Mit der Eröffnung eines Büros in der Querstraße 26 wird die Eisenacher Innenstadt ein weiteres wichtiges Angebot zur Belebung gewinnen: Das Ingenieurbüro Müller & Partner wird seinen Firmensitz in das Gebäude verlegen und das Haus um ein vielfältiges Mietbüro- und Coworking-Angebot ergänzen. Oberbürgermeister Christoph Ihling und Wirtschaftsförderer Michael Frisch schauten auf der Baustelle vorbei und betonten die Bedeutung solcher Projekte für die Zukunft der Innenstadt.
Büros oder Praxen anstelle des klassischen Einzelhandels
Die Querstraße 26 bietet künftig mehrere unterschiedlich große Mietbüros und Coworking-Arbeitsplätze, die flexible Arbeitsformen ermöglichen. Das reicht vom besonders kleinen Arbeitsplatz im Format einer Telefonzelle bis zu einem separaten Beratungsraum. Weiter gibt es ein Foyer, das künftig für Afterwork-Veranstaltungen, Netzwerktreffen und andere Formate zur Verfügung steht.
„Die Innenstadt muss nicht ausschließlich über klassischen Einzelhandel lebendig gehalten werden. Ingenieurbüros, Architekturbüros, Rechtsanwälte, Praxen und ähnlich dienstleistungsorientierte Nutzungen tragen ebenso zu Frequenz, Vielfalt und Attraktivität bei. Projekte wie die Querstraße 26 zeigen, wie alternative Nutzungskonzepte die Innenstadt beleben können“, so Oberbürgermeister Christoph Ihling.
Mietzuschüsse zur Nutzung von Leerständen im Erdgeschoss
Die Öffnung für neue Nutzungen in Erdgeschoss- und zentralen Lagen wird gefördert. Der Stadtrat hat aktuell eine Richtlinie für Mietzuschüsse beschlossen. Diese baut auf Erfahrungen aus dem Projekt „Goldschmiede Eisenach“ auf, in dem neue Nutzungsmischungen in der Eisenacher Innenstadt erprobt worden sind. Im Fokus dieser sogenannten „Versuchslabore“ standen die leerstehenden Erdgeschosse.
Ziel war es, frequenzbringende Nutzungen zu finden und zugleich risikoreiche, innovative und anregende Konzepte in der Innenstadt auszuprobieren. Von den elf Versuchslaboren wird mehr als die Hälfte weiterhin betrieben. Insgesamt konnten damit sieben zuvor leerstehende Einheiten dauerhaft reaktiviert werden – ein Beleg dafür, dass Förderung, Engagement der Eigentümer und kreative Konzepte ihre Wirkung zeigen.
Laut der neuen Richtlinie kann für die Nutzung eines leerstehenden Erdgeschosses teilweise oder vollständig ein Mietzuschuss auf die Kaltmiete beantragt werden. Gefördert werden bis zu 500 Euro monatlich (maximal 5 Euro pro Quadratmeter) für einen Zeitraum von sechs Monaten. Die mögliche Maximalhöhe pro Mietzuschuss beträgt 3.000 Euro.
Verfügungsfonds Innenstadt als weiterer Baustein
Zusätzlich zu den Mietzuschüssen gibt es den Verfügungsfonds Innenstadt, der kleinere Projekte unterstützt und bürgerschaftliches Engagement aktiviert. Im Jahr 2025 wurden zwei Projekte in der Querstraße gefördert: die Gestaltung einer Holzwand vor einem sanierungsbedürftigen Haus (Gesamtkosten 677,94 Euro) und die Aufstellung einer Seniorenbank (Gesamtkosten 1108,09 Euro). Für 2026 wurden bereits die Projekte „Hofkultur Markscheffelshof“ (Veranstaltungsreihe, erste Veranstaltung: Ostermarkt am 4. April 2026) und „Fenstergeflüster“ (Gestaltung leerstehender Ladenfenster) bewilligt.
Wasserspiel, Schattenspender und Blumenkübel
Parallel wurde der Masterplan Innenstadt, in den zahlreiche Ideen und Anregungen aus der Eisenacher Bevölkerung eingeflossen sind, erarbeitet. Das Konzept dient als Leitfaden für die Entwicklung der Einkaufsstadt für die nächsten zehn Jahre. Konkrete Beispiele dafür, wie die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessert werden kann, sind: ein Wasserspiel auf dem Marktplatz, Schatten spendende Elemente und Blumenkübel.
Die neue „Richtlinie der Stadt Eisenach über die Gewährung von Mietzuschüssen zur Stärkung der Innenstadt und Leerstandsregulierung“ ist hier nachzulesen.


