Die Bauarbeiten an der Wartburgarena O1 gehen zügig voran. In dieser Woche ist an der Süd-West-Ecke der Industrieruine – in Richtung Landratsamt – das Dach abgenommen worden. An der Nord-West-Ecke – in Richtung Museum „automobile welt eisenach“ – war das bereits erfolgt. An beiden Ecken entstehen in Betonbauweise die neuen Treppenhäuser der Wartburgarena – im Südwesten mit Fahrstuhlschacht. Aktuell wird dafür die Baufreiheit geschaffen.
Die neuen Treppenhäuser stabilisieren gleichzeitig die Westfassade, die erhalten bleibt und restauriert wird. Sie erstrecken sich an den genannten Ecken des O1 über je drei Segmente des inzwischen freigelegten Stahlskelettbaus. Zur weiteren Stabilisierung werden längs der Westfassade temporäre Stahlstreben eingebaut, die nach Fertigstellung des Hallenneubaus wieder entfernt werden.
Fundstücke und Kampfmittelvorsorge
Des Weiteren ist um die Westfassade eine Baugrube angelegt worden, um an die Fundamente zu gelangen. Diese müssen saniert werden, um die Standsicherheit für die kommenden Jahrzehnte zu gewährleisten. Der vorhandene Keller bleibt nur in diesem Bereich erhalten, im Bereich des Hallenneubaus wird er verfüllt. Die Aushubarbeiten an der Baugrube wurden im ständigen Beisein des Kampfmittelräumdienstes durchgeführt. Es sind aber weder Waffen noch Munition oder gar Bomben geortet worden. Gefunden wurden lediglich alte Motorradteile, die dem Automobilmuseum übergeben werden.
Beim Ausheben der Baugrube sind die Handwerker außerdem auf Betonbrocken gestoßen, die zunächst rätselhaft waren. Diese hatten keinerlei statische Funktionen, wie ein Fachmann bestätigte. Laut alter Unterlagen dienten die Betonbrocken als Fundament einer Überdachung über Rollschienen.
Die großen Abbrucharbeiten sind ausgeschrieben
Aktuell sind die umfassenden Abbrucharbeiten für den hinter der Westfassade und dem ersten Stahlträger-Segment stehenden Gebäudeteil ausgeschrieben. Das betrifft: Dächer, Decken, Schornsteine, Lastenfahrstuhl, weitere Stahlträger. Für das 1933/34 errichtete Gebäude der damaligen BMW-Automobilproduktion sind schätzungsweise zwischen 1500 bis 2000 Tonnen Stahl verbaut worden. Deren Verwertung bringt übrigens noch etwas Geld ein, während für die fachgerechte Entsorgung von Bauschutt oder teer- und asbesthaltigen Baustoffen Entsorgungskosten anfallen.
Die großen Abbrucharbeiten beginnen im Spätsommer und dauern voraussichtlich bis Februar 2027. Dafür wird der westliche Gebäudeteil, der erhalten bleibt, vom übrigen Baukörper getrennt. An der Stelle des alten O1 entsteht die moderne Wartburgarena mit 4000 Zuschauerplätzen, die künftig Sport und Kultur unter einem Dach vereint. Für 2027 ist der Rohbau der neuen Halle geplant und 2028 der Innenausbau.
Finanzierung des Großprojekts
Die Gesamtkosten betragen 56,8 Millionen Euro. Verschiedene Fördermittelgeber tragen zum Gelingen des Großprojekts bei, darunter das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur. Die Thüringer Staatskanzlei fördert den Sportstättenbau. Weitere Fördermittel kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Weitere Informationen zur Wartburgarena O1 gibt es hier.





