Zum Internationalen Tag der Provenienzforschung am Mittwoch, 8. April, laden Michael Kunze, Restaurator des Thüringer Museums Eisenach, und Julia Kretzschmann, freie Wissenschaftlerin im Auftrag der Stadt Eisenach, zu einer besonderen Führung durch die Curt-Elschner-Galerie ein. Provenienzforschung untersucht die Eigentümergeschichte von Kulturgütern. Sie klärt, wem ein Objekt gehörte, wie es den Besitzer wechselte und ob es unrechtmäßig entzogen wurde.
Im Mittelpunkt der Führung steht die bewegte Geschichte der Elschner-Kunststiftung, die in der DDR aufgelöst wurde und in den 1990er Jahren erfolgreich wiederbelebt werden konnte. Anhand ausgewählter Werke erzählen Kunze und Kretzschmann von überraschenden Wegen, Brüchen und Wendepunkten: von Bildern, die ein javanischer Prinz malte, dessen Werke heute unter anderem im Buckingham Palace hängen. Oder von einem Gemälde, das lange als Werk Franz von Defreggers galt und durch den Staatlichen Kunsthandel der DDR gewinnbringend verkauft werden sollte – bis sich herausstellte, dass es sich um eine Fälschung handelt und es so bis heute im Bestand der Curt-Elschner-Galerie verblieb.
Die Führung steht unter der Überschrift „Geschenkt, getauscht, verkauft: Die Provenienzgeschichte(n) der Curt-Elschner-Galerie“ und wird am 8. April zu zwei Uhrzeiten angeboten: 12 und 17 Uhr. Es gilt der reguläre Museumseintritt von vier Euro (ermäßigt zwei Euro).


