Auf dem Hauptfriedhof und auf drei kommunalen Ortsteilfriedhöfen in Eisenach sind neue Naturinseln entstanden. Das sind gezielt angelegte Bereiche mit einer naturnahen Bepflanzung, die Nahrung, Schutz und Lebensräume für Insekten und Vögel bieten. Möglich wurde das Projekt durch finanzielle Unterstützung aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Förderung deckte 80 Prozent der Kosten ab. Bei der Auswahl der Standorte auf den Friedhöfen wurde darauf geachtet, vorhandene parkähnliche Strukturen einzubeziehen.
Friedhöfe sind nicht nur Orte der Bestattung und des Gedenkens. Sie erfüllen laut Friedhofssatzung der Stadt Eisenach auch wichtige Erholungs- und Naturschutzfunktionen. Um die Qualität des Aufenthalts für Besucherinnen und Besucher zu verbessern, sind die Naturinseln mit seniorengerechten Sitzgelegenheiten kombiniert worden.
Bänke, blühende Gehölze und Großsträucher
Auf dem Hauptfriedhof wurden drei neue Bankstandorte an zwei Grabfeldern denkmalgerecht mit Granitpflaster gestaltet. Blühende Gehölze und Großsträucher sorgen dort für natürlichen Schatten und bieten zugleich Vögeln Nahrung und Lebensraum.
Außerdem wurde ein Grabfeld für Baumbestattungen naturnah von einer benachbarten Gartenanlage abgegrenzt. Dafür haben die Verantwortlichen ein gartenarchitektonisches Gestaltungselement aus den 1990-er Jahren aufgegriffen und weiterentwickelt: die sogenannte „Vier-Jahreszeiten-Hecke“ oder auch „Vivaldi-Hecke“. Sie zeichnet sich durch wechselnde Blüten, verschiedene Laubfarben und Laubstrukturen über das gesamte Jahr hinweg und durch Rindenschmuck im Winter aus. Die neu angelegte „Vivaldi-Hecke“ enthält keine invasiven Arten und bietet mit ihren Früchten eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Da sie frei wachsen kann, verursacht sie zudem weniger Pflegeaufwand als klassische Formhecken und unterstreicht den naturnahen Charakter des Bestattungsfeldes.
Besonderheit in Neukirchen: Japanische Zierkirschen
Auf dem Friedhof Neukirchen wurde eine frühere Planung aufgegriffen. Dort sind 14 schattenspendende Japanische Zierkirschen gepflanzt worden. Sie verbinden den Friedhofseingang optisch mit der angrenzenden Streuobstwiese und sorgen im Frühjahr für eine eindrucksvolle Kirschblüte. Ergänzend entstanden zwei schattige Bankstandorte auf kleinen Pflasterflächen.
Auf dem Friedhof Stregda wurde ebenfalls ein neuer, gepflasterter Aufenthaltsbereich mit zwei seniorengerechten Bänken geschaffen. Entlang des Weges sind zehn Blühsträucher gepflanzt worden, die Bienen und Vögeln als Nahrungsquelle dienen. Unterschiedliche Blüten und Blätter sowie Früchte sorgen das ganze Jahr über für attraktive Akzente. Ergänzt wird die Pflanzung durch eine Staudenmischung, die sowohl das Erscheinungsbild aufwertet als auch Insekten Nahrung bietet.
Kupferfelsenbirne liefert Früchte für Vögel
Auch auf dem Friedhof Stockhausen entstand ein neuer, gepflasterter Sitzplatz. Die dortige Bank wird von einer Strauchgruppe aus Pfaffenhütchen und Kupferfelsenbirne beschattet. Deren Früchte liefern Nahrung für Vögel. Die ergänzend gepflanzten Stauden bilden Nahrungsgrundlage und Lebensraum für zahlreiche Insekten.
Auf allen Friedhöfen ist Pflaster aus dem vorhandenen Bestand wiederverwendet worden, um für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen.
Ziel aller Maßnahmen war es, die Funktion von Friedhöfen als große Naturinseln inmitten der Stadt und in den Ortsteilen zu stärken.



