Im Bereich Johannisstraße/Löberstraße bis zum Karlsplatz wird der unterirdische Bachlauf des Eisenacher Löbersbaches bergmännisch saniert. Die Arbeiten begannen im Oktober 2024 zunächst mit der Reparatur einer ersten Schadstelle. In einem zweiten Bauabschnitt wurden von März bis Dezember 2025 etwa 62 Meter des unterirdischen Bachlaufes saniert. Im Mai 2026 begann der dritte Bauabschnitt für eine Länge von rund 140 Metern. Es wird mit einer Bauzeit von etwa zweieinhalb Jahren gerechnet.
„Die Sanierung des Löbersbaches ist deshalb für uns so wichtig, weil sie die Voraussetzung für die Umsetzung eines neuen, modern gestalteten Karlsplatzes ist. Ich danke allen Anwohnerinnen und Anwohnern und vor allem den Gewerbetreibenden für ihre Geduld und bitte weiter um Verständnis“, sagte Oberbürgermeister Christoph Ihling bei einem Termin vor Ort am heutigen Donnerstag, 11. Juni 2026. Die Arbeiten sind aufwendig, da aufgrund der Statik sowie der beengten Verhältnisse unter Tage im Pilgerschrittverfahren gearbeitet werden muss.
Pilgerschrittverfahren bedeutet, dass sich die Bergleute nur in kleinen Abschnitten vorarbeiten, damit das Gewölbe nicht einstürzt. Dabei wird die Sohle tiefer gelegt, um das Fassungsvermögen des Löbersbachs zu erweitern. Die schadhafte Sohle wird händisch ausgebaut, das Gewölbe unterfangen und neu gegründet. Bisher ist der Bach im Bereich des Karlsplatzes nicht in der Lage, ein so genanntes HQ 100 Ereignis – ein statistischer Hochwasserabfluss, der einmal in 100 Jahren überschritten wird – zu fassen. Nach der Sanierung wird der unterirdische Bachlauf dieses Volumen in diesem Abschnitt bei Starkregen ohne Probleme aufnehmen können.
Zweiter Schacht am nördlichen Karlsplatz
Der Zustieg ins Gewölbe durch die sogenannte Teufe erfolgt auch im dritten Bauabschnitt im Bereich Löberstraße/Johannisstraße (Hintereingang Kaufhaus Schwager). Zusätzlich wird ein vorhandener Schacht auf dem Karlsplatz verwendet, durch den Beton gepumpt und anderes Baumaterial in den Arbeitsbereich befördert werden kann. Je nachdem, wie weit die Baustelle fortgeschritten ist, wird dieser Versorgungszugang später weiter in Richtung Nicolaistraße verlegt.
Mit Bauunterbrechungen durch die Witterung ist auch dieses Mal wieder zu rechnen. Trotz mehrerer Leitungen, die das Wasser an der Baustelle vorbeiführen, wird das Gewölbe bei längerem Regen immer wieder geflutet. Der Löbersbach fließt seit dem Jahr 1880 vollständig unterirdisch. Er beginnt nahe des Prinzenteiches, verläuft unter der Wartburgallee und der Löberstraße, weiter unter dem Karlsplatz entlang in Richtung Nikolaistraße und mündet nach rund 1,6 Kilometern an der Uferstraße in den Mühlgraben. Ein Großteil des aus Ziegelsteinen gemauerten Gewölbes stammt noch aus dieser Zeit.
Die Kosten für die Sanierung sind enorm: Im ersten Abschnitt wurden etwa 20 Meter Länge im Bereich Löberstraße/Johannisstraße saniert. Der zweite Bauabschnitt erstreckte sich auf circa 45 Meter unter der Johannisstraße. Die Kosten lagen zusammen bei rund 812.000 Euro, Planungsleistungen inklusive. Für den dritten Bauabschnitt wird mit 1,8 Millionen Euro für die Bauleistung kalkuliert. Die Arbeiten führt der Bereich Bergbau der Firma TS Bau Jena in Zusammenarbeit mit dem Geologischen Ingenieurbüro Andreas Benthin aus.




