Virtueller Besuch im Thüringer Museum

 

Schauen Sie mal, was wir im Thüringer Museum Eisenach entdeckt haben. Sie können derzeit leider nicht das Thüringer Museum besuchen, dafür können Sie sich die Gemälde hier genauer ansehen. Jeden Tag stellen wir ein weiteres Gemälde vor.

 

 

 

„Bleiben Sie zu Hause – aber bitte ohne Besuch“ - Mihály von Munkácsy macht es mit seinem Gemälde „Der Besuch“ von 1881 vor.
Das Gemälde gehört zur Stiftung Curt Elschner-Galerie

Lest mal wieder ein Buch! So macht es die Frau des Malers Friedrich August von Kaulbach auf dem Gemälde „Bildnis seiner Gattin“.

Thüringer Museum Eisenach, Stiftung Curt Elschner-Galerie

 

Als vielbeachteter Porträtmaler zählte der in München ansässige Friedrich August von Kaulbach neben Franz von Lenbach und Franz von Stuck zu den gefragtesten Malern seiner Zeit. Zahlreiche seiner Porträts zeigen Damen der vornehmen Gesellschaft und spiegeln großbürgerliches Leben im ausgehenden 19. Jahrhundert und zur Jahrhundertwende.

Das undatierte Eisenacher Gemälde von Friedrich August von Kaulbach wird in der Curt Elschner-Galerie als „Bildnis seiner Gattin“ geführt. Somit würde es sich bei der Dargestellten entweder um seine erste Ehefrau Wilhelmine (Mina) Lahmeyer oder um Frida Scotta, eine dänische Violinistin, handeln, die Kaulbach 1897 geheiratet hatte. Ein früher Katalog mit Werken Kaulbachs legt jedoch nahe, dass es sich vielmehr um ein Porträt Gretel Lahmeyers, einer Verwandten Mina von Kaulbachs handeln dürfte, die Kaulbach mehrfach porträtierte.

 

 

Halten Sie Abstand voneinander!


"Kühe auf der Weide" von Albert Heinrich Brendel
Thüringer Museum Eisenach, Stiftung Curt Elschner-Galerie

 

Gehen Sie allein oder allenfalls zu zweit spazieren!

 

Ludwig von Gleichen-Russwurm - Sommerliche Landschaft bei Bonnland (Unterfranken) | 1899 - Thüringer Museum Eisenach

 

Ludwig von Gleichen-Russwurm war ein Enkel von Friedrich von Schiller und wurde auf Schloss Greifenstein, dem Familiensitz seiner Familie väterlicherseits geboren. Seine Mutter war die jüngste Tochter Friedrich von Schillers und Charlotte von Legefelds.

 

Nach der Geburt seines Sohnes und dem frühen Tod seiner Ehefrau gab Ludwig von Gleichen-Russwurm seinen Sohn in die Obhut der Großmutter und zog nach Weimar, um dort an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Landschaftsmalerei zu studieren. Während einer Reise nach Frankreich lernte er das damals neue Kunstverständnis der Schule von Barbizon kennen. Die Vertreter dieser Schule hatten sich von den klassischen, idealistischen Landschaften abgewandt und malten realistische Naturdarstellungen unter freiem Himmel. Dieser neuartigen Landschaftsauffassung wurde auch an der Weimarer Kunstschule gefolgt und Ludwig von Gleichen-Russwurm entwickelte sich zu einem Wegbereiter des Impressionismus in Deutschland.

Das Eisenacher Gemälde zeigt einen in lichten Farben gehaltenen Blick in die Landschaft seiner unterfränkischen Heimat.

 

Machen Sie zu Hause Musik mit der Familie

 

Franz von Defregger - Zitherspielerin | 1878 - Thüringer Museum Eisenach, Stiftung Curt Elschner-Galerie

 

Franz Defregger, seit 1883 von Defregger, wurde in Tirol geboren und studierte in Innsbruck und später an der Akademie der Bildenden Künste in München. Dort wurde er 1878 Professor für Historienmalerei.

Franz von Defreggers Gemälde zeigen vielfach Alltagsszenen aus dem Leben der Tiroler Bauern, die er sentimental-idealisierend wiedergibt. Auch der Tiroler Volksaufstand im Jahr 1809 gegen die Besetzung napoleonischer und bayerischer Truppen ist vielfach Thema seiner Werke. Ein Bildnis Andreas Hofers, dem als Nationalhelden verehrten Anführer dieser Aufstandsbewegung, befindet sich ebenfalls in der Sammlung der Curt-Elschner-Galerie in Eisenach. Wie auch das Motiv der Zitherspielerin soll es künftig wieder im Nordflügel des Eisenacher Stadtschlosses zu sehen sei

Suchen Sie sich einen schönen Platz nur für Sie selbst

Carl Spitzweg - Das Lieblingsplätzchen - Thüringer Museum Eisenach, Stiftung Curt Elschner-Galerie

 

Das Eisenacher Gemälde wird unter dem Titel „Das Lieblingsplätzchen“ in der Sammlung geführt, seit es 1925 durch Curt Elschner für die damals neu eingerichtete Gemäldegalerie gestiftet wurde. Es gleicht jedoch mit wenigen Abweichungen dem Gemälde „Der eingeschlafene Einsiedler“, das eine identische Szene mit dem beim Lesen eingeschlummerten Eremiten zeigt, dem das Buch aus seinen Händen gerutscht ist. Während dieses Gemälde jedoch nur zwei Blumentöpfe auf der Mauer vor dem Sitzplatz des Eremiten zeigt, sind es in der Eisenacher Variante drei.

