Die für Samstag, 27. Juni, geplante Kinderkulturnacht (kurz KiKuNa) in Eisenach findet nicht statt. Grund dafür sind die angekündigten extrem hohen Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius sowie die seit mehreren Tagen bestehende Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes. Zudem werden am Wochenende schwere Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen erwartet.
„Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht. Aber die Sicherheit und Gesundheit unserer kleinen und großen Besucherinnen und Besucher sowie aller Mitwirkenden haben oberste Priorität“, erklärt Oberbürgermeister Christoph Ihling. Gleichzeitig kündigt er an, einen Ersatztermin für die Zeit nach den Sommerferien zu suchen.
Fachleute sprechen sich für eine Absage aus
Der Entscheidung ist eine ausführliche fachliche Bewertung vorausgegangen. Jens Claus, Leiter der Stabsstelle Krisenmanagement, stimmte sich dazu mit dem Kreisbrandinspektor, dem Leiter des Rettungsdienstes und dem Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes ab. Alle Beteiligten sprachen sich aus Sicherheitsgründen für eine Absage aus.
Die Rettungsdienste sind derzeit bereits stark belastet. Immer häufiger müssen sie Menschen mit Kreislaufproblemen, Flüssigkeitsmangel oder Hitzeschäden versorgen. Zusätzliche Einsätze im Zusammenhang mit einer Großveranstaltung sollen deshalb vermieden werden.
Alternativen sind geprüft worden
Auch alternative Lösungen wurden geprüft. So stand unter anderem eine Verlegung einzelner Programmpunkte in Innenräume zur Diskussion. Diese bieten jedoch aufgrund der langanhaltenden Hitze ebenfalls keine ausreichende Entlastung. Zudem lebt die Kinderkulturnacht von aktiven Angeboten wie Sport, Tanzen, Klettern, Hüpfen oder Balancieren – Aktivitäten, von denen bei der Hitze ausdrücklich abgeraten wird.
Selbst zusätzliche Maßnahmen zur Abkühlung, etwa der Einsatz von Nebelduschen, konnten kurzfristig nicht umgesetzt werden. Auch eine Verlegung der Veranstaltung in die Abendstunden würde angesichts der prognostizierten Temperaturen keine spürbare Verbesserung bringen.
Die Entscheidung wird außerdem durch den sogenannten WBGT-Index (Wet Bulb Globe Temperature) gestützt. Dieser international anerkannte Messwert bewertet die tatsächliche Hitzebelastung für den menschlichen Körper. Bei Werten über 32 Grad empfehlen Fachleute, Veranstaltungen zu verschieben, um Besucherinnen und Besucher vor gesundheitlichen Risiken zu schützen.

