FEIERLICHE GRUNDSTEINLEGUNG FÜR DIE WARTBURGARENA O1

Zwei Männer und eine Frau bei der Fördermittelübergabe.

Europaabgeordnete Marion Walsmann, Oberbürgermeister Christoph Ihling und Thüringens Minister Steffen Schütz bei der Übergabe des Fördermittelbescheids für die Wartburgarena.

Oberbürgermeister Christoph Ihling begrüßt zahlreiche Gäste zur Grundsteinlegung am O1.

Oberbürgermeister Christoph Ihling begrüßt zahlreiche Gäste zur Grundsteinlegung am O1.

Ein Mann legt einen Handball mit Unterschriften in die Zeitkapsel.

ThSV-Präsident Shpetim Alaj legt einen Handball mit den Unterschriften der aktuellen Erstliga-Handballspieler und einen Fanschal in die Zeitkapsel.

Zwei Männer versenken die Zeitkapsel im Fundament.

Oberbürgermeister Christoph Ihling und Polier Maik Ziegler versenken die Zeitkapsel im Fundament.

Gäste testen die VR-Brillen.

Mittels VR-Brillen ist ein virtueller Rundgang durch die neue Wartburgarena möglich.

Oberbürgermeister Christoph Ihling begrüßt die Ehrengäste.

Ein Foto zur Erinnerung mit allen Ehrengästen der Grundsteinlegung.

Die Grundsteinlegung für die Wartburgarena im Industriedenkmal O1 ist am Europatag, 9. Mai, vollzogen worden. Daran haben der Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Christian Hirte, und die Abgeordnete des Europaparlaments, Marion Walsmann, teilgenommen. Weiter konnte Eisenachs Oberbürgermeister Christoph Ihling den Vizelandrat des Wartburgkreises, Udo Schilling, die Landtagsabgeordnete Ulrike Jary und den Präsidenten des ThSV Eisenach, Shpetim Alaj, begrüßen.

 

Christoph Ihling erinnerte an die wechselvolle Geschichte des Automobilstandorts Eisenach, angefangen beim „Schwarzen Freitag“ 1929, dem aber als positive Entwicklung die BMW-Automobilproduktion folgte über das Kriegsende 1945, die Demontage des damaligen Rüstungsbetriebs und den Wiederaufbau des Automobilwerks bis zum 10. April 1991, an dem der letzte Wartburg vom Band gelaufen ist. Trotz vieler Niederlagen habe es immer auch Zuversicht gegeben. Die neue Wartburgarena stehe für diese Zuversicht, ebenso für die Geschichte inmitten von Deutschland und Europa. „Ich bin froh, endlich mit Ihnen hier stehen zu können“, erinnerte Ihling an so manche Hürde, die zu überwinden war und ist.

 

Festredner loben das Großprojekt

Bundes-Staatssekretär Christian Hirte nahm ebenfalls Bezug auf die Industriegeschichte von Eisenach, für die der Automobilbau ein wesentlicher Eckpfeiler ist. Er sagte erneut die Unterstützung des Bundes für das Großprojekt der Wartburgarena zu.

 

„Künftig wird hier die Energie des Sports, der Kultur und Begegnung regieren“, freute sich die Europaabgeordnete Marion Walsmann. Am Beispiel der Wartburgarena, die von der Europäischen Union gefördert wird, werde deutlich, dass Europa keine ferne Institution in Brüssel ist. Europa investiere an dieser Stelle in ein Großprojekt, das Eisenach nach Ansicht von Walsmann weit über die Grenzen Thüringens hinaus strahlen lässt.

 

Vizelandrat Udo Schilling betonte, dass der Wartburgkreis die Halle für den Schulsport nutzen wird. Der Kreis sei als Partner auch an der Finanzierung beteiligt. Schilling dankte allen, die dazu beitragen, damit die Wartburgarena jetzt Wirklichkeit wird - entgegen aller Kritik.

