VEREINBARUNG UNTERZEICHNET: MUSLIMISCHES GRABFELD SOLL AUF FRIEDHOF ENTSTEHEN

Zwei Männer sitzen an einem Tisch. Vor ihnen liegen Vertragsunterlagen, die sie gerade unterschreiben.

Bürgermeister Christoph Ihling (links) und Soufiane Touibi, Vorstandsvorsitzender des islamischen Kulturzentrums, unterzeichnen die Nutzungsvereinbarung für ein muslimisches Grabfeld.

Wie können Eisenacher Bürger*innen muslimischen Glaubens ihren religiösen Vorstellungen entsprechend bestattet werden? Diese Frage haben das islamische Kulturzentrum sowie der Ausländerbeirat der Stadt Eisenach vor einiger Zeit an die Stadtverwaltung herangetragen. Nun gibt es erste konkrete Entwicklungen.

 

Am heutigen Donnerstag, 19. Januar, unterzeichnete Bürgermeister Christoph Ihling gemeinsam mit dem Vorstand des islamischen Kulturzentrums eine Vereinbarung, welche islamische Bestattungen künftig auf dem Eisenacher Hauptfriedhof ermöglichen sollen. „Alle Menschen, ganz gleich welchen Glauben sie praktizieren, müssen ein Anrecht auf eine Bestattung haben, die ihrer Religion gerecht wird. Ein erster Schritt dafür ist heute getan, damit muslimische Bürgerinnen und Bürger in Eisenach zukünftig die Möglichkeit einer würdevollen Beerdigung erhalten. Dafür hat sich die muslimische Gemeinschaft bewegt und einige Kompromisse ermöglicht“, sagt Christoph Ihling.

 

In der Nutzungsvereinbarung werden Festlegungen für die Bestattungen von Menschen mit muslimischem Glauben getroffen. Die Bestattungen sollen nur für Eisenacher*innen möglich sein. Muslimische Gräber werden beispielsweise Richtung Mekka ausgerichtet (132 Grad nach Südosten) und die Bestattungen erfolgen entsprechend der hiesigen Gepflogenheiten im Sarg. Dabei gelten die einschlägigen Vorschriften, insbesondere das Thüringer Bestattungsgesetz, die Friedhofssatzung der Stadt Eisenach und die Friedhofsgebührensatzung.

 

Die Nutzungsregeln wurden mit dem Gestaltungsbeirat „Friedhöfe der Stadt Eisenach“, dem Islambeauftragten des Bistums Erfurt a. D. Hubertus Staudacher sowie dem islamischen Kulturzentrum abgestimmt. Im Vorfeld hatte sich eine Arbeitsgruppe zum Thema gebildet. Die unterzeichnete Vereinbarung soll für eine baldige Umsetzung des muslimischen Grabfeldes sorgen. In Betrieb könnte die Anlage voraussichtlich Ende 2024 genommen werden.

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Ulrike Müller

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