Tor zur Stadt - Worum geht es?

Beim Tor zur Stadt handelt es sich um ein rund 24.000 Quadratmeter großes Areal der Bahnhofsvorstadt in Eisenach. Auf diesem Gelände soll - so der derzeitige Stand - ein Einkaufszentrum mit 7500 Quadratmetern geplanter Verkaufsfläche und unter anderem einem Lebensmittelanbieter als größtem Mieter gebaut werden. Hinzu kommen rund 500 Parkplätze. Außerdem wird auf dem Areal ein Hotel mit 120 Zimmern und einer Tagungs- und Veranstaltungshalle errichtet. Ziel ist es, die Innenstadt zu bereichern und mit dem Tor zur Stadt eine Trichterfunktion in die Innenstadt zu schaffen. Investor ist die Unternehmensgruppe "May & Co" aus Schleswig-Holstein.

 

Bereits im Vorfeld haben sachkundige Bürger und Architekten innerhalb einer Arbeitsgruppe der Stadt beratend zur Seite gestanden und sich mit dem Projekt auseinandergesetzt.

Die Grundstücke - Altlasten der ehemaligen Farbenfabrik

Auf dem Grundstück, auf dem das Einkaufszentrum gebaut werden soll, befand sich seit 1870 und bis 1967 die Farbenfabrik der Firma Arzberger, Schöpff und Co.. Sie produzierte eine breite Palette von anorganischen Farbpigmenten, bei deren Herstellung nachweislich Arsen, Blei, Chrom, Kupfer und Quecksilber verwendet wurden. Wie sich herausstellte, war das Erdreich der Grundstücke in der Bahnhofstraße erheblich kontaminiert. Sie sind daher seit 1990 im Thüringer Altlastenkataster erfasst.

 

Die Hauptgefahr ging von der im Boden und teilweise bereits im Grundwasser nachgewiesenen Arsen- und Bleibelastung aus. Wer dazu Näheres wissen möchte, kann sich im Umweltamt der Stadt Eisenach, Markt 22, Telefon 03691/670615 melden.

 

Altinvestor Becker hat bereits Sanierungsarbeiten in diesem Bereich durchgeführt. Dafür ist er teilweise vom Land Thüringen frei gestellt worden. Das heißt, dass das Land Thüringen die Kosten für die Beseitung der Altlasten zu 90 Prozent übernommen hat. Bislang hat das Land Thüringen dafür rund acht Millionen Euro ausgegeben. Derzeit ist noch eine Restsanierung und Überwachung von zirka 15 Prozent abzuschließen. 

 

Der neue Investor des Projektes "Tor zur Stadt" - die Unternehmensgruppe "May & Co" aus Schleswig-Holstein - rechnet damit, im Frühjahr 2018 mit der Sanierung der restlichen Altlastenflächen auf dem Areal beginnen zu können. Voraussetzung ist, dass zuvor das Planfeststellungsverfahren für die verkehrliche Erschließung in Kraft getreten sind. Wird dieser Zeitrahmen eingehalten, so der derzeitige Plan des Investors, könnten Hotel und Fachmarkt auf dem Areal "Tor zur Stadt" zum Weihnachtsgeschäft 2019 eröffnet werden.

 

Der gültige Sanierungsbescheid ist unter der Bedingung erteilt worden, dass das Gelände ausschließlich für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Für diese Nutzung sind die Sanierungsziele ausgelegt worden. Eine anderen Nutzung bedeutet, dass zusätzliche Maßnahmen aus bodenschutzrechtlichen Gründen erforderlich sind. "Sensiblere" Nutzungen im Sinne von Wohngebieten und/oder Kinderspielflächen sind nicht gestattet. Jegliche Bebauungspläne, Bauanträge oder sonstige Vorhaben, die vom Sanierungsziel oder der zulässigen gewerblichen Nutzung abweichen, sind daher von der Unteren Bodenschutzbehörde abzulehnen.

 

Jede Umstellung des Sanierungsziels und jede andere Nutzung bedeutet eine neue Beurteilung der Sachlage mit nachfolgenden erforderlichen Maßnahmen (Untersuchungen, Beurteilungen und bauliche Leistungen).