OBERBÜRGERMEISTER IHLING ÄUSSERT SICH ZUM GEPLANTEN PROJEKT „WARTBURG EI“ AUF DEM REITENBERG

Zu den jüngsten Medienberichten über die geplante Legehennen Anlage auf dem Gelände des ehemaligen Milchhofs auf dem Reitenberg sowie zu den teils scharfen Reaktionen in den sozialen Medien nimmt Oberbürgermeister Christoph Ihling wie folgt Stellung: „Zunächst: Die Stadt nimmt die öffentliche Diskussion und die kritischen Rückmeldungen ernst. Mein Anspruch ist, dass Entscheidungen und Verfahren transparent, rechtssicher und unter offener Beteiligung der Bürgerschaft erfolgen. Gleichzeitig ist es wichtig, bei der Beurteilung eines Vorhabens zwischen Tatsachen, Gerüchten und vorläufigen Planungen zu unterscheiden.“ Ihling betonte, dass es sich um ein gemeinsames Unternehmen mit dem jetzigen Betrieb (Inhaber) handelt, welches vor Ort gegründet worden ist – eine lokale Initiative. Nachhaltigkeit und Verbesserung der Umweltbelange spielen bei dem Vorhaben eine wichtige Rolle: so wird beispielsweise vorhandenes Asbest beim Abbruch der Anlage fachgerecht entsorgt.

 

Sachstand und rechtliche Rahmenbedingungen:

Die für die Genehmigung solcher Anlagen zuständige Stelle hat in einer sogenannten Antragskonferenz von dem Vorhaben berührte Behörden über die Planung informiert und um deren erste Einschätzung gebeten. Aktuell liegt dort jedoch kein Genehmigungsantrag vor. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) bestätigt, dass noch kein Antrag eingegangen ist. Eine fachlich fundierte Bewertung des Projektes kann auch durch die Stadtverwaltung erst vorgenommen werden, wenn entsprechend beurteilungsfähige Planungsstände erreicht sind. Technische und immissionsschutzrechtliche Fragen sind Prüfbestandteil des zu führenden Genehmigungsverfahrens. Die in Medienberichten genannten Größenordnungen können erst nach Erreichen der erforderlichen Projektstände im Zuge der tatsächlichen Antragstellung öffentlich kommuniziert werden. 

 

Zu den Vorwürfen mangelnder Transparenz:

„Die Kritik, wesentliche Informationen seien zurückgehalten worden, nehmen wir ernst“, so Ihling. Gleichwohl war der Projektstand aus Sicht der Verwaltung bisher nicht so weit, dass eine belastbare öffentliche Stellungnahme möglich gewesen wäre. Viele Projektanfragen erreichen die Verwaltung, nicht alle realisieren sich. Öffentliche Kommunikation erfolgt in der Regel dann intensiver, wenn Vorhaben konkret werden oder gesetzliche Beteiligungspflichten greifen. Sobald ein Genehmigungsantrag vorliegt oder das Projekt einen Stand erreicht, der verlässliche Aussagen erlaubt, wird die Stadt offen informieren und die gesetzlich vorgesehenen Beteiligungsschritte gewährleisten. „Darüber hinaus wollen wir – soweit rechtlich möglich – frühzeitig erläutern, welche Auswirkungen zu erwarten sind“, so der Oberbürgermeister.

 

Öffentliche Beteiligung und lokale Information:

Ein Termin des Investors zur Vorstellung des Projektes hat am 21. November 2025 stattgefunden. Zu diesem ist der Neukirchener Ortsteilrat eingeladen worden. Die Stadt begrüßt diese Einbindung der lokalen Gremien. Sämtliche gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren zur Bürgerbeteiligung (u. a. im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Verfahrens) werden umgesetzt und transparent begleitet.

 

Chancen und Sorgen abwägen:

Es ist grundsätzlich zu begrüßen, dass für den landwirtschaftlichen Standort Reitenberg ein Interessent gefunden wurde, der den Standort wieder landwirtschaftlich nutzen möchte. Die Schließung ganzer Betriebszweige in den vergangenen Jahren zeigt, wie herausfordernd die Entwicklung für die Landwirtschaft vor Ort ist. Die Revitalisierung von landwirtschaftlichen Flächen trägt zur Sicherung regionaler Wertschöpfung bei. Gleichzeitig sind berechtigte Fragen der Anwohnerinnen und Anwohner zu Emissionen, Verkehr, Tierwohl und Arbeitsplätzen nachvollziehbar. Diese Aspekte werden Teil der fachlichen Prüfung sein und müssen u. a. im immissionsschutzrechtlichen Verfahren beantwortet werden.

 

Ausblick:

Die Stadtverwaltung wird den weiteren Verlauf des Verfahrens aufmerksam begleiten und darauf achten, dass alle Beteiligungs- und Prüfverfahren ordnungsgemäß stattfinden, die Öffentlichkeit informieren, sobald belastbare Planungsunterlagen vorliegen und Aussagen möglich sind. „Ich bitte um Verständnis dafür, dass wir an die Aussagen gebunden sind, die sich aus den konkreten Antragsunterlagen und den fachlichen Prüfungen ergeben. Gleichzeitig versichere ich, dass wir die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und für eine transparente und faire Verfahrensbegleitung sorgen werden“, so Oberbürgermeister Ihling.