Beeindruckendes Projekt mit klarer Struktur: Berliner Architektenteam gewinnt Planungswettbewerb um neue Sportarena/Schule

Westansicht der Sportarena - dichter Architekturgesellschaft mbH, Berlin – Raoul Kunz; FABRIK°B Architekten, Berlin – Christian Wolff; bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin – Timo Herrmann

Blick auf den Planentwurf der Sportarena - dichter Architekturgesellschaft mbH, Berlin – Raoul Kunz; FABRIK°B Architekten, Berlin – Christian Wolff; bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin – Timo Herrmann

Der Sieger steht seit heute (29. Juni) fest: dichter Architekturgesellschaft mbH, Berlin – Raoul Kunz, FABRIK°B Architekten, Berlin – Christian Wolff und bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin – Timo Herrmann haben den Planungswettbewerb für die Sportarena inklusive Schulstandort auf dem Heinrich-Ehrhardt-Platz gewonnen. Sie belegten mit deutlichem Abstand den ersten Platz. Anstatt das Industriedenkmal O1 grundsätzlich zu konservieren oder zum Original zurückzuführen, wollen sie je nach Erfordernissen Teile erhalten, restaurieren oder durch neue Baustoffe ersetzen. Durch das Miteinander von Schule und Sporthalle füllen sie das Industriedenkmal wieder mit Leben.


„Mit der konsequenten Arbeit gelingt es den Verfassern Geschichte, Bestand und die neuen Anforderungen zu einem beeindruckenden Projekt von großer poetischer Dichte zu entwickeln. Das Projekt kann zudem kraftvoller wie stimulierender Anker für die weitere Entwicklung des Areals werden“, zitierte Oberbürgermeisterin Katja Wolf aus der Jurybegründung. Weiter heißt es: „In einer beeindruckenden Klarheit extrahieren die Verfasser den besonderen Geist dieses industriell historisch geprägten Ortes und entwickeln daraus ein stringentes Konzept von hoher atmosphärischer Dichte.“


Katja Wolf gratulierte dem Siegerteam aus Berlin – dichter Architekturgesellschaft mbH, Berlin – Raoul Kunz; FABRIK°B Architekten, Berlin – Christian Wolff und bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin – Timo Herrmann, das den Planungswettbewerb für die Sportarena inklusive Schulstandort auf dem Heinrich-Ehrhardt-Platz gewonnen hat. „Der Entwurf passt städtebaulich hervorragend in das Areal und verbindet Schule und Sporthalle sehr gut miteinander. Schon anhand der Zeichnungen kann ich mir vorstellen, dort über die offenen und mit Bäumen bepflanzten Plätze zu spazieren und das Gebäude auf mich wirken zu lassen. Der Entwurf wirkt einladend, verbindet alte und neue Elemtente des O1 und überzeugt mit seiner klaren Struktur“, betonte die Oberbürgermeisterin bei der Preisverleihung im Ratssaal des Eisenacher Rathauses. Dabei verriet sie, dass die siebenköpfige Fachjury einstimmig für den Berliner Entwurf votiert hatte. Er landete mit großem Abstand auf dem ersten Platz.

Verfahrensbetreuer Thomas Wittenberg (Büro Wittenberg Architektur, Weimar) stellte den Ablauf des Planungswettbewerbs und des Preisgerichtes vor und erläuterte die Entscheidung für die Preisträger. „Es waren zwölf Wettbewerbsarbeiten eingegangen, die eine große Bandbreite zeigten“, betonte Wittenberg. Die Jury bewertete vor allem die Zuordnung der Funktionen im Gebäude, die Gestaltung des Umfeldes und die Wirtschaftlichkeit des Projektes. „Nach zwei Wertungsrundgängen war die Jury ziemlich schnell vom jetzigen Sieger-Entwurf überzeugt“, fasst der Verfahrensbetreuer zusammen. 


Nach der offiziellen Preisverleihung erläuterten Christian Wolff, Raoul Kunz und Johannes Schulze (bbz landschaftsarchitekten berlin) ihre Arbeit im Foyer der Stadtverwaltung. „Es war sehr interessant zu überlegen, wie ein ganzer Stadtteil damit wieder aktiviert werden kann. Wir wollten einen Ort planen, wo sich Menschen treffen und kommunizieren können“, erläuterte Raoul Kunz.  


