Sanierung der Stützmauer am Nilokaitor

Die Bauarbeiten zur Sanierung der Stützmauer am Nikolaitor sind am 5. August 2020 gestartet und werden voraussichtlich im Juni 2021 beendet sein.

 

Zunächst sind in einem Zeitraum von etwa vier Wochen Bohrgeräte aufgestellt worden. Diese Bohrgeräte sollten die Baugrube sichern, die benötigt wird, um die eigentliche Stützwand herzustellen. Als erstes ist eine so genannte Verbauwand fertig gestellt worden. Dazu sind die Bohrpfähle miteinander verbunden und die Zwischenräume zwischen den Pfählen gesichert worden. Im Anschluss ist die jetzige Sandsteinverblendung der Stützmauer abgenommen worden. Die Steine wurden separat bearbeitet, vervollständigt und nicht mehr brauchbare Steine wurden durch neue ersetzt. Als nächstes ist die alte Stützwand abgebrochen und eine neue Stahlbetonwand errichtet worden. Anschließend wird die neue Stahlbetonwand mithilfe von Sandsteinen verblendet, Abdeckpfosten und Geländerpfosten werden gesetzt. Zuletzt wird ein Geländer an der Stützwand befestigt. 


An den Bauarbeiten sind folgende Firmen beteiligt: Preuße & Rätsch GmbH aus Weimar und Fa. Nüthen Restaurierungen GmbH & Co.KGfür aus Erfurt für die Sandsteinarbeiten
Das Planungsbüro ist die Firma IGS Ingenieure GmbH & Co.KG aus Weimar sowie das Planungsbüro für Steinkonservierungen Stephan Scheidemann - Friedrichroda

Kompromisslösung für Stützmauer-Geländer am Nikolaitor

Für das Stützmauer-Geländer am Eisenacher Nikolaitor gibt es eine Kompromisslösung. Das erklärte Bürgermeister Dr. Uwe Möller am 26. März 2021. „In Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden ist es gelungen, nicht nur die Originale an Ort und Stelle zu erhalten, sondern eine Lösung zu finden, um in Kombination mit den neuen Brüstungsgittern ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Es wird kein Industriegeländer geben, sondern eine dem Ensemble entsprechende Gestaltung“, betonte er. Zum historischen und dann restaurierten Geländer kommen notwendige zusätzliche, neue Brüstungsgitter hinzu. Diese Variante entspricht den Anforderungen an die technischen Regelwerke, des Denkmalschutzes sowie der handwerklich korrekten Umsetzbarkeit in Stein und Metall. Die daraus resultierenden Änderungen zur denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis der Stadt liegen den Denkmalbehörden vor und wurden inzwischen bestätigt. Die Arbeiten wurden inzwischen ausgeschrieben. Auch hier bestehen Auflagen aus der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis.

 

Warum gibt es neue Brüstungsfelder?

Weil die Stützwand am Nikolaitor neu gebaut wird, ist der so genannte Bestandsschutz erloschen. Nach den Regeln der Technik sind für Neubauten mehr Brüstungsfelder notwendig. Hätte die Stadt diese neuen Brüstungsfelder nicht mit in die Planung einbezogen, würde das neue Bauwerk die technischen Erfordernisse nicht erfüllen. „Eine Hauptuntersuchung, ähnlich wie eine TÜV-Prüfung des Autos, und die Abnahme nach Fertigstellung hätte das Bauwerk nicht bestanden. Es würde gesperrt werden müssen“, erklärt Möller. Der Spagat bestand darin, eine passende Lösung zu finden, die dem Denkmalschutz genauso wie den Regeln der Technik entspricht. Das ist mit der Kompromisslösung der Fall. Sie ist vom Denkmalschutz, Planern, Ausführenden und der Stadtverwaltung Eisenach geprüft worden. Einbezogen waren Experten der ausführenden Gewerke. Auch eine statische Prüfung wird es geben.

Veränderte Verkehrsführung durch das Tor und in weiteren Straßen

Mit Beginn der Bauarbeiten an der Stützmauer beim Nikolaitor werden der Gehweg und die Fahrbahn direkt neben der Stützmauer voll gesperrt. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis zum Juni 2021. 

 

Das Nikolaitor kann aufgrund der Bauarbeiten nur noch in einer Richtung – vom Karlsplatz in Richtung Bahnhofstraße – befahren werden. Die nördliche Tordurchfahrt aus Richtung Bahnhofstraße ist dann nicht mehr passierbar. Auch von der Wartburgallee kann nicht mehr links zum Karlsplatz abgebogen werden. Der Fahrzeugverkehr aus südlicher und östlicher Richtung (von der Bundesstraße B 19) wird über Bahnhofstraße, Müllerstraße, Schillerstraße und Nicolaistraße zum Karlsplatz umgeleitet. Dafür wurde die Einbahnstraßenregelung in der Nicolaistraße umgekehrt.


Kraftfahrer, die aus der Alexanderstraße kommen, haben dem Verkehr auf der Nicolaistraße Vorfahrt zu gewähren. Für Fußgänger gibt es einen Überweg, der am nördlichen Ende des Grünstreifens über die Fahrspuren des Karlsplatzes in Richtung Lutherdenkmal führt. Wegen der Baumaßnahmen wurde auch die Stolzestraße zur Einbahnstraße erklärt. Der Hintergrund dieser Entscheidung war, dass der Umleitungsverkehr im Zuge der Schließung des Nikolaitors oft nicht richtig abfließen konnte. Diese Regelung hat sich bislang bewährt und wird für die Dauer des geschlossenen Nikolaitors beibehalten.

 

Alle Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die veränderten Verkehrsbedingungen zu beachten.