SOMMERGEWINN 2026: 15.000 ZUSCHAUER FÜLLTEN DIE STRASSEN

Eine als Sonne verkleidete Frau breitet ihre Arme aus und lächelt.

Anna-Katharina Hess strahlte als Frau Sunna.

Mehrere Menschen stehen auf einer Bühne und halten buntes Papier in ihren Händen.

Landtagspräsident Dr. Thadäus König probiert sich im Blütendrehen aus. Mit dabei (von links): Justizministerin Beate Meißner, Ehefrau Franziska König und Oberbürgermeister Christoph Ihling. Dahinter: Parlamentarischer Staatssekretär Christian Hirte und Europaabgeordnete Marion Walsman

Zwei Frauen und ein Mann stehen auf einem Wagen mit Mikros in der Hand. Dahinter viele Menschen.

Die Eisenacher Originale (von links) Hermine, Schorsch und Tante Frieda

Ein als Winter verkleideter Mann und ein Mann im Anzug stehen nebeneinander. Der Winter hält einen Bilderrahmen in der Hand.

Mit großem Dank verabschiedete Oberbürgermeister Christoph Ihling den langjährigen Winter-Darsteller Roberto Fink.

Auf einem Wagen steht ein Modell der Annenkirche. Daneben steht eine Frau in einem Talar (Pfarrerin).

800. Geburtstag: Die Annenkirche mit Pfarrerin Cornelia Biesecke

Ein großer und ein kleiner Germane, dahinter brennt ein Feuer.

Die Germanen verbrannte eine Strohpuppe und besiegelten so das Ende des Winters.

Trotz kühler Temperaturen zog der nunmehr 129. Festumzug des Eisenacher Sommergewinns durch die frühlingshaft geschmückte Stadt. Bedingt durch eine Baustelle war die Route in diesem Jahr etwas länger als sonst. Daher trafen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am heutigen Samstag, 14. März 2026, etwas verspätet auf dem Eisenacher Marktplatz ein. Der Stimmung tat dies indes keinen Abbruch: Etwa 15.000 Gäste aus nah und fern – so die gemeinsame Schätzung der Polizei und der Sommergewinnszunft – säumten die Straßen. Sie jubelten Frau Sunna und allen anderen Darstellerinnen und Darstellern zu und buhten Roberto Fink aus, der nach 25 Jahren zum letzten Mal den hartgesottenen Winter verkörperte.

 

„Nahezu jede Eisenacherin und jeder Eisenacher verbindet persönliche Erinnerungen mit dem Sommergewinn“, sagte Oberbürgermeister Christoph Ihling, der bereits als Kind in einem Eisbären-Kostüm im Gefolge des Winters mitgelaufen ist. „Unser Frühlingsfest verbindet Generationen. Jährlich zieht es zehntausende Gäste in unsere Stadt. Und viele, die längst woanders wohnen, kehren zum Sommergewinn in ihre Heimatstadt zurück.“ Insbesondere dankte er bei einem Empfang der Stadt in der Wartburg-Sparkasse Roberto Fink für sein langjähriges Engagement und überreichte ihm ein persönliches Geschenk. Zudem würdigte das Stadtoberhaupt „Schorsch und Hermine“ (Torsten Daut und Heike Apel-Spengler), die als Stiegker Originale ebenfalls seit 25 Jahren den Sommergewinn verkörpern und – stets in Mundart – Anekdoten aus der Stadtleben zum Besten geben.

 

Identität für ganz Thüringen

„Der Festumzug macht auf eindrucksvolle Weise das große ehrenamtliche Engagement sichtbar, das den Sommergewinn trägt. Dabei denke ich nicht nur an die Festwagen und Darsteller. Allen Helfern, Vereinen und Sponsoren, die im Hintergrund unermüdlich wirken, gilt der Dank in gleicher Weise. Dass der Sommergewinn unbeschwert, fröhlich und sicher gefeiert werden konnte, ist immer eine Gemeinschaftsleistung“, betonte Zunftmeister Torsten Daut.

