SPENDENAUFRUF FÜR DAS SCHMALE HAUS AM JOHANNISPLATZ

Zu sehen ist das "Schmale Haus" von Eisenach.

Das „Schmale Haus“ in Eisenach ist ein Kleinod der Stadt. © DSD/Elke von Wüllenweber

Zwei Männer halten einen Vertrag in den Händen.

Reinhard Lorenz vom Vorstand der Lippmann+Rau-Stiftung (links) und Manuel Hase, Referent der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, haben einen Vertrag zur Leihgabe von Stücken aus dem Musikzimmer des „Schmalen Hauses“ abgeschlossen. © Simon Bretschneider

Das „Schmale Haus“ am Johannisplatz 9 — nur 2,05 Meter breit und 8,50 Meter hoch — ist eines der beliebtesten Fotomotive bei Stadtführungen in Eisenach. Auch die Einheimischen schätzen das rund 250 Jahre alte Fachwerk-Reihenhaus sehr und nennen es liebevoll ihr „Handtuch“.

 

Nachdem der letzte langjährige Besitzer und Bewohner verstorben war, übernahm im Jahr 2020 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gemeinsam mit ihrer treuhänderischen Denkmalstiftung Eisenach die Verantwortung für das Gebäude.

 

Digitaler Zwilling eröffnet Einblicke

Die Stiftung sorgte dafür, dass seit September letzten Jahres ein digitaler Zwilling des Hauses online ist: Hier lassen sich die verschiedenen Etagen virtuell begehen. Ein 3D-Scan macht Räume und Einrichtung sichtbar und zeigt, wie der letzte Bewohner zwischen Kunstobjekten, Erinnerungsstücken und Antiquitäten lebte.

 

Dacharbeiten und notwendige Reparaturen

Im Herbst 2025 wurde das Dach wetter- und winterfest gemacht, um weitere Feuchtigkeitsschäden zu verhindern. Dabei entdeckte die ausführende Fachfirma einen verfaulten Sparrenkopf am Anschluss eines Fallrohrs. Dieser soll bei wärmeren Temperaturen ausgetauscht werden. Außerdem müssen weitere Sparrenköpfe geprüft werden. Zur Dachentwässerung wird außerdem in diesem Jahr ein neues Fallrohr zum Nachbargebäude, dem Kaufhaus Schwager, installiert.

 

Fördermittel aus dem Denkmalschutz 

Im vergangenen Jahr standen 25.000 Euro Fördermittel aus dem Denkmalschutz für das „Schmale Haus“ zur Verfügung. In diesem Jahr werden 20.000 Euro bereitgestellt. Auf dieser Grundlage konnte eine Restauratorin mit Voruntersuchungen zum „Schmalen Haus“ beauftragt werden. Ihre Ergebnisse werden Aufschluss über den Zustand des Denkmals geben und die nächsten Schritte sowie mögliche Nutzungen bestimmen.

 

Die Inventarisierung der im Haus befindlichen Bestände läuft bereits. Dabei unterstützen Eisenacher, die den letzten Besitzer gut gekannt haben und im Museums- und Archivwesen fachkundig sind. Einige Stücke aus dem Musikzimmer stehen inzwischen dauerhaft als Leihgabe der Lippmann+Rau Stiftung für das Internationale Musikarchiv in der „Alten Mälzerei“ zur Verfügung. Ein entsprechender Vertrag wurde kürzlich unterzeichnet.

 

Bürgermeister: „Wir wollen das Kleinod dauerhaft erhalten“

Der Vorstand der Denkmalstiftung Eisenach unterstützt alle Aktivitäten, die dazu beitragen, das historische Kleinod dauerhaft zu bewahren. An der Spitze des Gremiums steht Eisenachs Bürgermeister Steffen Liebendörfer. Damit das „Schmale Haus“ auch künftigen Generationen erhalten bleibt, bedarf es – zusätzlich zu den zur Verfügung stehenden Mitteln des Denkmalschutzes – der Unterstützung möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger.

 

„Bereits kleine Beiträge helfen bei Reparaturen und Restaurierungen“, betont Steffen Liebendörfer und verweist auf eine kürzlich gestartete Spendenaktion. „Helfen Sie mit, das Schmale Haus langfristig zu sichern“, lautet sein Appell.

 

Die Denkmalstiftung Eisenach bittet um Zuwendungen. Spenden dienen unmittelbar der Restaurierung des Denkmals, während Zustiftungen der Stärkung des Stiftungskapitals dienen. Das Spendenkonto lautet wie folgt IBAN: DE63840550500000173100.

 

Weitere Informationen erteilt: Manuel Hase, Referent Stifter-Service der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Telefon 0228 9091-214, E-Mail.