„Widerstand – Hörgeschichten aus Thüringen von 1939 bis 1945“: Unter diesem Namen haben die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus ein neues Geschichtsprojekt ins Leben gerufen. Die technische Umsetzung erfolge über eine Agentur aus Weimar. Seit Kurzem ist das Projekt landesweit öffentlich zugänglich.
Dabei handelt es sich um zwölf Hörgeschichten aus verschiedenen Orten Thüringens, die von widerständigem Handeln, Solidarität und Mitmenschlichkeit während des Zweiten Weltkrieges erzählen. Die Geschichten beleuchten insbesondere die Beziehungen zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen sowie KZ-Häftlingen und machen lokale Geschichte im heutigen Alltag erfahrbar. Ergänzt wird das Projekt durch künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum, entwickelt von der Weimarer Künstlerin Anke Heelemann.
Zwangsarbeiter berichten aus ihrer Zeit in Eisenach
Hörgeschichten sind aus verschiedenen Städten vertreten, darunter aus Eisenach, Apolda und Gotha. So berichten mehrere französische Zwangsarbeiter über ihre Arbeit im städtischen Gaswerk, bei Max Müller und bei BMW in Eisenach.
Die Geschichten können per QR-Code auf dem Smartphone oder hier abgerufen werden. Neben dem Streaming gibt es eine begleitende Installation im Museum “Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ in Weimar, Boris-Romantschenko-Saal). Diese Installation ist noch bis zum 18. Oktober 2026 zu sehen.
Jugendeinrichtungen und Regelschulen sind beteiligt
Eisenacher Jugendeinrichtungen wie die „Alte Posthalterei“ und das „East End“ und alle weiterführenden Schulen beteiligen sich an dem Geschichtsprojekt, indem sie die QR-Code-Aufkleber in ihren Räumlichkeiten verteilen und somit auf das Projekt aufmerksam machen.
Dazu gehört die Geschwister-Scholl-Schule in der Eisenacher Katharinenstraße. "Wir unterstützen das Projekt sehr gern, da das Thema eng mit unseren Namensgebern verbunden ist", sagte Nicole Wagner, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl hatten im Zweiten Weltkrieg Flutblätter verteilt, um die Bevölkerung zum Widerstand gegen das Nazi-Regime aufzurufen. Sie sind im Februar 1943 hingerichtet worden.



