkmal

Die Stadt Eisenach braucht Sportstätten für den Schul-, Wettkampf- und Vereinssport. Die größte Sporthalle, die Werner-Aßmann-Halle entspricht nicht den Anforderungen der 1. Handballbundesliga. Unter anderem deshalb plant die Stadt den Neubau einer entsprechenden Halle.
In einem Standortauswahlverfahren setzte sich das Areal am Heinrich-Erhardt-Platz durch. Das hier stehende Industriedenkmal „O1“, ehemals Stammwerk der BMW- Automobilproduktion, ist seit über 20 Jahren ohne Nutzung. Die Wiedernutzung des „O1“ bringt eine positive Stadtentwicklung im Gebiet zwischen Hörsel und Rennbahn. Für den Einbau der Sportarena werden nur Teile des Industriedenkmals benötigt. In den verbleibenden Flächen soll eine Berufsschule einen neuen Standort finden.

Sportarena

 

Die Halle soll vornehmlich dem Schul- und Vereinssport dienen, hier hauptsächlich ab Sekundarstufe I.

Schwerpunktsportarten im Vereinssport sind neben Handball auch Volleyball und Basketball. Mindestanforderungen an die neue Halle sind:

multifunktionale und teilbare 3-Feldsporthalle (mind. 45 m x 32 m) mit doppelschaligen Trennvorhängen, lichtes Raumprofil mindestens 7 Meter

Einhaltung der künftigen Standards der 1. Handballbundesliga mit rund 4.000 Zuschauerplätzen

Trainingsbetrieb: auf gleichzeitig 3 Volleyballfeldern oder mind. 2 Basketballfeldern

Wettkampfbetrieb:   Handball (1. Bundesliga Männer), Volleyball (Regionalliga), Basketball (Regionalliga)

Berufsschulstandort

 

Das Staatliche Berufsschulzentrum „Ludwig Erhard“ mit seinen drei Schulteilen ist derzeit weiträumig über das Stadtgebiet verteilt. Wobei sich der Schulteil 2 mit seiner Lage im Waldgebiet am Ende der Siebenbornstraße besonders heraushebt. Der Schulteil 2 ist überwiegend von schlechtem baulichen Zustand, mit einer großen Entfernung zum Hauptstandort im Palmental sowie einer schlechten logistischen Erschließbarkeit. Insbesondere die Bedingungen für den Sportunterricht sind für die derzeit zirka 180 Schüler kaum zumutbar. Durch die Integration der Schulteile 2 und 3 des Berufsschulzentrums in den Bereich „O1“ sollen die Berufsschulteile konzentriert werden. Gleichzeitig werden die Unterrichtsbedingungen erheblich verbessert. Über die frei werdenden Schulgebäude (insbesondere Schulteil 3 am Nordplatz) soll die Kapazität geschaffen werden, die steigenden Schülerzahlen in Eisenach zukünftig aufnehmen zu können.

Industriedenkmal

 

Beim „O1“ handelt es sich um ein seit über 20 Jahren leer stehendes Gebäude, welches unter Denkmalschutz steht.

Es wurde 1933-34 als Stammwerk der BMW Automobilproduktion am Standort Eisenach als voll unterkellerter dreigeschossiger Stahlskelettsystembau errichtet. In der Mitte befindet sich ein Lichthof, dort ist das Erdgeschoss mit einem Satteldach überspannt. Das Gebäude ist weitgehend frei von Innenwänden, nahezu vollständig entkernt.

Das Industriedenkmal „O1“ liegt im ehemaligen AWE Gelände nördlich des historischen Zentrums.

Historie

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Eisenach die Industrialisierung ein. So wurde 1896 die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet, die ab 1928 zu BMW gehörte und später als Automobilwerk Eisenach den Wartburg baute. Die Tradition des Automobilbaus wurde nach 1990 durch die Adam Opel AG und BMW an modernen Standorten fortgeführt.