EISENACHER FEUERWEHR RETTETE IM LETZTEN JAHR 92 MENSCHEN

Feuerwehreinsatz an einem voll brennenden Gebäude in der Goethestraße.

Als die Feuerwehrleute im letzten Jahr am Einsatzort in der Goethestraße eintrafen, stand das dortige Billard-Café komplett in Flammen.

Die grafische Üersicht zeigt die Vielfalt der Einsätze der Eisenacher Feuerwehr im Jahr 2025.

Die grafische Übersicht zeigt die Vielfalt der Einsätze der Eisenacher Feuerwehren im vergangenen Jahr.

Zu sehen ist ein Feuerwehreinsatzn an einem Wohnhaus in der Mühlhäuser Straße.

In der Mühlhäuser Straße musste ein Brand in einem Wohnhaus gelöscht werden. Mehrere Menschen sind verletzt worden, auch Feuerwehrleute.

Bei dem Transportunfall mit Gefahrgut mussten Schutzanzüge getragen werden..

Bei einem Transportunfall hatten es die Einsatzkräfte mit Gefahrgut zu tun. Deshalb war das Tragen von Schutzanzügen notwendig.

Zu sehen ist der Feuerwehreinsatz bei einem Verkehrfsunfall in der Nacht auf der Autobahn.

Zu den technischen Hilfeleistungen gehören Einsätze nach Verkehrsunfällen wie hier in der Nacht auf der Autobahn bei Eisenach.

Am Eisenacher Westbahnhof hatte in den frühen Morgenstunden des 31. August 2025 die hölzerne Überdachung des Bahnsteigs Feuer gefangen.

In der Silvesternacht mussten im Eisenacher Ortsteil Stedtfeld zwei brennende Pkw und ein Carport gelöscht werden.

In der Silvesternacht 2025/2026 mussten im Eisenacher Ortsteil Stedtfeld zwei brennende Pkw, ein Carport und der Dachstuhl gelöscht werden.

Die Feuerwehr Eisenach blickt auf ein bewegtes und aufregendes Jahr 2025 zurück. Sie hatte insgesamt 1087 Einsätze. Diese verteilten sich auf 709 Hilfeleistungen, 167 Brände und 211 Fehlalarmierungen. Im Vergleich zum Jahr 2024 sind es 40 Einsätze weniger gewesen.

 

Aktuell stehen 187 Einsatzkräfte zur Verfügung. Die Einsatzabteilung ist leicht gewachsen, vor allem durch die Übernahme von Mitgliedern aus den Jugendfeuerwehren. In den Jugendfeuerwehren engagieren sich derzeit 127 Kinder und Jugendliche. Der Anteil weiblicher Einsatzkräfte liegt mit 10 % genau im bundesweiten Durchschnitt (18 aus 187 Einsatzkräften). In den Jugendfeuerwehren machen junge Frauen und Mädchen sogar einen Anteil von über 25 % aus (34 aus 127 Einsatzkräften).

 

Das Durchschnittsalter der Berufsfeuerwehr hat sich auf 32 Jahre verjüngt. Die Freiwilligen Feuerwehren stehen dem in nichts nach: Die Mitglieder sind im Durchschnitt 34 Jahre alt. 

 

Technische Hilfeleistungen stehen im Vordergrund

Wie in den Vorjahren standen die technischen Hilfeleistungen im Vordergrund (65 % der Einsätze). Diese bilden auch das breiteste Spektrum ab. Am häufigsten musste der Rettungsdienst (11 %) unterstützt werden, dicht gefolgt von der Rettung von Menschen aus Notlagen und Tierrettungen (jeweils 10%). Verkehrsunfälle haben ebenfalls 10 % ausgemacht. Sie waren weniger schwer als in den Vorjahren. 

 

Ölspuren und Ölunfälle im Stadtgebiet machten ebenfalls einen großen Anteil der Einsätze (9 %) aus. Deutlich zugenommen haben Alarmierungen wegen Wasser- oder Sturmschäden (5 %). Sie kommen häufiger vor, als Amtshilfen für die Polizei (4 %). Einsätze im Zusammenhang mit gefährlichen Stoffen und Gütern (Gefahrgut) sind auf Grund von mehreren Transportunfällen im Jahr 2025 ebenfalls mehr geworden (2 %). Zu den sonstigen Einsätzen (4%) gehören qualifizierte medizinische Hilfe, Erkundungen oder Amtshilfen für das Ordnungsamt.

 

Brandmeldeanlagen verhindern Schlimmeres 

Zweithäufigster Grund von Einsätzen der Feuerwehr Eisenach waren auch im letzten Jahr Fehlalarmierungen (19 %). Häufig lösen automatische Brandmeldeanlagen aus, ohne dass eine Gefahr vorliegt. Dies geschieht durch technische Probleme oder klassische Falschalarme wie Wasserdampf oder Zigaretten-Rauch. Es ist auch vorgekommen, dass ein Handdruckmelder vorsätzlich betätigt oder ein Sprinklerkopf abgefahren worden ist.

