Das Thüringer Museum lädt am Samstag, 20. Juni, 15 Uhr, zur Eröffnung der Ausstellung „Vergänglichkeit. Graffiti und Skulptur“ in die Eisenacher Predigerkirche ein.
Ein Raum wird zum Graffitikunstwerk
Das Kabinett in der Predigerkirche wird zu einem begehbaren Bildraum zwischen Straßenästhetik, Fragment, Überlagerung und sakraler Ruhe. Graffiti, Texturen, Zeichen und Spuren treffen auf mittelalterliche Skulpturen und ermöglichen einen Dialog über Zeit und Vergänglichkeit, Erinnerung und menschliche Existenz. Die Skulpturen treten dabei nicht in Konkurrenz zur Gestaltung, sondern werden bewusst eingebunden. Mittelalterliche und zeitgenössische Kunst verbinden sich so auf besondere Weise. Im Zentrum der Ausstellung steht die zentrale Frage: Was bleibt – was bleibt von uns?
Max Kosta ist ein deutscher Graffiti-Künstler. Er lebt und arbeitet in Erfurt. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen großformatiger Wandgestaltung, urbaner Intervention und freier künstlerischer Praxis. Dabei entstehen ebenso Werke im öffentlichen Raum wie reduzierte grafische Arbeiten, Editionen und installative Konzepte. Kosta zählt zu den prägendsten Akteuren der Graffiti- und Urban-Art-Kultur in Thüringen. Seine Werke waren unter anderem in Paris, Amsterdam, Barcelona, Mailand und London zu sehen.
Street-Art ist auch im Eisenacher Stadtbild zu sehen
Eine Auswahl seiner Arbeiten findet sich auch im Eisenacher Stadtbild. So entstand mit Jugendlichen des Kinder -und Jugendhauses „East End“ Eisenach ein großflächiges Fassadengraffiti zur heiligen Elisabeth, an dessen Konzeption und Umsetzung die Jugendlichen gemeinsam mit Max Kosta gearbeitet haben. Ein weiteres Graffiti-Projekt mit Jugendlichen ist in der Bahn-Unterführung zwischen der Rennbahn und der Synagogenstraße umgesetzt worden.
Das Thüringer Museum Eisenach dankt der Wartburg-Sparkasse, dem Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen und dem Förderverein Freunde des Thüringer Museums e.V. für die Unterstützung der neuen Sonderausstellung. Diese kann vom 21. Juni bis zum 18. Oktober 2026 zu den Öffnungszeiten der Predigerkirche – mittwochs bis sonntags und an Thüringer Feiertagen von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr – besichtigt werden. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Die Predigerkirche wurde um 1240 der heiligen Elisabeth und Johannes dem Täufer geweiht. Heute beherbergt sie eine der bedeutendsten Sammlungen sakraler Kunst des 12. bis 16. Jahrhunderts in Mitteldeutschland. Dazu erinnern zeitgenössische Installationen an das Wirken der heiligen Elisabeth und treten in den Dialog zur Sammlung.
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