 

In das Lob stimmte ThSV-Präsident Shpetim Alaj ein und erwähnte , dass seit 15 Jahren um diese Halle gerungen wird. Die Arena sei nicht nur als neue Spielstätte für den ThSV Eisenach wichtig, sondern für den gesamten Sport in Eisenach. Wenn man erlebe, wie Eltern und Großeltern beispielsweise bei den Spielen des Nachwuchses mitfiebern, dann stärke das auch die Gemeinschaft. „Solche Begegnungen sind wichtig für unsere Gesellschaft“, äußerte Alaj.

 

Europäische Union fördert mit 6,3 Millionen Euro

Thüringens Minister Steffen Schütz hatte die Aufgabe, die 6,3 Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (kurz EFRE) zu übergeben. „Heute ist es für viele Eisenacher ein emotionaler Moment“, sagte er und nahm Bezug darauf, dass fast jede Eisenacher Familie mit dem Automobilwerk verbunden gewesen ist. Es sei schlimm gewesen mit ansehen zu müssen, wie das O1 mehr und mehr verfallen ist. „Aber ab heute wird diese Wunde geheilt“, zeigte sich Schütz überzeugt.

 

Gäste der Grundsteinlegung füllten eine Zeitkapsel. So legte der ThSV-Präsident einen Handball mit den Unterschriften der aktuellen Erstliga-Handballer hinein, ebenso einen blau-weißen Fanschal. Die Baufirma steuerte einen Helm mit den Unterschriften der beteiligten Bauleute und einen Zollstock bei, der Architekt hatte die Baupläne mitgebracht. Auch eine aktuelle Tageszeitung, eine Luther-Münze und Prospekte des Museums „automobile welt eisenach“ wanderten in die Zeitkapsel, ebenso ein Foto vom Projektteam O1. Unter musikalischer Begleitung von Elias Fischer versenkten Oberbürgermeister Ihling und Polier Maik Ziegler die Zeitkapsel im Fundament an der Westfassade.

 

Eine Halle mit Platz für 4000 Zuschauer

Das Großprojekt der neuen Sport- und Veranstaltungshalle mit 4000 Zuschauerplätzen umfasst ein Investitionsvolumen von 56,8 Millionen Euro. Es gibt mehrere Zuwendungsgeber, von der Europäischen Union bis zum Freistaat Thüringen. Der Großteil der Zuwendungsbescheide liegt vor. Für die restlichen Förderungen wurde jeweils ein sogenannter förderunschädlicher Vorhabensbeginn erteilt. Daher konnte bereits im Februar mit vorbereitenden Arbeiten begonnen werden.

 

So ist die aus Klinkern und Glas bestehende Fassade des O1 abgebrochen worden, so dass jetzt die Stahlskelett-Konstruktion der in den 1930er Jahren gebauten BMW-Produktionshalle zu sehen ist. Vom Industriedenkmal bleibt die Westfassade in Richtung Heinrich-Ehrhardt-Platz erhalten und wird restauriert. Dieser Teil wird vom großen Rest des O1 abgetrennt, der abgebrochen wird. An der Stelle entsteht der Neubau der Wartburgarena, die für die erste Handball-Bundesliga tauglich ist und ebenso für Schul- und Breitensport und Veranstaltungen verschiedenster Art genutzt werden kann. Die großen Abbrucharbeiten sind ausgeschrieben und sollen im Spätsommer beginnen. Der Hallenneubau ist 2027 geplant, der Innenausbau im Jahr 2028.

 

Nach Fertigstellung des O1 als Multifunktionsarena werden das Museum „automobile welt eisenach“ (O2) mit der großen Presse im Außenbereich, die ehemalige Ostkantine (O5) und das frühere Haupttor zu einem imposanten Denkmalensemble Eisenacher Automobilbaugeschichte.

 

Weitere Informationen zum Großprojekt Wartburgarena O1 gibt es hier.