Multifunktionshalle im Industriedenkmal

Die Stadt Eisenach braucht Sportstätten für den Schul-, Wettkampf- und Vereinssport. Die größte Sporthalle, die Werner-Aßmann-Halle entspricht nicht den Anforderungen der 1. Handballbundesliga. Unter anderem deshalb plant die Stadt den Neubau einer entsprechenden Halle. Das Großprojekt befindet sich nach einem Beschluss des Eisenacher Stadtrates in Regie der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG).

In einem Standortauswahlverfahren setzte sich das Areal am Heinrich-Erhardt-Platz durch. Das hier stehende Industriedenkmal „O1“, ehemals Stammwerk der BMW- Automobilproduktion, ist seit mehr als 20 Jahren ohne Nutzung. Die Wiedernutzung des „O1“ bringt eine positive Stadtentwicklung im Gebiet zwischen Hörsel und Rennbahn. Für den Einbau der Sportarena werden nur Teile des Industriedenkmals benötigt. 

 

Fördermittel des Bundes sind bewilligt

Der Haushaltsausschuss des Bundes hat Ende November 2020 eine Förderung des Projektes von 12,8 Millionen Euro für den Neubau der Sportarena im Industriedenkmal O1 bewilligt. 

 

Sportarena

 

Die Halle soll vornehmlich dem Schul- und Vereinssport dienen, hier hauptsächlich ab Sekundarstufe I.

Schwerpunktsportarten im Vereinssport sind neben Handball auch Volleyball und Basketball. Mindestanforderungen an die neue Halle sind:

multifunktionale und teilbare 3-Feldsporthalle (mind. 45 m x 32 m) mit doppelschaligen Trennvorhängen, lichtes Raumprofil mindestens 7 Meter

Einhaltung der künftigen Standards der 1. Handballbundesliga mit rund 4.000 Zuschauerplätzen

Trainingsbetrieb: auf gleichzeitig 3 Volleyballfeldern oder mind. 2 Basketballfeldern

Wettkampfbetrieb:   Handball (1. Bundesliga Männer), Volleyball (Regionalliga), Basketball (Regionalliga)

Industriedenkmal

 

Beim „O1“ handelt es sich um ein seit über 20 Jahren leer stehendes Gebäude, welches unter Denkmalschutz steht.

Es wurde 1933-34 als Stammwerk der BMW Automobilproduktion am Standort Eisenach als voll unterkellerter dreigeschossiger Stahlskelettsystembau errichtet. In der Mitte befindet sich ein Lichthof, dort ist das Erdgeschoss mit einem Satteldach überspannt. Das Gebäude ist weitgehend frei von Innenwänden, nahezu vollständig entkernt.

Das Industriedenkmal „O1“ liegt im ehemaligen AWE Gelände nördlich des historischen Zentrums.

Historie

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Eisenach die Industrialisierung ein. So wurde 1896 die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet, die ab 1928 zu BMW gehörte und später als Automobilwerk Eisenach den Wartburg baute. Die Tradition des Automobilbaus wurde nach 1990 durch die Adam Opel AG und BMW an modernen Standorten fortgeführt.