Carl Spitzweg hatte zunächst Pharmazie studiert und war als Apotheker tätig, bevor er sich ausschließlich der Malerei zu widmen begann. Seine Gemälde schilderten immer wieder scheinbar alltägliche Begebenheiten des bürgerlichen Lebens. Seine Protagonisten waren dabei bevorzugt Sonderlinge, deren Schwächen er mit feinem Humor enthüllte. Zu seinen zahlreichen Darstellungen von Einsiedlern und Eremiten zählt auch die Eisenacher Variante.

 

Reisen Sie in Gedanken.

 

Karl Ferdinand Batsch - Kingstown auf St. Vincent - Thüringer Museum Eisenach, Stiftung Curt Elschner-Galerie


Der 1831 in Eisenach geborene Karl Ferdinand Batsch ging bereits früh zur See und diente bei der preußischen Marine, wo er schließlich bis zum Vizeadmiral aufstieg. Diese Ernennung erfolgte kurz nachdem Batsch 1879 durch ein Kriegsgericht für seine Mitverantwortung beim Zusammenstoß der Fregatten „König Wilhelm“ und „Großer Kurfürst“ verurteilt worden war, bei dem die „Großer Kurfürst“ sank und ein großer Teil der Bestatzung starb. Seine Begnadigung erfolgte nach nur zweiwöchiger Festungshaft.

Die Eisenacher Galerie erhielt das Aquarell mit der Ansicht der Bucht von Kingstown auf St. Vincent 1928 zusammen mit einem weiteren Aquarell als Geschenk aus Familienbesitz. Der heute unabhängige Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen gehört zu den Westindischen Inseln und war damals britische Kolonie. Batsch malte es vermutlich im Zusammengang mit seinem Aufenthalt auf den Westindischen Inseln, wo er als Kapitän zur See seit 1871 für zwei Jahre die dort stationierte „Vineta“ kommandiert hatte.

 

Halten Sie sich draußen nur mit einer weiteren Person auf.

 

Otto Fröhlich - Paar in Landschaft - Thüringer Museum Eisenach


Otto Fröhlich war seit 1888 an der Großherzoglich Sächsischen Kunstschule in Weimar Schüler von Leopold Graf von Kalckreuth, dem Sohn des ersten Direktors der 1860 eröffneten Schule, und hatte in dessen Klasse für Freilichtmalerei die damals noch junge künstlerische Strömung des Malens in der Natur bei natürlichen Lichtverhältnissen kennengelernt. Seit 1895 war der Norweger Carl Frithjof Smith sein Lehrer, der dort die Klasse für Porträt- und Genremalerei leitete. 1919 wurde Fröhlich kurzzeitig Lehrer am neu gegründeten Bauhaus in Weimar, verließ diese Position aber bald wieder.

In Weimar machte Fröhlich unter anderem die Bekanntschaft mit dem Anthroposophen Rudolf Steiner, der von ihm berichtete, er würde auch zu Zeiten, in denen er nicht an einem Gemälde arbeitete, „im Geiste“ malen.

Fröhlichs Gemälde zeigen oftmals Landschaften mit großfigurigen Menschenbildern, die stimmungsvoll-lyrisch anmuten. Auch Märchen, Sagen und mystische Szenen thematisierte er in seinen Bildern.

 

Verzweifeln Sie nicht!

 

Julius Hübner - Verzweiflung - Thüringer Museum Eisenach, Stiftung Curt Elschner-Galerie
 

Das Gemälde von Julius Hübner, das heute unter dem Titel „Verzweiflung“ in der Sammlung des Museums geführt wird, wurde im Herbst 1928 für die Eisenacher Galerie erworben. Bereits im Frühjahr 1928 war es auf einer Auktion zum Verkauf angeboten worden, dort jedoch unter dem Titel „Trauernde Mutter mit Kind“. Diese beiden das Bildmotiv beschreibenden Titel werden in der Eisenacher Sammlung durch einen dritten ergänzt, da das Gemälde zeitweise auch den Titel „Erinnerungstag“ trug.

Julius Hübner zählt zu den wichtigen Vertretern der Düsseldorfer Malerschule. Unter seinen Werken finden sich zahlreiche Porträts historischer Persönlichkeiten, seiner Lehrer und Malerkollegen sowie seiner Familie. Daneben thematisierte er historische, religiöse und literarische Themen. Studiert hatte er in Berlin und Düsseldorf bei Friedrich Wilhelm von Schadow, bevor er an die Dresdner Kunstakademie berufen wurde, wo er seit 1842 als Professor für Historienmalerei lehrte. In Dresden wurde er dann 1871 Direktor der Gemäldegalerie.