DIE NÄCHSTEN STOLPERSTEINE WERDEN ÖFFENTLICH VERLEGT

Zu sehen sind bereits in Eisenach verlegte Stolpersteine. Am 1. Oktober kommen weitere dazu.

In Eisenach kommen am 1. Oktober weitere Stolpersteine hinzu. Foto: Frank Rothe

Die Stadt Eisenach, das Bündnis gegen Rechtsextremismus und der Eisenacher Geschichtsverein laden interessierte Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag, 1. Oktober, zur Verlegung weiterer Stolpersteine ein. Die Auftaktveranstaltung findet um 9 Uhr vor dem Haus in der Kapellenstraße 3 statt. Dort hat einst der Eisenacher Rechtsanwalt und Notar Dr. Erich Brückmann gewohnt. Er ist vermutlich 1939 nach England ausgewandert und verstarb 1948 in Hendon, Middlesex, im Alter von 54 Jahren.

 

Grußworte sprechen Oberbürgermeister Christoph Ihling und Dr. Eckart Maaß, Vizepräsident der Thüringer Notarkammer. Des Weiteren gibt Frank Rothe vom Bündnis gegen Rechtsextremismus einen Einblick in die Biografie von Dr. Brückmann. Die Veranstaltung wird musikalisch von Marco Böttger und Jo Fingerhut begleitet.

 

Drei weitere Adressen in der Innenstadt

Anschließend werden an diesem Tag drei weitere Stolpersteine verlegt. Um 9.45 Uhr ist Treffpunkt in der Johannisstraße 9, wo Kaufmann Albert Eduard Silberstein gewohnt hat. Er wurde erst nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz deportiert. Sein genauer Todestag ist nicht bekannt. 

 

An der Verlegung des Stolpersteins für Pauline Stiebel, geborene Weinstein, um 10 Uhr in der Goethestraße 29 nehmen auch Schüler des Martin-Luther-Gymnasiums teil. Pauline Stiebel war mit Sally Stiebel, Inhaber einer Wollhandlung, verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn konnte über Italien nach Australien flüchten. Pauline nahm sich am 23. März 1938 aus Verzweiflung das Leben.

 

Der vierte Stolperstein wird um 10.20 Uhr in der Georgenstraße 13 für Rechtsanwalt Dr. Paul Troplowitz verlegt. Bis 1933 hatte er eine Kanzlei in der Querstraße. Die Nationalsozialisten haben ihm die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen. Troplowitz ging nach Berlin. Von dort wurde er nach Auschwitz deportiert. Sein genaues Sterbedatum ist nicht bekannt.

 

Dann wird es 151 Gedenktafeln geben

Derzeit gibt es 147 Stolpersteine in Eisenach. Am 1. Oktober erhöht sich diese Zahl auf 151. Die im Boden verlegten Gedenktafeln erinnern an die einstigen jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Eisenach und ihre Schicksale während der Zeit des Nationalsozialismus.

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