 

In vielen Fällen macht die Brandmeldeanlage aber genau das, wofür sie da ist: Sie meldet Entstehungsbrände frühzeitig. Dank automatischer Überwachung konnte die Feuerwehr im letzten Jahr mehrere Kleinbrände löschen, ohne dass es zu einem Schaden gekommen ist. Ursachen waren unter anderem angebranntes Essen, Küchengeräte auf heißen Herdplatten, überhitzte Maschinenteile oder Kabelbrände. 

 

Insgesamt machten die Kleinbrände die dritthäufigste Einsatzart aus (13 %). Dazu gehören im Wesentlichen brennende Mülltonnen und Sperrmüll und Unrat, die sich entzündet haben.

 

Mehrere Gebäudebrände mussten gelöscht werden

Rund 16 % der Einsätze im vergangenen Jahr sind Brände gewesen. Besonders intensiv waren die Gebäudebrände in der Ostendstraße, in der Goethestraße, in der Mühlhäuser Straße sowie am Westbahnhof: Zahlreiche Feuerwehrleute waren über viele Stunden im Einsatz. 

 

Brände sind im Regelfall deutlich aufwendiger als technischen Hilfeleistungen. Insgesamt brannten 38 Gebäude – in den meisten Fällen ohne Gefahr für Leib und Leben. Drei Einsätze wurden aber auch als sogenannter "kritischer Wohnungsbrand" deklariert, also mit Personen in Gefahr. 

 

Zahlreiche ehrenamtlich geleistete Stunden

Im Vorjahr setzte die Feuerwehr Eisenach 6432 Einsatzkräfte bei 1087 Alarmen ein. Dabei sind 7888 Einsatzstunden geleistet worden. Hinzu kommen rund 7500 Stunden Ausbildung der Einsatzabteilungen sowie 5100 Stunden Jugendfeuerwehr und 1000 Stunden Brandsicherheitswache.

 

Wenn man für die überwiegend ehrenamtlich geleisteten Stunden einen Stundenlohn von 13,90 Euro (Mindestlohn) annimmt, hat die Feuerwehr Eisenach im vergangenen Jahr einen Arbeitswert von 298.683 Euro erwirtschaftet. Gleichzeitig wurden mehrere Hunderttausend Euro Sachschaden vermieden.

 

Was jedoch am wichtigsten ist: Im Jahr 2025 rettete die Feuerwehr Eisenach insgesamt 92 Personen. Das verteilt sich wie folgt: 22 Personen bei Brandeinsätzen, davon einmal über die Drehleiter, und 70 Personen im Rahmen von Hilfeleistungen.

 

Der Einsatzdienst der Feuerwehr bleibt trotz aller modernen Technik und Ausstattung eine gefahrvolle Tätigkeit. Im Dienst haben sich insgesamt neun Feuerwehrleute verletzt oder mussten medizinisch versorgt werden. 

 

Neue Technik und Gerätehäuser

Im vergangenen Jahr sind eine Drehleiter und ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug in Dienst gestellt worden. Zudem wurden die Feuerwehrgerätehäuser in Neukirchen und Neuenhof feierlich übergeben. Gleichzeitig sind beide Feuerwehren sowie die Feuerwehr Eisenach-Mitte mit neuen Spinden und Umkleiden ausgestattet worden. 

 

Über den Jahreswechsel 2025/2026 wurden die Duschen und Sanitärbereiche sowie die Atemschutzgerätewerkstatt auf der Hauptwache saniert und umgebaut, um für das haupt- und ehrenamtliche Personal die Arbeitsbedingungen sowie die Hygiene nach dem Einsatz zu verbessern. 

 

Insgesamt ist die Feuerwehr Eisenach beim Personal, bei der Technik und Ausstattung gut aufgestellt. Das bestätigt auch der 2025 erarbeitete Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan.

 

In den kommenden Jahren wird insbesondere in die Gebäude investiert. Für 2026 liegt der Fokus auf der Hauptwache. Aber auch der Fuhrpark soll weiter modernisiert werden. Im laufenden Jahr stehen ein Logistikfahrzeug sowie ein Mehrzweckfahrzeug auf dem Plan. Letzteres soll die Fähigkeiten zur Rettung in unwegsamem Gelände wie der Drachenschlucht sowie zur Waldbrandbekämpfung erweitern.

 

Tag der offenen Tore war ein großer Erfolg

In Bezug auf unterschiedliche Veranstaltungsformate war 2025 ebenfalls ein besonderes Jahr für die Feuerwehr Eisenach. Neben der Öffentlichkeitsarbeit zum Sommergewinn, zur Kinderkulturnacht oder zu den Projekttagen des Wartburgkreises, konnte endlich wieder das Präventionsprojekt "sicher auf allen Wegen" durchgeführt werden. Außerdem fand am 20. September 2025 auf der Feuerwache erstmals ein "Tag der offenen Tore" gemeinsam mit DLRG, DRK, Polizei, THW und Bundeswehr statt. Er war mit mehreren Tausend Besuchern ein voller Erfolg.

 

Wer hat Interesse an einer abwechslungsreichen und spannenden Tätigkeit in einem starken und motivierten Team? In der Feuerwehr Eisenach gibt es freie Plätze. Nähere Informationen sind zu finden auf Instagram, Facebook (#feuerwehr_eisenach) sowie hier