JD Norman Industries übernimmt REGE Motorenteile

·Erwerberkonzept sieht Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze vor

·REGE als Paradebeispiel für die Branche: Automotive ist sanierbar

Hörselberg-Hainich, 5. Dezember 2017 – Mit voraussichtlicher Wirkung zum Stichtag 1. Januar 2018 übernimmt der Automobilzulieferer JD Norman Industries Inc. mit Sitz in Illinois, USA, das Geschäft der REGE Motorenteile GmbH. Damit ist das internationale Bieterverfahren für das Westthüringer Unternehmen erfolgreich abgeschlossen. „Das Erwerberkonzept sieht den Erhalt der rund 1.000 Arbeitsplätze an Standorten in Thüringen, Hessen und Rumänien vor“, erläutert Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß. Das begrüßt auch der REGE-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Glorius, der sich zudem freut, dass der Käufer aus der Automobilbranche kommt.

Der 1987 gegründete Automobilzulieferer REGE wurde mehrfach verkauft und ist seit Sommer 2015 Teil eines internationalen Unternehmensverbunds: Die Amtek-Group investierte in die REGE Motorenteile GmbH, um ihre internationale Marktstellung im weltweit hart umkämpften Automotive-Sektor zu festigen. Trotz der Zuführung von Kapital, der Durchführung von Personalmaßnahmen und einer insgesamt guten Auftragslage traten Liquiditätsprobleme auf, die sich mit eigenen Mitteln aus dem operativen Geschäft nicht lösen ließen.

Mit Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 26. Januar 2017 wurde Rechtsanwalt Rüdiger Weiß von der Kanzlei WallnerWeiß Insolvenzverwalter Gutachter GbR zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde Weiß zum Insolvenzverwalter. Mitarbeiter, Gläubiger, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner unterstützten eine lückenlose Betriebsfortführung mit viel Engagement – allen voran der eingesetzte Restrukturierungsmanager Jörg Heus von der AMBG – Adiutor Management- und Beratungsgesellschaft. Ziel des Verfahrens war es, unter dem Schutz des Insolvenzrechts den eingeleiteten Restrukturierungsprozess fortzuführen, die anspruchsvolle Lieferkette der Automobilindustrie jederzeit zu sichern und das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren. Aus den zahlreichen Investoren kristallisierten sich vier ernst zu nehmende Bieter heraus, von denen schließlich JD Norman Industries überzeugte.

Ziel: weltweit führender Hersteller von Fahrzeug- und Sonderbauteilen

Die international tätige Unternehmensgruppe mit Sitz in Addison bei Chicago wurde 2004 gegründet. Der Hersteller von Metallbauteilen und -systemen agiert bereits an zehn Standorten in den USA, Mexiko, Kanada und Großbritannien. JD Norman Industries ist führend in der Herstellung technisch hochentwickelter Produkte, darunter Umformteile, zerspanend bearbeitete Bauteile und Gussteile für Automobiltechnik, Industrie- und Transportgüter. In den vergangenen zwölf Jahren hatte der Gründer Justin D. Norman bereits elf Unternehmen erfolgreich in die Gruppe integriert. In seiner Vision wird JD Norman Industries der weltweit führende Hersteller von Fahrzeug- und Sonderbauteilen und die erste Adresse auf dem Markt.

Mit der Übernahme der REGE Motorenteile GmbH macht JD Norman Industries den ersten Schritt auf den europäischen Kontinent. Gehörten bisher bereits beispielsweise General Motors und Ford zu den Kunden, öffnet der neue Standort die Türen zu den großen deutschen Autoherstellern – an erster Stelle zum Marktführer Volkswagen.

Automotive auch heute noch sanierbar

„Es heißt immer, Unternehmen der Automotive-Branche seien bei der derzeitigen Marktlage nicht sanierbar“, sagt Rüdiger Weiß. „REGE ist das beste Gegenbeispiel. Hier haben wir wohl das deutschlandweit größte Verfahren aufgrund eines Fremdantrags seit Inkrafttreten des ESUG, dem Gesetz zur weiteren Erleichterung von Unternehmenssanierungen). Zum Glück ist es uns gelungen, das bereits verlorene Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen und hierdurch die Arbeitsplätze, welche von erheblicher Bedeutung für die Entwicklung der Region sind, nachhaltig und auf Dauer zu sichern.“

 

PM 05.12.2017 RA R. Weiß 7 Erfurt