SOMMERGEWINN 2026: DREI AUSSTELLUNGEN THEMATISIEREN FRÜHLINGSFEST

Eine Gruppe von Menschen steht neben einer Kutsche oder darin sitzend. Die Kutsche steht in einem Raum.

Versammelt vor der Kutsche (von rechts): Dr. Reinhold Brunner (Fachdienstleiter Museen und Archiv), Oberbürgermeister Christoph Ihling, Leonie Liebetrau (Schneekönigin), Roberto Fink (Herr Winter), Anna-Katharina Hess (Frau Sunna), Torsten Daut und Nicole Päsler von der Sommergewinnszunft.

Ein weißes Kostüm, das den Winter symbolisiert, ist in einer Vitrine ausgestellt. Im Hintergrund stehen Menschen.

Ein Ausstellungsobjekt im Eisenacher Stadtschloss ist das Kostüm von Herrn Winter.

Eine Kirche mit einem nur kleinen Turm, davor eine Straße, eine Wiese und links eine Straßenlaterne

Die Kirche St. Annen am früheren Georgentor © Tino Sieland

Ähnlich wie der Sommergewinn selbst drei Symbole – Hahn, Ei und Brezel – hat, flankieren gleich drei Ausstellungen das Eisenacher Frühlingsfest. Jede von ihnen greift mit einem unterschiedlichen Schwerpunkt das diesjährige Thema des Festumzuges „Bei uns vor dem Georgentor“ auf. So sind in Kooperation zwischen Thüringer Museum Eisenach, der Sommergewinnszunft sowie dem Stadtarchiv zwei Schauen zu sehen: „Winter ade – die Sommergewinnsausstellung im Thüringer Museum“ vom 21. Februar bis 28. März 2026 im Stadtschloss sowie „Bei uns vor dem Georgentor – 800 Jahre St. Annen“ vom 13. März bis 17. Mai in der Predigerkirche. Darüber hinaus wird im Foyer der Wartburg-Sparkasse die Ausstellung „32 Jahre Sanierung Georgenvorstadt – Ein Rückblick“ vom 2. bis 27. März gezeigt. Letztere hat der Fachdienst Stadtplanung der Stadtverwaltung Eisenach konzipiert.

 

„Diese große Bandbreite zeigt das klare Bekenntnis der Stadt Eisenach zum Sommergewinn, der völlig zu Recht seit 2016 zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt“, würdigt Oberbürgermeister Christoph Ihling. Das ehrenamtliche Engagement zur Verwirklichung des Festumzuges sowie des vielfältigen Rahmenprogramms könne gar nicht hoch genug geschätzt werden. „Dieser großartige Einsatz spiegelt sich in allen drei Ausstellungen wider, die jeweils ihren ganz eigenen Blick auf den Festumzug und die Historie der Eisenacher Weststadt richten“, so Ihling weiter. Ein Überblick:

 

„Winter ade – die Sommergewinnsausstellung im Thüringer Museum“ 

vom 21. Februar bis 28. März 2026 im Stadtschloss (Markt 24)

 

„Winter ade“ lautet der Titel eines bekannten deutschen Volks- und Kinderliedes. August von Fallersleben hat darin im Jahr 1835 den Abschied vom Winter und die Vorfreude auf den Frühling beschrieben. Dieses Lied passt sehr gut zum Brauchtum des Sommergewinns. Der Winter als Tod bringende Kraft wird vertrieben und der Leben spendende Sommer herbeigerufen. 

 

Der Brauch des Sommergewinnens stammt aus einer Zeit, zu der man nur zwei Jahreszeiten kannte, nämlich Sommer und Winter. Am Ende des großen Festumzuges findet das Streitgespräch zwischen Frau Sunna und Herrn Winter statt. Symbolisch wird die Strohpuppe verbrannt, das Ende des Winters ist besiegelt. Unter dem Beifall zehntausender Besucher wird der Winter vertrieben.

