TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT: EISENACHER ZU GAST IN MARBURG

Die zwei Oberbürgermeister sind zu sehen.

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Eisenachs Oberbürgermeister Christoph haben die Reden beim Festakt gehalten.

Die Eisenacher Delegation ist zu sehen.

Zur Eisenacher Delegation gehören ehrenamtlich aktive Menschen. Fotos (2): Heike Apel-Spengler

Ein Mann und eine Frau stehen vor dem musizierenden Fanfarenzug.

Oberbürgermeister Christoph Ihling und die ehrenamtliche Beigeordnete Heike Apel-Spengler sind beim Auftritt des Fanfarenzugs der Wartburgstadt zu sehen. Foto: Mario Schröder

Eine Delegation aus Eisenach unter Leitung von Oberbürgermeister Christoph Ihling hat an den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in der Partnerstadt Marburg teilgenommen. Zur Eisenacher Delegation gehörten außerdem Bürgermeister Steffen Liebendörfer und die ehrenamtliche Beigeordnete Heike Apel-Spengler, die für die Städtepartnerschaften der Wartburgstadt zuständig ist. 

 

Mit dabei waren zudem Stadträte sowie Mitglieder des Jugendbeirats, des Ausländerbeirats und des Seniorenbeirats. Auch Vertreterinnen und Vertreter des Vereins Eisenacher Städtepartnerschaften, des Eine-Welt-Vereins sowie weitere ehrenamtlich engagierte Eisenacherinnen und Eisenacher reisten mit nach Marburg.

 

Fanfarenzug der Wartburgstadt eröffnet die Feierlichkeiten

 

Für den musikalischen Auftakt sorgte der Fanfarenzug der Wartburgstadt. Die Musikerinnen und Musiker spielten zunächst auf dem Dach der Stadthalle und begeisterten anschließend bei Platzkonzerten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. In Marburg wird der 3. Oktober nicht nur als Tag der Deutschen Einheit, sondern zugleich als Tag der kulturellen Vielfalt gefeiert. Damit ist ein Straßenfest rund um die Biegenstraße verbunden. Die Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH präsentierte sich dort mit einem Stand, und ihre Angebote sind gut nachgefragt gewesen.

 

Bereits vor dem offiziellen Auftakt des Straßenfestes setzten die beiden Oberbürgermeister ein symbolisches Zeichen: Christoph Ihling für Eisenach und Dr. Thomas Spies für Marburg beteiligten sich an einer gemeinsamen Baumpflanzaktion. Auf einem kleinen Platz an der Großseelsheimer Straße entsteht das Einheitsdenkmal „Drei Bäume für Deutschlands Einheit“. Eine Kiefer symbolisiert dabei den Osten, eine Hopfenbuche den Westen und eine Eiche die Einheit.

 

Die Heilige Elisabeth als Brücke in Europa

Die traditionelle Feierstunde zum 3. Oktober mit den Gästen aus Eisenach fand im Erwin-Piscator-Haus statt. In seiner Festrede erinnerte Ihling an die besondere Bedeutung der Städtepartnerschaft zwischen Eisenach und Marburg. Diese wurde 1988 geschlossen – zu einer Zeit als die Mauer noch quer durch Deutschland verlief. Die Partnerschaft sei deshalb „ein Stück gelebter Geschichte“, sagte Ihling. „Es gab Menschen, die daran glaubten, dass die Teilung unseres Landes nicht das letzte Wort der Geschichte sein würde.“ 

 

Auch die gemeinsame Verbindung zur Heiligen Elisabeth, die sowohl Eisenach als auch Marburg prägt, stellte Ihling heraus. Zugleich verwies er auf die inzwischen intensivierte Zusammenarbeit Eisenachs mit der ungarischen Heimat Elisabeths. „Daraus entstehen neue Brücken in Europa – zwischen Ost und West, zwischen Tradition und Zukunft. Marburg und Eisenach haben erfahren, wie wertvoll Brücken sind. Deshalb sollten wir auch künftig Menschen die Hand reichen, Dialog ermöglichen und Verbindungen stärken“, betonte der Eisenacher Oberbürgermeister.

 

Geschichte der Einheit ist eine Geschichte der Hoffnung

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies verwies darauf, dass auch 36 Jahre nach der deutschen Einheit beim weiteren Zusammenwachsen von Ost und West noch Aufgaben bestehen. „Es sind noch nicht alle Verletzungen der Nachwendejahre verschwunden. Aber wir müssen auch darüber sprechen, wie weit wir miteinander schon gekommen sind“, sagte Spies. Die Geschichte der deutschen Einheit sei deshalb nicht eine Geschichte des Scheiterns, sondern eine Geschichte der Hoffnung.

 

Neben den Feierlichkeiten stand der fachliche Austausch im Mittelpunkt des Besuchs. Im Marburger Rathaus fand das Symposium „Soziales Miteinander in Krisenzeiten“ statt. Oberbürgermeister Christoph Ihling und Eisenachs Koordinator für Integration, Tarek Sabsaby, beteiligten sich dort an Diskussionsrunden.

 

Eisenach und Marburg richten den Tag der Deutschen Einheit im jährlichen Wechsel als gemeinsame Feier aus. Im kommenden Jahr ist wieder die Wartburgstadt Gastgeberin.

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