Viele Ideen bei der öffentlichen Planungswerkstatt für die künftige Stadtentwicklung – Bürger können sich weiter online beteiligen

Was braucht die Stadt Eisenach, um hier gut leben und arbeiten zu können? Wohnquartiere, Straßen, Plätze, Parks – was muss verändert werden? Was ist wichtig für eine lebendige Innenstadt? Wie können die Stadt- und Ortsteile gestärkt werden, damit das Zusammenleben der Generationen und Kulturen hier auch zukünftig gelingt? Diese und andere Fragen diskutierten gestern (15. November) rund 80 Eisenachern in einer öffentlichen Planungswerkstatt. Dazu hatte die Stadtverwaltung gemeinsam mit der FIRU mbH aus Berlin im Rahmen der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) ins Atrium der Wartburgschule eingeladen.

 

„Sie als Eisenacher Bürger, sind Experten Ihrer eigenen Stadt. Sie wissen, wo der Schuh drückt, was an welchen Stellen ausbaufähig ist, wo Angebote fehlen“, betonte Oberbürgermeisterin Katja Wolf zur Eröffnung. Dazu hatten die Eisenacher zahlreiche Fragen und Ideen, die sie anschließend in vier Arbeitsgruppen (AG) ansprachen. Dabei standen die Stadtumbaugebiete Innenstadt-Georgenvorstadt, Nord-West, Oppenheimstraße und Oststadt im Mittelpunkt. „Der Bahndamm entlang der Friedensstraße müsste in Ordnung gebracht werden“, wünschte sich ein Bürger aus der AG Oststadt. Angesprochen wurden auch mehr Querverbindungen zwischen Gothaer Straße und Rothenhofer Weg sowie ein besseres Anbinden der Rad- und Gehwege an die Innenstadt. Die AG Nord-West hatte Pläne der Wohngebiete Ernst-Thälmann-Straße und Eisenach Nord auf ihrem Tisch. Neben Fragen nach Bauvorhaben im Thälmannviertel gab es auch Ideen für Stadtteilzentren (auch in Eisenach Nord) als kulturelle Treffpunkte oder einen Abenteuerspielplatz auf dem Areal des einstigen Stadions des Friedens. Im Quartier Oppenheimstraße zwischen Bahndamm und Hörsel wünschten sich die Bürger, dass sich auf der alten Industriebrache (FER-Gelände) etwas tut. Aber auch Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn, ein Ärztezentrum und das Gestalten der Grünflächen als Multifunktionsflächen für alle Altersgruppen wurden angesprochen.

 

Weniger Verkehr in der Innenstadt war eine der Hauptpunkte, die in der AG Innenstadt / Georgenvorstadt diskutiert wurden. Ein Bewohner der Nikolaistraße wünschte sich, dass endlich das Verkehrskonzept zum Karlsplatz – so wie bereits von der Verwaltung vorgeschlagen – umgesetzt und die Durchfahrt durch das historische Nikolaitor geschlossen wird. Auf die Wunschliste der Bürger wurde auch aufgenommen, dass die Karl-Marx-Straße ausgebaut und die Brachflächen dort entwickelt werden sollen. Außerdem soll möglichst der Zugang zum Stadtpark von der Innenstadt aus über die stark befahrene Wartburgallee verbessert werden.

 

Bei der abschließenden Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen im Atrium konnten Karsten Wehmann und Julian Boldt von der FIRU einen bunten Strauß an Ideen, Hinweisen und Wünschen präsentieren – und mitnehmen für die weitere Arbeit an der zweiten Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK 2030). Geplant ist, diese Fortschreibung im nächsten Jahr dem Eisenacher Stadtrat zum Beschluss vorzulegen.

 

Worum geht es?

Eisenach hat ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) aufgestellt, um Leitlinien für die Stadtentwicklung festzulegen und wichtige Einzelprojekte zu definieren. Vieles ist bisher erreicht worden, aber es stehen neue Aufgaben an, für die Lösungen gefunden werden sollen. Das Stadtentwicklungskonzept für Eisenach wird momentan zum zweiten Mal fortgeschrieben. Es befindet sich mitten in der Überarbeitung. Im Laufe der vergangenen Monate wurden Stärken und Schwächen der Stadt analysiert und strategische Ziele für die zukünftige Stadtentwicklung festgelegt. Der Blick richtete sich dabei auf vielfältige Themenbereiche wie Wohnen und soziale Infrastruktur, das Zusammenleben der Generationen und der Kulturen, Stadt- und Freiraumgestaltung, Dorf- und Stadtteilentwicklung, Wirtschaft und Einzelhandel, Umwelt und Klimaschutz. In einem nächsten Schritt sollen nun Maßnahmen und konkrete Projekte für die Gesamtstadt, für die vier Stadtumbaugebiete Innenstadt-Georgenvorstadt, Nord-West, Oppenheimstraße und Oststadt und auch die Ortsteile entwickelt werden. Hierbei sind die Bürger weiter gefragt.

 

Online-Bürgerbeteiligung: www.eisenach-mitmachen.de

Die Eisenacher können sich noch bis zum 31. Dezember 2018 an der 2. Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts der Stadt Eisenach (ISEK 2030) beteiligen. Ganz einfach geht das online unter www.eisenach-mitmachen.de. Alle sind zum Mitmachen eingeladen, jede/r kann sich beteiligen und Ideen weitergeben – für die Gesamtstadt oder für einen bestimmten Teil der Stadt. Es geht um Ideen und Anregungen für Maßnahmen und Projekte, die bis zum Jahr 2030 in Eisenach oder in einem Teil der Stadt umgesetzt werden sollten/könnten. Die Anregungen der Bürger werden gesammelt, geprüft und bewertet – und fließen in die Maßnahmenplanung des ISEKs ein. Auf der Internetseite sind auch weiterführende Informationen zum aktuellen Bearbeitungsstand des ISEKs zu finden.