Bereits im Mai besuchten Andrè Zimmermann und Claus Dreyer aus Bad Nenndorf das Reuter-Wagner-Museum in Eisenach. Grund ihrer Reise war die Übergabe einer kleinen Dokumentensammlung aus dem Nachlass des Wagner-Enthusiasten Dr. Hans-Jürgen Schlotfeldt. Die kleine und dennoch so besondere Sammlung für die Nachwelt zu bewahren, war der Wunsch Schlotfeldts, den Andrè Zimmermann und Claus Dreyer nun erfüllten. Beide sind ebenfalls Wagnerianer. Schlotfeldt war es auch, der Andrè Zimmermann in Wagners Musik einführte.
Nun befinden sich die drei Sammelordner im Thüringer Museum Eisenach und sind ein Zeitzeugnis besonderer Art. Fotografien zahlreicher internationaler Wagner-Aufführungen, Künstlerporträts, Widmungen und Vieles mehr dokumentieren die Sammelleidenschaft Schlotfeldts, dessen beruflicher Lebensweg neben seiner Leidenschaft für Wagners Musik ebenfalls einen interessanten Hintergrund birgt.
Von Chile nach Deutschland
Dr. Hans-Jürgen Schlotfeldt, geboren 1938 in Chile, studierte Veterinärmedizin. Bereits als Student in Santiago de Chile war er Mitbegründer des dortigen „Circulo Wagneriano“, zudem war er Redakteur einer Studentenzeitschrift. So gelang es ihm, bereits in frühen Lebensjahren Kontakte nach Bayreuth zu knüpfen und ebenso Verbindungen zu bedeutenden Wagner-Solisten anzubahnen.
1971 siedelte er nach Deutschland um. Schlotfeldt qualifizierte sich zum ausgewiesenen Experten für Fischgesundheit und Fischpathologie und galt als Koryphäe in seinem Fachgebiet. Er hielt weltweit Vorträge und hat vielfach publiziert. Dr. Hans-Jürgen Schlotfeldt wurde 1988 von der EU-Kommission in Brüssel zum Mitglied der Expertengruppe „Fischgesundheit, Fischkrankheiten und Aquakultur“ sowie zum Mitglied des Ständigen Veterinärausschusses der Kommission ernannt. Sein Buch über die Grundlagen der Fischpathologie wurde zum Standardwerk in diesem speziellen Fachgebiet. 2022 verstarb der hochgeachtete Wissenschaftler und Wagnerianer im Alter von 84 Jahren.
Für Andrè Zimmermann und Claus Dreyer hat sich ein Wunsch erfüllt, die Dokumente nun in Eisenach zu wissen. Trotz des kurzen Aufenthaltes besuchten beide noch das Eisenacher Stadtschloss und die Predigerkirche. Wie sie versicherten, werden sie zu gegebener Zeit wieder nach Eisenach kommen, wegen der Kultur, der Natur aber auch wegen der kulinarischen Thüringer Spezialitäten.


