TAG DES FRIEDHOFS AM 20. SEPTEMBER: HAUPTFRIEDHOF WIRD ZUM ORT DER BEGEGNUNG

Zwei Frauen und ein Mann stehen am Werbebanner für den Tag des Friedhofs.

Nicole Lehmann hat gemeinsam mit ihren Kollegen Britta Steinberger und Heiko Wolter das Werbebanner für den Tag des Friedhofs angebracht.

Der Eisenacher Hauptfriedhof öffnet am Sonntag, 20. September 2026, wieder seine Türen für den „Tag des Friedhofs“. Von 10 bis 17 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm aus Führungen, Musik, Lesungen, Informationsangeboten und Mitmachaktionen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

 

Unter dem diesjährigen Motto „Friedhöfe: Oasen der Natur – Pflege der Seele“ steht nicht nur die Bedeutung des Friedhofs als Ort der Trauer und des Abschieds im Mittelpunkt. Vielmehr soll auch seine Rolle als Ort der Begegnung, der Erinnerung, der Natur und des Austauschs sichtbar werden.

 

Zahlreiche Akteure gestalten das Programm

„Wir verstehen den Friedhof auch als Ort der Begegnung“, sagt Nicole Lehmann, Fachdienstleiterin des Grünflächenmanagements und des Teams Friedhof der Stadt Eisenach. „Gerade der Hauptfriedhof zeigt, wie vielfältig dieser Ort sein kann. Viele Menschen nutzen ihn täglich als grünen Rückzugsraum mitten in der Stadt – Familien mit Kinderwagen ebenso wie ältere Menschen. Gleichzeitig bleibt der Friedhof natürlich ein Ort der Trauer und des Abschieds.“

 

Der Tag des Friedhofs findet zum dritten Mal in Eisenach statt. Die Vorbereitungen dafür begannen bereits im März. Gemeinsam mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren, die beruflich oder ehrenamtlich mit dem Thema Friedhof verbunden sind, wurde das Programm entwickelt.

 

Beteiligt sind unter anderem Bestattungsunternehmen, Steinmetzbetriebe, Floristen und Friedhofsgärtnereien. Auch das Hospiz St. Elisabeth, die Ökumenische Hospizgruppe, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der ASB-Wünschewagen sowie der Förderkreis zur Erhaltung Eisenachs e.V. gestalten den Tag mit.

 

Ein Angebot ausdrücklich auch für Familien

Das geltende Werbeverbot auf dem Friedhof wird für den Tag des Friedhofs aufgehoben. Damit erhalten die beteiligten Projektpartner, Betriebe und Vereine die Möglichkeit, ihre Arbeit und ihre Angebote vorzustellen und mit den Besucherinnen und Besuchern direkt ins Gespräch zu kommen. Das Thema Sichtbarkeit spielt dabei eine wichtige Rolle: Es soll veranschaulicht werden, welche Akteure täglich auf und rund um die Friedhöfe tätig sind und welche Unterstützung sie Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen anbieten können.

 

„Uns ist wichtig, dass an diesem Tag auch Fragen gestellt werden können, für die im Alltag vielleicht oft der passende Rahmen fehlt“, erklärt Lehmann. Das gelte insbesondere für die Themen Sterben, Abschied und Trauer. Der Tag des Friedhofs richte sich deshalb ausdrücklich auch an Familien mit Kindern. „Kinder sollen ihre Fragen unbefangen stellen dürfen. Wir möchten Ängste abbauen und zeigen, dass es möglich ist, über Themen, über die im Alltag häufig nicht gesprochen wird, miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Zudem gibt es einen Basteltisch, an dem Windspiele gestaltet werden.

 

Lesung und thematische Führungen

Ein besonderer Programmpunkt ist um 13 Uhr eine Lesung. Martina Grimm, Illustratorin der beiden Hospizbücher „Was ich noch zu sagen hätte“ und „Was ich unbedingt noch sagen möchte“, liest im Abschiedsraum und erzählt von ihren Begegnungen mit sterbenden Menschen. Im Mittelpunkt stehen dabei persönliche Wünsche und Gedanken am Lebensende.

 

Der Tag rückt auch die Geschichte und die besondere Gestaltung des Hauptfriedhofs in den Mittelpunkt. Bei verschiedenen Führungen können Besucherinnen und Besucher den Friedhof aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen. Treffpunkt ist jeweils in der Eingangszone des Hauptfriedhofs am Fahnenaufsteller.

 

Rainer König führt um 11 Uhr durch die „Sepulkralkultur in der Gründerzeit“. Weitere Rundgänge widmen sich um 13.30 Uhr den beiden jüdischen Friedhofsteilen sowie um 14 Uhr dem Denkmalgürtel des Hauptfriedhofs. Bei einer Führung um 13 Uhr zu Mustergräbern gibt Friedhofsgärtnerin Janet Reinhardt Einblicke in Möglichkeiten einer zeitgemäßen Grabgestaltung. Außerdem stellt Nicole Lehmann um 11.30 Uhr im Abschiedsraum die verschiedenen Grabarten auf den Eisenacher Friedhöfen vor. 

 

Freiluftgottesdienst und Konzerte

Eröffnet wird die Veranstaltung um 10 Uhr mit einem Freiluftgottesdienst auf dem Vorplatz der Friedhofskapelle mit Pfarrer Armin Pöhlmann und musikalischer Begleitung durch Angelika Blezinger, Lehrerin an der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Wartburgkreis. Oberbürgermeister Christoph Ihling wird die Besucherinnen und Besucher begrüßen.

 

Um 15 Uhr laden Musikschülerinnen und -schüler zu einem Konzert in den Abschiedsraum ein. Rainer König gestaltet um 16 Uhr ein Platzkonzert „Lieder für die Ewigkeit“ vor der Friedhofskapelle.

 

Ergänzt wird das Programm durch ein Podiumsgespräch zum Thema „Trauerrituale. Bedeutung in Geschichte und Gegenwart“ um 15 Uhr im Abschiedsraum. Impulse geben Dr. Juliane Stückrad und Nicole Lehmann, moderiert wird das Gespräch von Nicole Päsler.

 

Spenden für die Restaurierung der Grabkapelle Boyneburgk

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Von 11 bis 17 Uhr gibt es frische Waffeln am Informationsstand des Hospizes, Sandwiches an der Ökumenischen Hospizgruppe sowie ein eigens für den Tag eingerichtetes Friedhofscafé mit Kuchenbasar. Die Kuchen werden von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gebacken.

 

Im Rahmen der Veranstaltung wird um Spenden für die Restaurierung der denkmalgeschützten Grabkapelle der Familie von Boyneburgk auf dem Ortsteilfriedhof Stedtfeld gebeten.

 

Das detaillierte Programm ist hier zu finden.