Auf einer 86 Hektar großen Fläche nördlich von Stockhausen soll ein Rechenzentrum entstehen. Das sorgt für kontroverse Diskussionen. Oberbürgermeister Christoph Ihling befürwortet das Projekt. Er sieht sich angesichts des Abbaus von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie in der Pflicht, eine neue Wachstumsbranche in der Stadt Eisenach anzusiedeln. Deutschland braucht Speicherkapazitäten für cloudbasierte Dienstleistungen, mehr Datensicherheit und Unabhängigkeit von ausländischen Anbietern. Deshalb soll auf der derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Fläche ein Blue Future Technologiegebiet entwickelt werden. Wichtig zu wissen: Nicht die gesamte Fläche soll mit einem Rechenzentrum bebaut werden. Vorgesehen sind Ausgleichsmaßnahmen wie Grünflächen, Baumpflanzungen, Teiche und Erschließung (Straßen zur Anbindung). Ein privater Flächenentwickler möchte eine Milliarde Euro investieren und anschließend an einen Investor verkaufen. Die Rede ist von bis zu rund 150 Arbeitsplätzen.
„Auch wenn die regionale Wertschätzung mit dem Automobilbau von früher nicht vergleichbar ist, stellt sich die Stadt mit einem solchen Projekt wirtschaftlich breiter auf und schafft Perspektiven für die Zukunft“, zeigt sich der Oberbürgermeister überzeugt. „Wir wollen die höchsten Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und die Hinweise der Anwohner miteinbeziehen“, so Christoph Ihling. Er trifft die Entscheidung über die Ansiedlung nicht allein. Die Ortsteilräte sind ebenso einbezogen wie die Stadträtinnen und Stadträte sowie Bürgerinnen und Bürger. Zum Thema haben bereits eine öffentliche Einwohnerversammlung in Stockhausen und eine Informationsveranstaltung in Neukirchen stattgefunden. Hier konnten die Anwohner ihre Fragen stellen. Die Entscheidung, ob ein Bebauungsplan für das Gebiet aufgestellt und ein städtebaulicher Vertrag mit dem Flächenentwickler geschlossen wird, trifft letztlich der Eisenacher Stadtrat. Der Oberbürgermeister strebt an, dass noch im ersten Halbjahr dieses Jahres eine Beschlussfassung erfolgt. Gleichzeitig lädt er Bürger und Stadträte ein, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Auf der städtischen Webseite sind alle Informationen übersichtlich aufbereitet. Zu finden ist diese unter www.eisenach.de/blue-future

