Mit einem Besuch im Sportlerheim Stregda hat Oberbürgermeister Christoph Ihling seine diesjährige Sommertour begonnen. Das unmittelbar am Sportplatz gelegene Gebäude wird seit vielen Jahren schrittweise modernisiert. Dabei engagieren sich die Einwohnerinnen und Einwohner von Stregda regelmäßig mit umfangreichen Eigenleistungen. Zu den bisherigen größeren Maßnahmen gehörte die Sanierung des Daches.
Nun steht dank einer Förderung aus dem europäischen LEADER-Programm der nächste Bauabschnitt bevor. Es geht um die energetische Sanierung der Fassade durch ein Wärmedämmverbundsystem. Dadurch sollen Energieverbrauch und Betriebskosten sinken sowie ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.
Baubeginn an der Fassade noch im Juli
Darüber hinaus wird das Sportlerheim barrierearm gestaltet, damit es künftig von Menschen aller Generationen noch besser genutzt werden kann. Der Baubeginn ist voraussichtlich noch für Juli vorgesehen.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 34.400 Euro. Etwa 20.600 Euro werden über das LEADER-Programm gefördert. Den verbleibenden Eigenanteil von rund 13.800 Euro trägt die Stadt.
Bei seinem Besuch informierte sich der Oberbürgermeister über die geplanten Arbeiten. Gleichzeitig nutzten Mitglieder des Ortsteilrats sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, Fragen zur geplanten Biogasanlage in der Gemarkung Stregda zu stellen.
Viele Fragen zur geplanten Biogasanlage
Christoph Ihling hatte dem Stadtrat vorgeschlagen, für eine Fläche nahe der Stadtumgehung ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Ziel ist es, aus Biogas in einem Blockheizkraftwerk sowohl Wärme als auch Strom zu erzeugen. Als Ausgangsstoffe sollen Hühnermist aus der geplanten Legehennenanlage auf dem Reitenberg sowie Grünschnitt aus landwirtschaftlichen Betrieben der Region dienen.
„Wir wollen diese Möglichkeit im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens prüfen“, erklärte der Oberbürgermeister mit Verweis darauf, dass fossile Energieträger wie Erdgas schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt werden sollen. Aufgrund des vorgesehenen Standorts könne die erzeugte Wärme in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist werden, das unter anderem Eisenach-Nord versorgt.
Viele Fragen der Anwohner – etwa zur Größe und Lautstärke der Anlage, zu möglichen Geruchsbelastungen, zum Erhalt eines Frischluftkorridors, zum zusätzlichen Lkw-Verkehr oder zur Wirtschaftlichkeit des Projekts – könnten derzeit noch nicht beantwortet werden. Diese Aspekte seien Gegenstand des Bebauungsplanverfahrens und würden dort umfassend geprüft, erklärte Ihling mehrfach.
Vom Tierschutz bis zur regionalen Wertschöpfung
Auch die geplante Legehennenhaltung auf dem Reitenberg wurde kritisch angesprochen. Der Oberbürgermeister verwies auf die in Deutschland geltenden hohen Standards für das Tierwohl. Über Fragen des Tierschutzes entscheide jedoch nicht der Eisenacher Stadtrat. Grundsätzlich begrüßt Ihling Investitionen, die Arbeitsplätze schaffen und bestehende landwirtschaftliche Flächen nachnutzen. Auf dem Reitenberg werde eine brachliegende Anlage wieder genutzt, anstatt weiter zu verfallen.
Außerdem hob Ihling die regionale Wertschöpfung hervor: von der Eierproduktion über die Verwertung des Hühnermists und des Grünschnitts bis hin zur Erzeugung erneuerbarer Energie. Das geplante Blockheizkraftwerk könne grundlastfähig arbeiten und damit auch dann Wärme und Strom liefern, wenn Photovoltaik- oder Windkraftanlagen keine Energie erzeugen.
Der Oberbürgermeister bekräftigte außerdem, dass die Stadtverwaltung weiterhin Vorhaben in den Ortsteilen unterstützt – so wie derzeit am Sportlerheim. Dessen Erhalt sei für Stregda von großer Bedeutung, da das Gebäude zugleich die Funktion eines Dorfgemeinschaftshauses erfülle. Neben den Sitzungen des Ortsteilrats nutzen unter anderem der Heimatverein, der Feuerwehrverein, der Kirmesverein, die Blaskapelle sowie Sport-, Bastel- und Seniorengruppen das Objekt.
Ortsteilbürgermeister berichtet von einem weiteren Vorhaben in Stregda
Ortsteilbürgermeister Mathias Kraus kündigte an, dass die Bürgerinnen und Bürger auch bei den anstehenden Bauarbeiten wieder Eigenleistungen erbringen werden. Als weiteres Projekt nannte er die Neugestaltung des Platzes oberhalb der Einfahrt zum Sportlerheim. Entsprechende Entwürfe liegen bereits vor und sollen der Stadtverwaltung zur weiteren Bearbeitung übergeben werden.
Die Entscheidung des Stadtrats über die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens „Biogaserzeugung Stregda“ wurde in der jüngsten Sitzung vertagt, um mehr Zeit für Erläuterungen und Diskussionen zu haben. Aus Stregda wurde bereits die Einreichung eines Einwohnerantrags gegen das Vorhaben angekündigt.



