AN GEWÄSSERN: FÜTTERN IST NICHT ERLAUBT

Mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings suchen Einheimische und Touristen Erholung in den Grünanlagen der Stadt Eisenach, so auch am Prinzenteich und an anderen Gewässern. Leider wird immer wieder festgestellt, dass das Fütterungsverbot an Gewässern nicht eingehalten wird. Die Stadt weist daher noch einmal dringend darauf hin, das Füttern zu unterlassen. Hintergrund ist insbesondere die Ausbreitung der Population der Nilgans.

 

Was bedeutet die Nilgans für heimische Tierarten?

Die Nilgans ist eine invasive Tierart. Das bedeutet: Sie hat sich außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets angesiedelt und in der neuen Umgebung in Deutschland erfolgreich vermehrt. Der Bestand breitet sich schnell aus, weil die Nilgans keine natürlichen Feinde hat. Sie stellt aber eine Gefahr für die einheimischen Stockenten dar. Deren Gelege werden zerstört, Jungtiere werden angegriffen. Zum Teil sind am Prinzenteich schreckliche Szenen beobachtet worden.

 

Die unkontrollierte Ausbreitung der Nilgans führt zum Rückgang der Population einheimischer Wasservögel, was Auswirkungen auf das biologische Gleichgewicht von Gewässern haben kann. Der Wuchs von Wasserpflanzen könnte aus dem Ruder geraten, wenn es keine Vögel mehr gibt, die im flachen Gewässer am Grund nach Nahrung suchen. Das aufwändige Abmähen von schwimmenden Blattpflanzen wie Laichkraut ist aber keine Option – es wäre ein unverhältnismäßiger Eingriff in dieses Gleichgewicht.

 

Worin liegt das Problem für Parks, Teiche und Freibäder?

Das Verhalten von Nilgänsen kann, vor allem während der Brutphase, aggressive Züge annehmen. Zudem sorgen die Tiere für massive Verschmutzung, da sie täglich etwa ein Drittel ihres Körpergewichts an Nahrung aufnehmen. Um flugfähig zu bleiben, setzt die Nilgans alle drei bis vier Minuten Kot ab – etwa 170-mal am Tag und das nie im Wasser, sondern immer auf Wegen und Rasenflächen. Bei Regen wird diese Nährstofffracht zum Teil in die Gewässer gespült, was besonders in Sommermonaten zu einer Überdüngung der Teiche führt. Das daraus resultierende verstärkte Algenwachstum stellt eine Gefahr für die Gewässerökologie dar.

 

In Vorjahren ist es dem Team Grünflächen der Stadtverwaltung gelungen, den Nilgänsen den Prinzenteich so ungemütlich zu machen, dass sie sich freiwillig einen anderen Platz gesucht haben. Der Fachbegriff dafür lautet Vergrämung. Aber alle Vergrämungsversuche der Stadt laufen ins Leere, wenn das Fütterungsverbot missachtet wird und sich die Nilgans durch das zusätzliche Nahrungsangebot weiter vermehren kann. Daher lautet die Bitte: nicht füttern!