 

„Der Sommergewinn in Eisenach stiftet Identität für ganz Thüringen. Auf dieses Immaterielle Kulturerbe können Eisenach und der Freistaat mit Recht stolz sein. Hinter dem Erfolg des Sommergewinns steckt der Fleiß und die Tatkraft der vielen Ehrenamtlichen. Ob Darsteller, Blütenfrauen, Ordnungsdienste oder die zahlreichen Kinder und Schüler beim Festumzug: Der Sommergewinn lebt durch seine Akteure und eine große Gemeinschaft. Ein herzlicher Dank geht an Roberto Fink, der dem Sommergewinn über viele Jahre als Winter ein prägendes Gesicht gegeben hat“, hob Dr. Thadäus König, Präsident des Thüringer Landtags, hervor.

 

Neben vielen weiteren Ehrengästen waren auch Beate Meißner, Thüringer Ministerin für Justiz, Migration und Verbraucherschutz, die Europaabgeordnete Marion Walsman und Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, gekommen. Aus den Partnerstädten Marburg, Sárospatak (Ungarn) und Waverly (USA) waren ebenfalls Gäste angereist. Die Freundschaftsstadt Stavenhagen schickte eine Delegation.

 

Nahezu 100 Attraktionen

Der Festzug hatte mit 96 Positionen seine gewohnte Länge. Traditionell werden viele Wagen von Pferden gezogen, erstmals war ein Ziegengespann mit acht Ziegen dabei. Weiterhin zogen zwei Eselgespanne zwei Festwagen. Der Festzug stand unter dem Motto „Bei uns vor dem Georgentor“. Das Georgentor war eines von fünf Stadttoren im Westen der Stadt. Die via regia als bedeutende Handelsstraße verlief durch die heutige Katharinenstraße. Das Thema des Festzuges zeigt auf vielfältige Art und Weise einen Teil Eisenacher Stadtgeschichte. So wurde beispielsweise die Annenkirche im Jahr 1226 erstmals erwähnt. Ihr 800-jähriges Bestehen wurde mit einem eigenen Festwagen gewürdigt. 

 

Neben etlichen anderen Schulen war die Sommergewinnsschule – die Regelschule Geschwister-Scholl und frühere Katharinenschule – allein mit 100 Kindern am Festumzug beteiligt. Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums „Pestalozzischule“ liefen in ihrer eindrucksvollen Raupenformation ebenso mit wie die Kinder des Förderzentrums „Johannes Falk“ (Blumenkorb) und Menschen mit Behinderungen der Begegnungsstätte „Treff 3“ der Diako Thüringen (die Blumenwecker). Dies zeigt die verbindende Wirkung des Eisenacher Sommergewinns, wie auch das Mitwirken der Volkstanzgruppe Bodrog aus der ungarischen Partnerstadt Sárospatak, dem Geburtsort der heiligen Elisabeth. 

 

Höhepunkt des Festumzuges war das traditionelle Streitgespräch am Ende des Festzuges auf dem Marktplatz. Frau Sunna, verkörpert von Anna-Katharina Hess, zwang den Winter unter lautem Applaus des Publikums verbal in die Knie. Anschließend verbrannten die Germanen eine Strohpuppe und besiegelten so das symbolische Ende der kalten Jahreszeit. Drei medizinische Einsätze gab es während des Festumzuges. Oberbürgermeister Christoph Ihling dankt allen ehrenamtlichen Helfern und Kameraden herzlich für ihre Präsenz und Professionalität.

 

Am Sonntag, 15. März, findet um 10.30 Uhr der Festgottesdienst in der Annenkirche statt. Um 19 Uhr geht das Festwochenende mit dem traditionellen Feuerradrollen oberhalb der Straße Wolfgang zu Ende. Der Rummel und das Volksfest auf dem Festplatz Spicke dauern indes noch an. Auch die drei Ausstellungen zum Sommergewinn können weiterhin besichtigt werden. 

 

 

Der Eisenacher Sommergewinn in Zahlen

 

Etwa 500.000 Blüten aus Krepppapier drehen die Eisenacher Blütenfrauen und andere Helferinnen und Helfer in monatelanger Fleißarbeit.

 

Rund 7000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit liegen hinter den Mitgliedern und Freiwilligen der Sommergewinnszunft. Unter anderem bauten sie viele Wagen für den diesjährigen Festumzug neu.

 

1200 Mitwirkende gestalteten allein den Festzug. 

 

45 Laufgruppen waren im Festumzug dabei.

 

33 Festwagen und 

 

10 Musikkapellen beteiligten sich ebenfalls.

 

 

 

Bilder vom Festumzug

Informationen zu Rummel und Volksfest

Ausstellungen zum Sommergewinn