Was tun in Zeiten, in denen das Thermometer gern einmal in Richtung 30 Grad Celsius klettert? Für den Fachdienst Grünflächenmanagement ist klar: Einfach mehr gießen reicht schon lange nicht mehr, um den länger anhaltenden Trockenphasen zu begegnen. Vielmehr werden Jahr für Jahr Grünflächen gezielt so umgebaut, dass Wasser gespart werden kann. Innovative Technik sorgt für mehr Effizienz und erste Versuche der Vergangenheit werden zum Aha-Effekt.
Erik Wachenschwanz, Gärtner im Team Grünflächenpflege, arbeitet seit 46 Jahren bei der Stadtverwaltung Eisenach. Früher wurden fast alle Beete mehrfach bepflanzt, direkt ins schwarze Erdreich. Heute setzt das Grünflächenmanagement verstärkt auf trockenheitsresistente Stauden in speziellem Substrat, welches Wasser speichert. Das freut nicht nur Insekten, sondern spart Gießgänge. Denn Stauden werden nur nach Bedarf gegossen und nicht wie die klassischen Beete mit Wechselpflanzungen bei heißen Temperaturen alle zwei Tage. Zudem wird das Mulchen – ob mit Holzhäcksel oder Rindemulch bei Gehölzen oder auf mineralischer Basis bei Stauden – zum Standard. Mulch verhindert das Austrocknen des Bodens und belebt die Erde.
Innovation mit elektrischer Pumpe
Die klassische Wechselbepflanzung findet sich nur noch im Kartausgarten, in Schalen und Kübeln in der Stadt, in den Balkonkästen des Rathauses sowie auf Ehrengräbern des Friedhofes. Aktuell sind die Wasserspeicher noch gut gefüllt. Im Kartausgarten gibt es seit einigen Jahren eine Zisterne. Das Stadtgrün wird mit einem Gießfahrzeug mit angebauter Pumpe und einem Wasserfass mit einer Füllmenge von 1800 Litern gegossen. Das Wasser hierfür kommt aus einem eigenen Brunnen, der – auch dank der Wassereinsparungen – noch gut gefüllt ist. Auf dem Friedhof hingegen ist seit Kurzem eine Innovation im Einsatz, die gleich zwei Wünsche der Friedhofsgärtner erfüllt.
Zum einen verfügt das neue Fahrzeug, das speziell für den Eisenach Friedhof entwickelt wurde, über eine elektrische Pumpe. Die alte, laute Benzinpumpe ist damit Geschichte. Das spart nicht nur Energie, sondern reduziert die Lärmbelästigung für Hinterbliebene und das Team. Zum anderen ist das Gießfahrzeug mit Elektroantrieb so wendig, dass das Wasserfass von immerhin 1000 Litern Füllmenge unkompliziert auch die kleinteiligen Urnengemeinschaftsgräber erreicht. Notwendig wurde diese Investition vor allem deshalb, weil der Trend zu pflegefreien Grabarten weiter anhält. Denn „pflegefrei“ heißt zwar, dass Hinterbliebene das Grab nicht pflegen müssen, wohl aber die Friedhofsverwaltung.
Notwenige Investitionen mit Nutzen für die Bevölkerung
„Am Beispiel der städtischen Grünflächen sehen wir, wie sinnvolle Investitionen zur Anpassung an den Klimawandel das Leben für alle Eisenacherinnen und Eisenacher besser machen. Auf dem Friedhof wird emissionsfrei und leise bewässert. Die Zisterne im Kartausgarten speichert Wasser und sorgt gleichzeitig dafür, dass Wasser beim Starkregen aufgefangen wird, bevor es große Schäden an den Wegen anrichtet“, erklärt Oberbürgermeister Christoph Ihling und verweist auf das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Eisenach.
Die Teams Baumpflege, Grünflächen und Friedhof geben ihr Bestes, den Kartausgarten und alles weitere Stadtgrün ohne Schäden durch die Trockenheit zu bringen. Bei der größten Hitze steht Erik Wachenschwanz bereits um 6.15 Uhr bereit, um Wasser auf die Pflanzen zu bringen – bevor die Sonne die Tropfen zu Brenngläsern werden lässt. Gelernt hat das Team Baumpflege übrigens, dass Bewässerungssäcke nur für den Notfall, sozusagen als „Erste-Hilfe-Maßnahme“ bei extremer Trockenheit, taugen. Sie drücken aufs Wurzelwerk der Jungbäume und verleiten sie dauerhaft dazu, ihre Wurzeln nach oben auszubreiten. Inzwischen wird hier mit fest installierten Gießrändern gearbeitet. Dadurch versickert das Wasser gezielt, ohne Druck auf den Wurzelbereich. Im Ergebnis lassen die Bäume ihre Wurzeln wieder nach unten wachsen und erreichen so das Wasser in tieferen Bodenschichten.




