Literatur, Radikalität und Widerstand: Wie schreibt es sich in einer Welt aus den Fugen? Am kommenden Mittwoch, 25. Februar 2026, wird der Lyriker Benjamin Baumann im Rahmen der Reihe „Poesie im Schloss“ aus seinen Werken lesen, insbesondere aus „Kollateralschädel“ (2024). Die Veranstaltung im Salon des Eisenacher Stadtschlosses (Markt 24) beginnt um 19.30 Uhr.
Als Medium grenzüberschreitender Erkenntnis macht Literatur das Fremde als etwas Eigenes erfahrbar. Birgt sie darin einen unablässigen ethischen Anspruch, der in seiner humanitären Verpflichtung radikal sein sollte? Ist der literarische Entwurf des Möglichen widerständig gegenüber der zwingenden Not des Wirklichen? Und ist das Wirkliche gegenwärtig wirklich aus den Fugen? Lässt sich ohne moralisierende Lehrsätze engagiert schreiben, ohne in die Falle ideologischer Banalität zu tappen? Oder ist umgekehrt diese vermeintliche Falle eine Ausrede für fehlenden Mut eines selbstbezüglichen Kulturbetriebs, der es versäumt, die eigenen ethischen Ansprüche deutlicher zu formulieren?
Benjamin Baumann fragt in Lesungen politischer Lyrik und im Austausch mit dem Publikum nach den Regeln der Kunst und ihrem Verhältnis zur Macht, nach der Möglichkeit, radikal zu schreiben, ohne Komplexität aufzugeben und letztlich nach dem eigenen literarischen Standpunkt und einem abseitigen Leben im Widerstand – wogegen eigentlich? Seine Texte bewegen sich an den Schnittstellen von Radikalität, Widerstand und tiefgehender Gesellschaftskritik.
Die Stadt Eisenach dankt der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt für die freundliche Unterstützung.

