Der Nikolaigarten, der sich an Süd- und Westseite der Nikolaikirche erstreckt, wird grundlegend umgestaltet. Die Arbeiten haben begonnen. Ziel ist eine funktionale, gestalterische und ökologische Aufwertung. Besucherinnen und Besucher sollen sich künftig gern dort aufhalten.
Das Längsschiff der Nikolaikirche hat eine Tür in Richtung des historischen Nikolaitors. In dem Bereich wird ein Weg neu gebaut und mit Eisenacher Riemchenpflaster gepflastert. Dazu gehört eine Rampe, um einen barrierearmen Zugang zur Kirche und zum Garten zu ermöglichen. Die bisherige Umrandung der Grünfläche zum öffentlichen Gehsteig am Karlsplatz wird aufgegriffen, und ein neues Mäuerchen wird errichtet.
Eine Ulme steht in der Mitte des kleinen Plateaus
Das westlich gelegene Plateau mit Treppenzugang von der Bahnhofstraße erhält eine wassergebundene Oberfläche. Dort hat einst eine Kastanie gestanden, die im Februar 2020 gefällt worden ist. In der Mitte des kleinen Platzes soll jetzt eine Ulme als Solitär gepflanzt werden. Der säulenförmige Baum bekommt eine Pflanzgrube mit speziellem Pflanzsubstrat, damit sich seine Wurzeln nicht ausbreiten. Er steht auch weiter weg von der Stützwand zum Nikolaitor als es bei der Kastanie der Fall gewesen ist. Außerdem gibt es hinter der Stützwand einen Verbau im Boden, der wie eine Wurzelbarriere wirkt.
Um die Ulme gruppieren sich künftig vier abgegrenzte Beete, die unter anderem mit Strauchrosen, Ziergräsern und Tulpen bepflanzt werden. Rundbänke nehmen der Verlauf der Pflanzflächen auf. Zwei weitere Sitzbänke befinden sich auf der Nordseite in Richtung Diakonissen-Mutterhaus-Kapelle. Hinter diesen beiden Sitzbänken werden Kriechhimbeeren gepflanzt. Die vorhandene alte Eiche bleibt erhalten und wird von Rasen umgeben.
Regenwasser aus einer Zisterne zum Gießen
Unterirdisch wird eine Zisterne errichtet, die das Regenwasser vom Kirchendach auffängt. Das Wasser wird zum Gießen der Grünflächen benutzt. Geplant sind außerdem Fahrradständer.
Auch eine Informationstafel soll aufgestellt werden. Bei archäologischen Grabungen in den Jahren 2021/2022 waren im Umfeld der Nikolaikirche sogenannte Kopfnischengräber gefunden worden: Bei dieser Bestattungsform ruht der Kopf des Verstorbenen in einer steinernen Nische. Die umfangreichen Funde deuten darauf hin, dass der Bereich um die Nikolaikirche und das frühere Benediktinerinnenkloster einst ein großer, bedeutender Friedhof gewesen ist. Sie wurden geborgen und dokumentiert.
Ein archäologisch bedeutsames Terrain
Die Stadt sorgt für eine fachgerechte Sicherung der jetzigen Leergräben des ehemaligen Gottesackers. Eine Trennung von Altbestand und neu eingebrachtem Material erfolgt durch Geotextilvlies, um Schutz und gleichzeitig Stabilität zu gewährleisten. Außerdem wird der aktuelle Wege- und Landschaftsbau im Nikolaigarten erneut von einem Archäologen begleitet.
Die ursprüngliche Idee einer öffentlichen Toilette ist nicht umgesetzt worden. Der hauptsächliche Grund dafür ist, dass sie nicht hätte barrierefrei errichtet werden können.
Die Gesamtkosten betragen rund 442.000 Euro. Davon sind 349.000 Euro Mittel aus dem Programm der Städtebauförderung „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“ und sanierungsbedingte Einnahmen. Der Nikolaigarten gehört als Bauabschnitt zum Gesamtprojekt der Gestaltung des Karlsplatzes.




