Sanierung des Löbersbaches

Im Bereich Johannisstraße/Löberstraße bis zum Karlsplatz wird der unterirdische Bachlauf des Eisenacher Löbersbaches bergmännisch saniert. Die Arbeiten begannen im Oktober 2024 zunächst mit der Reparatur einer ersten Schadstelle. In einem zweiten Bauabschnitt wurden von März bis Dezember 2025 etwa 62 Meter des unterirdischen Bachlaufes saniert. Im Mai 2026 begann der dritte Bauabschnitt für eine Länge von rund 140 Metern. Es wird mit einer Bauzeit von etwa zweieinhalb Jahren gerechnet. Die Arbeiten sind aufwendig, da aufgrund der Statik sowie der beengten Verhältnisse unter Tage im Pilgerschrittverfahren gearbeitet werden muss.
Pilgerschrittverfahren bedeutet, dass sich die Bergleute nur in kleinen Abschnitten vorarbeiten, damit das Gewölbe nicht einstürzt. Dabei wird die Sohle tiefer gelegt, um das Fassungsvermögen des Löbersbachs zu erweitern. Die schadhafte Sohle wird händisch ausgebaut, das Gewölbe unterfangen und neu gegründet. Bisher ist der Bach im Bereich des Karlsplatzes nicht in der Lage, ein so genanntes HQ 100 Ereignis – ein statistischer Hochwasserabfluss, der einmal in 100 Jahren überschritten wird – zu fassen. Nach der Sanierung wird der unterirdische Bachlauf dieses Volumen in diesem Abschnitt bei Starkregen ohne Probleme aufnehmen können.
Der Löbersbach fließt seit dem Jahr 1880 vollständig unterirdisch. Er beginnt nahe des Prinzenteiches, verläuft unter der Wartburgallee und der Löberstraße, weiter unter dem Karlsplatz entlang in Richtung Nikolaistraße und mündet nach rund 1,6 Kilometern an der Uferstraße in den Mühlgraben. Ein Großteil des aus Ziegelsteinen gemauerten Gewölbes stammt noch aus dieser Zeit.
Die Kosten für die Sanierung sind enorm: Im ersten Abschnitt wurden etwa 20 Meter Länge im Bereich Löberstraße/Johannisstraße saniert. Der zweite Bauabschnitt erstreckte sich auf circa 45 Meter unter der Johannisstraße. Die Kosten lagen zusammen bei rund 812.000 Euro, Planungsleistungen inklusive. Für den dritten Bauabschnitt wird mit 1,8 Millionen Euro für die Bauleistung kalkuliert. Die Arbeiten führt der Bereich Bergbau der Firma TS Bau Jena in Zusammenarbeit mit dem Geologischen Ingenieurbüro Andreas Benthin aus.
Chronologie der Baustelle


Tagesbruch am 28. Juni 2024
Planung bis November 2024
Errichten der Teufe (Zustiegsschacht) im November und Dezember 2024
Öffnen des Löbersbachs im Februar 2025
Feststellen der zweiten Schadstelle 2025 (Erweiterung der Maßnahme von 20 auf 65 Meter Sanierungslänge)
Statische Sanierung der Sohle März bis Dezember 2025
324 Tonnen Aushub gesamt, davon 256 Tonnen Material unter Tage von Hand gefördert - Stand 12/2025
67 Meter Profilstahl Heb 100 verbaut (für das Stahlgerüst als Abstützung der Teufe) - Stand 12/2025
8 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut - Stand 12/2025
40 Tonnen Beton eingebaut - Stand 12/2025
105 Quadratmeter Spritzbeton verarbeitet - Stand 12/2025
14.800 Stunden Pumpbetrieb mit bis zu 400 Kubikmeter pro Stunde Pumpleistung - Stand 12/2025
Mai 2026: Beginn des dritten Bauabschnittes
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