 

In der diesjährigen Ausstellung werden unter anderem gezeichnete Entwürfe gezeigt, wie der Winter im Festzug dargestellt werden kann. Es gibt Einblicke in die Brauchtumsforschung zum Winteraustreiben sowie Objekte aus dem Fundus des Thüringer Museums. Höhepunkt wird ein großer Schlitten sein, der als Fotopunkt genutzt werden kann. Eine Audiostation ergänzt die Ausstellung. Zu hören ist das traditionelle Streitgespräch sowie ein Interview mit Roberto Fink.

 

Gleichzeitig sagt die Sommergewinnszunft Eisenach e.V. „Winter ade“ zu ihrem langjährigen Darsteller Roberto Fink. Seit 2002 verkörpert Roberto Fink den Winter und musste sich unzählige Male beim Festumzug ausbuhen lassen und sich im Streitgespräch Frau Sunna ergeben.

 

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Eisenacher Stadtschlosses zu besichtigen.

 

 

„Bei uns vor dem Georgentor – 800 Jahre St. Annen“

vom 13. März bis 17. Mai in der Predigerkirche (Predigerplatz 2)

 

Die Kabinettausstellung in der Predigerkirche zeigt eine kleine Auswahl an Exponaten, die mit dem Wirken der heiligen Elisabeth nahe dem Georgentor in Verbindung stehen. Vorwiegend sind es Dokumente und Bilder aus späterer Zeit, die Historie und Legende um St. Annen spiegeln. Die Kirche liegt unmittelbar an der Route des Festzuges des Eisenacher Sommergewinns.

 

Ein bedeutendes Zeugnis karitativen Wirkens der Thüringer Landgräfin Elisabeth ist die ihr zugeschriebene Gründung des Hospitals St. Annen mit zugehöriger Kapelle im Jahr 1226. Hospital und Kapelle befanden sich seinerzeit außerhalb der Stadtmauer und grenzten direkt an das Georgentor. 

 

Nach wechselvoller Geschichte wurde die Annenkirche im 17. Jahrhundert zur Gemeindekirche umgebaut und im 19. Jahrhundert auch zeitweise von der katholischen Gemeinde für Gottesdienste genutzt. Das Annenstift, dessen Haupthaus nach Elisabeth benannt wurde, wird bis heute karitativ genutzt. 

 

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Predigerkirche zu besichtigen. Das begleitende Rahmenprogramm wird noch bekanntgegeben.

 

 

„32 Jahre Sanierung Georgenvorstadt – Ein Rückblick“

vom 2. bis 27. März im Foyer der Wartburg-Sparkasse (Karlstraße 2-4)

 

Die Entwicklung der Georgenvorstadt nach der Wende zeigen eindrückliche Vorher-Nachher-Bilder. 1993 wurde das Sanierungsgebiet Katharinenstraße vom Eisenacher Stadtrat beschlossen. Der Festzug des Sommergewinns führt traditionell durch diese Straße, die nach dem Umzug von Schaustellern in eine Festmeile verwandelt wird.

Die Stadt Eisenach bekannte sich damit zu den Sanierungszielen, die bis heute vorsehen, die historischen, kleinteiligen Parzellen-, Bau- und Nutzungsstrukturen zu erhalten, die Bausubstanz instand zu setzen und zu modernisieren sowie Freiräume und Verkehrsflächen qualitätsvoll zu erneuern. 

In drei Jahrzehnten wurden durch Städtebaufördermittel und Ressourcen privater Eigentümer und der Stadt Eisenach ein Großteil der Sanierungsziele umgesetzt. Städtebaufördermittel in Höhe von etwa elf Millionen Euro flossen in die einzelnen Maßnahmen. 

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Wartburg-Sparkasse zu besichtigen. 

 

 

Die Stadt Eisenach dankt der Sommergewinnszunft Eisenach e.V., der evangelischen Kirchengemeinde St. Annen, der katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth, der Wartburg-Sparkasse sowie Uwe Schmähling für die Unterstützung der einzelnen Ausstellungen.