TAG DES FRIEDHOFS: GRABKULTUR ALS PFLEGE DER SEELE

Ein Mann im Anzug und ein Mann im Talar stehen vor einem Portal. Links ist ein Altar mit Kreuz und Kerze aufgebaut.

Oberbürgermeister Christoph Ihling begrüßt die Gäste und dankt allen Mitwirkenden für ihr Engagement. Im Hintergrund steht Pfarrer Armin Pöhlmann.

Eine Frau haut mit einem Hammer auf einen Meißel. Sie arbeitet Buchstaben auf einer Steinplatte ein.

Steinmetzmeisterin Saskia Schäfer demonstriert ihr Handwerk.

Drei Frauen sitzen auf zwei Holzbänken in einem Raum und sprechen miteinander. Im Hintergrund sind Fenster, Vorhänge und ein Kranz, der an der Wand hängt, zu sehen.

Die Ethnologin Dr. Juliane Stückrad (v.l.), Moderatorin Nicole Päsler und Nicole Lehmann sprechen über die Bedeutung von Ritualen.

Eine Frau in Arbeitskleidung pflanzt Gräser auf ein abgestecktes Erdfeld; im Hintergrund Grabsteine.

Die Mitarbeiterin eines Blumenhauses demonstriert, wie eine kleine Fläche stilvoll bepflanzt werden kann.

Es ist bereits der dritte Tag des Friedhofs, den der Fachdienst Grünflächenmanagement der Stadtverwaltung Eisenach ausrichtet. Oberbürgermeister Christoph Ihling begrüßt die Gäste und greift das Motto „Friedhöfe: Oasen der Natur – Pflege der Seele“ auf. „Friedhöfe wurden von Generationen vor uns geformt und sind ein Zeitzeugnis der Gesellschaft“, sagt das Stadtoberhaupt am Sonntag, 20. September 2026, auf dem Eisenacher Hauptfriedhof. Pfarrer Armin Pöhlmann spricht beim Eröffnungsgottesdienst vor der Friedhofskapelle über Kraft, Liebe und Besonnenheit gerade in Zeiten großer Trauer und Angst. Ein Team der Musikschule begleitet die Andacht stimmungsvoll. 

 

Partner wie das Hospiz St. Elisabeth und die Ökumenische Hospizgruppe Eisenach, verschiedene Bestattungsunternehmen und Floristen sowie Friedhofsgärtnereien, der Wünschewagen des ASB, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Förderkreis zur Erhaltung Eisenach und zahlreiche weitere Mitwirkende präsentieren sich. Für Kinder gibt es etliche Mitmach-Angebote mit kreativem Charakter. Sie können Windspiele basteln, einen Sarg bemalen oder sich als Steinmetz ausprobieren. Eine Podiumsdiskussion vertieft die Bedeutung von Trauerritualen und immer wieder brechen kleinere Gruppen zu einzelnen Führungen über den Eisenacher Hauptfriedhof auf. Sie besichtigen beispielsweise bedeutende Grabstätten aus der Gründerzeit oder Mustergräber zeitgemäßer Grabgestaltung. Auch zwei historische jüdische Grabfelder sowie ein muslimisches Grabfeld gibt es auf dem Eisenacher Hauptfriedhof. 

 

Zahlreiche Partner stellen aus

Eine von ihnen ist Saskia Schäfer. Die Steinmetzmeisterin des gleichnamigen Unternehmens zeigt ihr Können. „Für manche Schriftarten brauchen wir das Handwerk noch, insbesondere bei der Aufarbeitung historischer Grabsteine“, sagt sie und berichtet, dass Lehrlinge noch heute mit Federn und selbstgeschnitzten Spateln das Schreiben mit Tusche lernen. Zu viele junge Menschen brächten nicht mehr das sprichwörtliche Fingerspitzengefühl mit, das für den Beruf des Steinmetzes jedoch unabdingbar ist. Einen Stand weiter demonstriert die Mitarbeiterin eines Blumenhauses, wie auch eine kleine Fläche mit wenigen Hilfsmitteln stilvoll bepflanzt werden kann. Die Friedhofsverwaltung selbst präsentiert einen mit Metall beschlagenen Sarg auf einer historischen Sargkutsche. In Stockhausen hatte diese die Zeit überdauert und wurde nun am Tag des Friedhofs ausgestellt.

 

Das Team der Friedhofsverwaltung und Ehrenamtliche haben zahlreiche Kuchen gebacken und es wird – weil Eisenach Fairtrade-Stadt ist – fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Am Nachmittag geben Schülerinnen und Schüler der Musikschule Johann Sebastian Bach ein Konzert. Die musikalische Darbietung von Rainer König wird etwas eher beendet, zu stark ist der Regen. Trotz des durchwachsenen Wetters zieht Nicole Lehmann, Leiterin des Fachdienstes Grünflächenmanagement, eine positive Bilanz. „Unser Anliegen ist es, die Themen Trauer, Tod und Abschied aus der Tabu-Zone zu holen. Das ist uns gelungen und ich danke allen Partnerinnen und Partnern für die tolle Unterstützung und ihre Präsenz“, sagt sie nach der Veranstaltung. Dass für die Restaurierung der denkmalgeschützten Grabkapelle „Familie von Boyneburgk“ auf dem Ortsteilfriedhof in Stedtfeld insgesamt 968,70 Euro gespendet wurden, freut das Organisationsteam in besonderem Maße. 

 

 

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