„Ein Gebäudekörper - zwei Nutzungen: 


Von der Friedrich-Naumann-Straße aus lädt direkt hinter dem AWE-Torhaus ein großer Vorplatz ein, das Gebäude und die es umgebenden Plätze zu erkunden. Sowohl die Sportarena als auch die Schule sind von dieser Seite aus erreichbar. Beide befinden sich in einem Gebäudekörper, sind aber räumlich und durch eine vertikale Brandwand voneinander getrennt. Im Kellergeschoss sind die Tiefgarage und die Technik untergebracht. Im Erdgeschoss werden Besucher und Zuschauer zunächst durch Eingangsportale mit Kassen geführt, bevor sie in das Gebäudeinnere gelangen. Dort befindet sich die Arena (Abmessungen zirka 70 Meter lang und 55 Meter breit) mit Spielfeld, Lager, Umkleide sowie Fachkabinetten der Schule. Die Halle wird von vier Eckpfeilern gerahmt, in denen sich Sanitärräume, Aufzüge sowie Treppenhäuser befinden. Zwei große Treppen führen ins erste Obergeschoss, wo sich die Tribünenzugänge befinden. Für die Schule sind im ersten Obergeschoss Klassenräume sowie Verwaltungsräume vorgesehen. Das zweite Obergeschoss ist für den zweiten Rang der Sportarena inklusive VIP- und Konferenzräumen vorgesehen. Die Schule wird dort ihre Kabinette und weitere Klassenräume haben. Das dritte Obergeschoss beherbergt die Dachkonstruktion der Sportarena sowie Kabinette und Klassenräume der Schule.


„Markant ist der innere Lichthof im Gebäudeteil der Schule mit nach innen verlagerten Klassenzimmern. Die Räume sind ringförmig um den Lichthof angeordnet. Das sorgt für eine größtmögliche Belichtung“, erläuterte Thomas Wittenberg. Der Architekt aus Weimar betonte, dass mit dem Denkmal sensibel umgegangen wird. In den historischen Rahmen werden zeitgemäße Anlagen eingebaut. So bleibt das Gebäuderaster/Fassadenraster erhalten. Das Denkmal wird aber teilweise entkernt werden müssen, um alle Funktionalitäten ermöglichen und unterbringen zu können. Rund um die Sportarena und Schule laden mehrere mit Bäumen bepflanzte Plätze zum Verweilen ein. Im Osten beispielsweise mit Sonnenbänken ausgestattet. Der Hochwasserschutz wurde ebenfalls berücksichtigt. Eine Sitzkante bildet den Abschluss, bevor ein Hang in Richtung Hörsel abfällt. Eine Tiefgarage und Parkflächen im Außenbereich sind auch geplant.“

 

Die Preisträger:

 

Erster Preis, dotiert mit 66.000 Euro netto:

dichter Architekturgesellschaft mbH, Berlin – Raoul Kunz, FABRIK°B Architekten, Berlin – Christian Wolff, bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin – Timo Herrmann

 

Dritter Preis, dotiert mit 40.000 Euro netto:

Schuster Architekten, Düsseldorf, nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner, Hannover

 

Ein vierter Preis, dotiert mit 13.500 Euro netto:

Schettler Architekten, Weimar – Dr.-Ing. Anke Schettler

 

Ein vierter Preis, dotiert mit 13.500 Euro netto:

Hartmann+Helm Planungsgesellschaft mbH, Weimar – Eckhardt Hartmann, Planungsbüro Rau Landschaftsarchitektur, Weimar – Karl Georg Rau.

 

Hinweis zur Ausstellung:

 

Die Entwürfe der Preisträger werden in der Stadtverwaltung Eisenach im Zeitraum vom 29. Juni bis einschließlich 13. Juli öffentlich ausgestellt. Ausstellungsort ist das Verwaltungsgebäude Markt 2, öffentliche Flure im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss. Die Entwürfe sind jeweils von montags bis mittwochs – 8 bis 18 Uhr, donnerstags – 8 bis 18.30 Uhr und freitags – 8 bis 16 Uhr zu sehen. Geöffnet sein wird das Gebäude auch am Samstag, 7. Juli, von 10 bis 16 Uhr.

Für interessierte Bürger erläutert am Donnerstag, 5. Juli, und am Samstag, 7. Juli, jeweils 11 Uhr, im Markt 2 der Hochbauingenieur Christian Bätzel die ausgestellten Wettbewerbspläne.

 

Wie geht es weiter?

 

Die Stadt Eisenach beabsichtigt den Siegerentwurf umzusetzen und wird hierzu Vergabegespräche durchführen.

Ausführliche Informationen zum Projekt gibt es auf der städtischen Internetseite: eisenach.de - Service - Bauprojekte.