AUSBLICK EISENACHER SPORTSTÄTTEN: „STÜCK FÜR STÜCK REALISTISCHE ZIELE ANGEHEN UND UMSETZEN“

Planskizze von neuem Anbau

Abbildung des geplanten neuen Sozialtraktes Goethehalle / Copyright Plewka Architekten

Oberbürgermeisterin Katja Wolf diskutierte gestern (9. Januar) mit den Sportvereinen über die Situation der Sportstätten in der Wartburgstadt. Stadt und Vereine bleiben im Dialog. Ziel sind verbesserte Rahmenbedingungen für den Vereins- und Schul- sowie den Freizeitsport. In diesem Jahr sind deshalb zahlreiche große und kleine Projekte geplant.

Rund 2,14 Millionen Euro hat die Stadt Eisenach in den Jahren 2013 bis 2019 in die Sportstätten investiert. Hierzu gehören die Kegelbahn, das Wartburgstadion, die Werner-Aßmann-Halle, die Goethehalle, die Werner-Seelenbinder-Halle, die Jahnhalle, Sportplätze, die Petersberghalle und zehn Schulturnhallen. Diese Zahl sollte gestern (9. Januar) den Vertretern der Eisenacher Sportvereine deutlich machen, dass sich in der Stadt trotz klammer Kassen durchaus etwas bewegt hat. So erhielt zum Beispiel die Aßmann-Halle neue Wasser-und Abwasserrohrleitungen, der Sportboden an den Querseiten hinter den Toren wurde erneuert, an der Medizinischen Fachschule entstand eine Außensportanlage für Schulen und die Bevölkerung, die Beleuchtung in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule wurde erneuert, seit Dezember hat die Stadt einen neuen Kunstrasenplatz. Für das Jahr 2020 sind weitere Großprojekte geplant (siehe Infos unten).

 

Realistische Lösungen finden
Im Dialog mit den Vertretern der Eisenacher Sportvereine machte Oberbürgermeisterin Katja Wolf deutlich: „Wir sind dabei, realistische Lösungen zu finden. Realistisch ist, eins nach dem anderen abzuarbeiten und einen Schritt nach dem anderen zu machen.“ Damit bezog sie sich auf die von Vereinsvertretern geäußerten Hinweise, städtische Planungen würden zu lange dauern, es fehle an Hallenfläche und es würde dringend eine neue Halle gebraucht. Volker Schrader (Präsident des Kreissportbundes) wünschte sich eine bessere Kommunikation zwischen Stadt und Vereinen. Er sagte: „Die Stimmung innerhalb der Vereine ist so, dass wir eine Dreifelderhalle brauchen. Es herrscht Unmut, dass es mit der Hallenplanung nicht vorankommt.“ Katja Wolf sagte zu, dass nach der Genehmigung des städtischen Haushaltes 2020 umgehend ein Treffen mit den Sportvereinen stattfinden wird. Dann soll über den aktuellen Stand O1 (Neubau Sporthalle) sowie die im Haushalt enthaltenen Projekte, die sich auf die Sportstätten beziehen, gesprochen werden. Der geplante Sporthallenbau „O1“ auf dem Erhardt-Platz beschäftigt die Vereine – explizit die aus ihrer Sicht zu lange Dauer und mangelnde Finanzierung des Bauprojektes. Dem trat Katja Wolf entgegen. Sie warb um Verständnis, dass öffentliche Bauprojekte Zeit in Anspruch nehmen. „Ich verstehe ihren Frust über die lange Dauer. Wir erwarten in Kürze den Variantenvergleich und wollen das Projekt möglichst vereinfachen“, sagte sie. Das würde eine Trennung der bisher geplanten Projekte in einen separaten Sporthallenbau (Verantwortungsbereich Stadt Eisenach) und einen separaten Berufsschulbau (nach der Fusion im Verantwortungsbereich des Wartburgkreises) bedeuten. Eine Finanzierung wäre dann leichter zu stemmen.

 

Michael Schneider (Vorstand SV Wartburgstadt) wies auf das Problem der Quantität der Eisenacher Sportstätten hin. Er bemängelte, dass weitere Hallenfläche schwindet und Sportlern nicht zur Verfügung steht, wenn Hallen saniert werden und beispielsweise die neue Sporthalle an der Mosewaldschule noch gar nicht gebaut sei. Claus Zuschlag (Abteilungsleiter Gebäudemanagement, Amt für Tiefbau und Grünflächen) hatte zuvor erläutert, dass an die Jahnhalle ein Sozialtrakt angebaut werden soll (Baubeginn voraussichtlich im dritten Quartal 2020). Wenn der Sozialtrakt an die Halle angebunden werden muss (Verlegen von Leitungen usw.), muss die Jahnhalle eventuell 2021 kurzfristig in den Ferien geschlossen werden. Katja Wolf wies darauf hin, dass die Halle nur für zwei bis drei Monate geschlossen werden muss. „Die Sportler müssen in diesen sauren Apfel beißen. Anders geht es nicht, sonst können wir nicht sanieren“, erklärte sie. An weiteren Lösungen wird innerhalb der Verwaltung ebenfalls engagiert gearbeitet. Das betrifft unter anderem die Mängelbücher, die in den Hallen auslegen. Dort können Vereine zum Beispiel eintragen, wenn sie Schäden an und in der Sporthalle bemerken. Aufgrund knapper personeller Ressourcen können die Bücher nicht ausgewertet werden. Damit Hinweise nicht unbemerkt bleiben, sollen sich die Vereine künftig bitte direkt an die Verwaltung wenden. Angegangen wird auch die mangelhafte Reinigung der Sporthallen. Die Verwaltung hat außerdem interne Zuständigkeiten neu geregelt. Das bedeutet, dass möglichst viele Reparaturen in den Sporthallen von städtischen Mitarbeitern des Amtes für Tiefbau und Grünflächen erledigt werden können. 


 
Ausblick auf Planungen im Jahr 2020:
Für das Jahr 2020 sind mehrere Maßnahmen geplant. Unter anderem in der Werner-Aßmann-Halle. Dort soll eine Prallwandanalge eingebaut werden (rund 100.000 Euro), eine Komplettsanierung der Halle (rund 6,3 Millionen Euro kosten) ist in den kommenden Jahren geplant. In der Werner-Seelenbinder-Halle soll der Parkettboden erneuert werden (rund 50.000-60.000 Euro). Es sind Haushaltsmittel für die Sanierung der Umkleidebereiche angemeldet worden. Noch im Jahr 2020 (3. Quartal) wird voraussichtlich Baubeginn des Anbaus an die Jahnhalle sein. Dort soll ein neuer Sozialtrakt entstehen. Im ersten Quartal soll der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss „Anbau einer Einfeldhalle an die Goethehalle“ fassen. Mittel für die Beauftragung bis zur Leistungsphase 3 stehen aus Ausgaberesten des letzten Haushaltes zur Verfügung. Die Schulen sind in der Planung ebenfalls berücksichtigt worden. Die Komplettsanierung der Sporthalle Mosewaldschule wird ebenso berücksichtigt wie das Erstellen einer Machbarkeitsstudie im Hinblick auf die Erweiterung oder einen Neubau einer Sporthalle an der Wartburgschule. Hinzu kommen der Bau einer Crossfitstrecke auf dem Sportparkgelände, die Modernisierung eines Hartplatzes zu einem Allwetterplatz auf dem Sportparkgelände Katzenaue sowie die Dachsanierung der Kegelbahn. Sämtliche Mittel sind von der Verwaltung im Haushalt 2020 angemeldet. Letztendlich beschließt der Eisenacher Stadtrat den Haushalt.