Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Trinitatiskirche hat der Eisenacher Ortsteil Madelungen am Sonntag, 5. Juli, seine Festwoche zum 950-jährigen Bestehen des Ortes eröffnet. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen nahmen Oberbürgermeister Christoph Ihling und Ortsteilbürgermeister Roland Meinhardt an der Auftaktveranstaltung teil.
In seiner Predigt erinnerte Superintendent Ralf-Peter Fuchs daran, dass Chroniken häufig vor allem von Kriegen, Gewalt und Katastrophen berichten. Das eigentliche Leben einer Dorfgemeinschaft spiele sich jedoch im Alltag ab: Menschen tanzen, singen und musizieren, bauen Straßen und Häuser, ziehen Kinder groß, ehren ihre Alten, streiten und versöhnen sich wieder. Gemeinsam werden Feste wie Ostern, Taufen, Kirmes oder Weihnachten gefeiert. Gerade diese unscheinbaren Geschichten sind für den Superintendenten das eigentlich Bemerkenswerte an Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Ortes.
Dank an Unterstützer, Sponsoren und Mitwirkende
Ortsteilbürgermeister Roland Meinhardt blickte auf die wechselvolle Geschichte Madelungens zurück. Die vergangenen 950 Jahre seien geprägt gewesen von Freude und Leid – vor allem aber von den Menschen, die den Ort zu dem gemacht haben, was er heute ist. Bereits vor einem Jahr hätten die Vorbereitungen auf das Jubiläum begonnen. Seitdem sei geplant, organisiert, diskutiert und auch improvisiert worden.
„Wir möchten ein würdiges Jubiläum gestalten“, sagte Meinhardt mit Blick auf die Festwoche, die noch bis zum 12. Juli zahlreiche Veranstaltungen bietet. Sein Dank galt der Stadtverwaltung Eisenach für die Unterstützung, den Sponsoren sowie den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die das Fest mit großem Engagement möglich machen.
Madelungen hat sogar eine eigene Hymne
Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Madelunger Chor sowie von Rosel und Hans-Peter Albrecht gestaltet. Aus der Feder von Hans-Peter Albrecht stammt auch die Madelunger Hymne. Sie beschreibt die Verbundenheit mit der Heimat und besingt die Schönheit des Ortes, der zwischen Eichelberg und Hohnert versteckt im Madel-Tal liegt.
Im Anschluss an den Gottesdienst luden die Madelunger Landfrauen im Dorfgemeinschaftshaus zur Kaffeetafel mit selbst gebackenem Kuchen ein. Außerdem bestand die Möglichkeit, die Heimatstube zu besichtigen, die Ortschronist Reinhardt Horak betreut. Dort erfahren Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über die Geschichte des Ortes. So gilt als wahrscheinlich, dass sich der Ortsname Madelungen vom vorbeifließenden Bach Madel ableitet. Das Wasser war einst entscheidend für die Entstehung der Siedlung. Zu den historischen Besonderheiten zählt auch ein ehemaliges Wasserschloss, dessen Architektur dem Grauen und Roten Schloss in Mihla geähnelt haben soll. Erhalten geblieben ist bis heute der Schlossteich – eines der Wahrzeichen des rund 350 Einwohner zählenden Ortsteils.
Oberbürgermeister Christoph Ihling wünschte allen Mitwirkenden und Gästen der Jubiläumswoche „viele schöne Begegnungen, gute Stimmung und unvergessliche Momente“. Solche Anlässe würden den Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft nachhaltig stärken.
Das weitere Programm im Überblick:
Donnerstag, 9. Juli
-19 Uhr: Enthüllung der Informationstafeln zur Geschichte
-anschließend Vortrag zur Geschichte Madelungens und gemütliches Beisammensein
Freitag, 10. Juli
-20.30 Uhr Disco mit „Deejay B“
Sonnabend, 11. Juli
-11 Uhr Stadtfeuerwehrtag
-20.30 Uhr Party mit „Grenzenlos“
-ca. 21.30 Uhr Motorradshow der Geschwister Weisheit über dem Teich
Sonntag, 12. Juli
-10 Uhr Frühschoppen mit den Falkener Musikanten
-14 Uhr Familienfest, Handwerker- und Bauernmarkt mit Hufschmied, Holzschnitzer, Alpakas und vielem mehr
-ca. 15.30 Uhr Motorradshow der Geschwister Weisheit über dem Teich
ca. 18 Uhr Abschluss mit der Kapelle auf dem Teich




