Zum offiziellen Europatag der Europäischen Union (EU) richtete die Stadt Eisenach ein Europafest auf dem Marktplatz aus. Das Ziel: Die EU möglichst greifbar für Bürgerinnen und Bürger machen, gerade für junge Menschen. Mit Partnern wie dem Sportbund Eisenach, mehreren Schulen sowie dem Jugendbeirat und vielen anderen mehr wurde erlebbar, was sich sonst oft hinter bürokratischen Formulierungen versteckt. So war ein Höhepunkt beispielsweise, dass die neue Wartburgarena O1 mit VR-Brillen in 3D angeschaut werden konnte. Auch in dieses lokale Großprojekt fließt unter anderem viel Geld der EU.
Da am 9. Mai ebenfalls der Tag der Städtebauförderung gefeiert wird, stand dieses Thema ebenfalls im Mittelpunkt – schon beim Europafest und ab 12 Uhr auch in der Gedenkstätte „Goldener Löwe“ in der Marienstraße. Hier wurde 1869 der Gründungskongress der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (heutige SPD) eröffnet. Das Gebäude gilt als authentischer Ort der Demokratiegeschichte und wird zusammen mit dem benachbarten „Platz am Denkmal der deutschen Arbeiterbewegung" als Nationales Projekt des Städtebaus derzeit mit Mitteln des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen saniert beziehungsweise komplett erneuert.
Europahymne und politische Prominenz
„In Europa wächst Stück für Stück gelebte Zugehörigkeit. Ein Gemeinschaftsgefühl und das Wissen: Uns einen nicht nur Werte, wirtschaftliche Interessen und eine gemeinsame Kulturgeschichte. Die Europäische Union bündelt den politischen Willen, aktiv eine gute und friedliche Zukunft zu gestalten. Diese Botschaft muss zu den Menschen“, macht Oberbürgermeister Christoph Ihling das Anliegen deutlich. Bürgermeister Steffen Liebendörfer ergänzt: „Wie viel Europa in einem einzigen Fördermittelantrag steckt, ist vielen Bürgerinnen und Bürgern gar nicht klar. Deshalb wollen wir mit diesem Fest die unterschiedlichen Facetten der Europäischen Union zeigen.“
Zur Eröffnung des Europatags sangen der Chor der Jakob-Schule und der ukrainische Chor „Rasom“ gemeinsam die Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunken“. Anschließend schnitten der Oberbürgermeister und die Ehrenamtliche Beigeordnete Heike Apel-Spengler die Europa-Torte an. Diese hatte das Stadtteilzentrum ThINKA aus der Eisenacher Oststadt spendiert. Das dortige Beratungsangebot fördert die EU übrigens ebenfalls. Als Ehrengäste begrüßte Christoph Ihling die Europaabgeordnete Marion Walsmann, den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr Christian Hirte, die Landtagsabgeordnete Ulrike Jary und Landrat Dr. Michael Brodführer. Zuvor hatte eine Podiumsdiskussion aktuelle Herausforderungen des Städtebaus alltagsnah thematisiert.
Europäische Persönlichkeiten und Fairtrade
Das Europäische Informationszentrum der Thüringer Staatskanzlei unter der Leitung von Andreas Spieß verteilte Informationsmaterial. Das Stadtarchiv zeigte eine Ausstellung mit europäischen Persönlichkeiten – angefangen von der heiligen Elisabeth über Maria Pawlowna, Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, bis hin zu Helene von Orléon, die von 1848 bis 1857 in Eisenach lebte und zur ersten Ehrenbürgerin der Stadt Eisenach ernannt wurde. Das Wartburgradio sendete live vom Fest. Zahlreiche weitere Partner (siehe unten) präsentierten sich mit etlichen Mitmach-Angeboten. Zum ersten Mal wurden die neuen Mehrwegbecher der Stadt Eisenach bei einer Veranstaltung eingesetzt.
Da am 9. Mai gleichzeitig der Weltladen-Tag gefeiert wird, beteiligt sich zudem der Eine-Welt-Verein zusammen mit dem „Markt der Völker”. Es wurde fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt, der Eisenacher Weltladen war geöffnet. Unter dem Motto „Fair fruchtet“ wies der Verein auf die ungleiche Verteilung von Gewinnen beim Handel mit Südfrüchten hin. Als beliebtes Fotomotiv und Ruheort diente die Sitzbank „Grünes Herz“. Diese hatte freundlicherweise das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum zur Verfügung gestellt.
Beteiligte Partner: Fanfarenzug Eisenach, Sportbund Eisenach, Goetheschule, Jakobschule, Mosewaldschule, Jugendbeirat der Stadt Eisenach, Diakonisches Bildungsinstitut „Johannes Falk“ mit dem Projekt „Inklusion und Teilhabe“, das Thüringer Landestheater, die Gedenkstätte „Goldener Löwe“ sowie die August-Bebel-Gesellschaft, das Europäische Informationszentrum der Thüringer Staatskanzlei, das Polizeiorchester Thüringen, „Tanztiger“ des Wartburg-Ensembles sowie die Akrobaten des SV Wartburgstadt, der Bürgertreff Mittendrin, der Markt der Völker sowie der Eine Welt Verein Eisenach, das Wartburgradio 96,5, der Verein Zusammen-Leben-Gestalten und die Naturfreunde Thüringen (beides ThINKA-Projekte), die Verbraucherzentrale, die Kinder- und Jugendkunstschule Wartburgkreis, die ukrainische Gemeinschaft mit dem Chor „Rasom“, die Familienberatung der AWO, die Medienmentoren des Seniorenbeirates und die lokale „Partnerschaft für Demokratie“ Eisenach und Wutha-Farnroda







