TAG DER STÄDTEBAUFÖRDERUNG IM „GOLDENEN LÖWEN“

So sieht das neue Treppenhaus aus, das außen an den "Goldenen Löwen" angebaut wird.

So sieht das Treppenhaus aus, das außen an die Gedenkstätte „Goldener Löwe“ angebaut werden soll. © fried.A Büro für Architektur/Chemnitz

Informationstafel zum Tag der Städtebauförderung

Die Informationstafel vor dem „Goldenen Löwen“ macht auf das Angebot am Tag der Städtebauförderung aufmerksam.

Drei Frauen schauen sich den Plan zur Platzgestaltung an.

Tanja Wohlfeld vom Stadtbauamt erklärt Gästen die Platzgestaltung am Denkmal der deutschen Arbeiterbewegung. Die Pläne stammen von PSL-Landschaftsarchitekten aus Erfurt.

Akteulle Ansicht des Platzes mit dem Denkmal-Kubus.

Die Platzgestaltung beginnt mit der Restaurierung des Denkmal-Kubus und der dahinter liegenden Mauer. Der Baum bleibt erhalten.

Am Tag der Städtebauförderung am 9. Mai hat die Stadtverwaltung Eisenach gemeinsam mit der August-Bebel-Gesellschaft einen Einblick gegeben, was in der Gedenkstätte „Goldener Löwe“ in der Marienstraße 57 und auf dem benachbarten Platz mit dem „Denkmal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ passieren wird.

 

Beide Objekte sind in das Bundesprogramm „Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen worden. Unterstützt werden Vorhaben, die die Demokratiegeschichte in Deutschland erfahrbar machen, für künftige Generationen erhalten und die Demokratiebildung fördern.

 

Treppenhaus wird außen angebaut

Die Gedenkstätte „Goldener Löwe“ muss beispielsweise brandschutztechnisch besser ausgestattet werden. Deshalb ist der Anbau eines außenliegenden Treppenhauses vorgesehen. „Es ist ein Kompromiss zwischen Funktionalität, Sicherheit und Stadtbild“, sagte Tina Rudolph, Vorsitzende der August-Bebel-Gesellschaft. Außerdem soll das Haus barrierearm werden: Ein Hublift wird in das historische Gebäude integriert. Weiter werden die Büroräume, die sich derzeit noch im Erdgeschoss befinden, ins Dachgeschoss umziehen, um Platz für Sonderausstellungen zu schaffen. Ein neues Ausstellungskonzept gehört ebenso zu den Vorhaben wie die Integration eines Demokratielabors zur politischen Bildung. Außerdem werden die sanitären Anlagen erneuert. Die Gedenkstätte wird im Laufe des Jahres 2027 bis voraussichtlich Mitte/Ende 2028 für die Baumaßnahmen schließen.

 

Der „Goldene Löwe“ gilt als Wiege der deutschen Sozialdemokratie. 1869 ist im gleichnamigen Gasthaus die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) unter August Bebel und Wilhelm Liebknecht gegründet worden. Die heutige Ausstellung erinnert an die Anfänge der sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland.

 

Zuerst wird der Denkmal-Kubus restauriert

Stark sanierungsbedürftig ist der Platz mit dem „Denkmal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ zwischen der Marienstraße und der Wartburgallee. „Wir wollen den Platz  mit einer Begrünung und Bänken und unter dem Aspekt des sich veränderten Klimas aufwerten“, erklärte Tanja Wohlfeld vom Stadtbauamt den Besucherinnen und Besucherin beim Tag der Städtebauförderung. So wird Material verwendet, dass große Mengen Regenwasser speichert, Bäume gesund aufwachsen lässt und das Platzklima verbessert. Neben dem vorhandenen Baum, der erhalten bleibt, werden zwei weitere Bäume gepflanzt.

 

Von den historischen Naturstein-Platten, die derzeit die Platzoberfläche bilden, werden diejenigen aussortiert, die noch verwendbar sind. Sie werden um das Denkmal verlegt. Das Denkmal selber – im Volksmund wird es wegen seines quaderförmigen Aussehens auch „Fleischklopfer“ genannt – wird restauriert, ebenso wie die dahinter befindliche rundbogenförmige Mauer mit einem Zitat von Bertolt Brecht. Mit der Restaurierung des Denkmals und der Mauer soll noch in diesem Jahr die Platzgestaltung beginnen.

 

Die Sanierung der Platzfläche ist 2027 geplant 

Weiter ist geplant, die rundbogenförmige Mauer als Neubau auf der Platzseite fortzuführen, an der das neue Appartment-Hotel gebaut worden ist. Das dient gleichzeitig als Abgrenzung zwischen dem privaten und öffentlichen Bereich. Vor dem neuen Mauerstück wird eine große Bank aufgestellt. Tanja Wohlfeld versicherte, dass der Weg zwischen der Marienstraße und der Wartburgallee, der auch über den Platz führt, als öffentliche Verbindung erhalten bleibt.

 

Weil die Kosten für die Restaurierung des Denkmal-Kubus den bisherigen Förderrahmen überschritten haben, sind nochmals Fördergelder im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms aus dem Etat des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien beantragt worden. Die Sanierung der Platzfläche ist dann für das Jahr 2027 geplant.

 

Weitere Informationen gibt es hier.