Die Kriegsgräberstätte Hötzelsroda

Für gefallene Soldaten aus dem Thüringer Raum legte ein amerikanischer Truppenteil im April 1945 am Dürrerhof bei Hötzelsroda einen Soldatenfriedhof an. Er wurde anfangs mit dem Namen "Eisenach I" bezeichnet; heute heißt die Anlage "Kriegsgräberstätte Hötzelsroda" bei Eisenach. Alljährlich wird am Volkstrauertag hier im Rahmen einer Feierstunde der Toten gedacht.

 

Überwiegend ruhen auf diesem Friedhof gefallene Soldaten, die im 2. Weltkrieg bei den Kämpfen Anfang April 1945 umkamen. Sie kämpften gegen eine Einheit der 3. US-Armee an der sogenannten "Werralinie" im Nordwesten des Thüringer Waldes und im Raum Eisenach. Unter den Gefallenen waren viele Unbekannte des "letzten Aufgebots" der deutschen Wehrmacht. Außerdem sind dort deutsche Jagdflieger beerdigt, die bei Abwehrkämpfen gegen die Alliierten 1944/1945 gefallen sind.

Insgesamt waren 375 gefallene Wehrmachtsangehörige auf dem Ehrenfriedhof in Hötzelsroda bestattet. Im Laufe der Zeit wurden einige der beigesetzten Soldaten ausgebettet. Andererseits gab es auch später noch Bestattungen auf dem Ehrenfriedhof. So fand man beispielsweise Anfang der 1990er Jahre  in der Ukraine einen gefallenen deutschen Soldaten. Er wurde später in Hötzelsroda beigesetzt.

 

Die bislang letzte Beerdigung fand im Oktober 2008 statt, als nach 63 Jahren ein gefallener Jagdflieger in Thüringen geborgen wurde. Über Recherchen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. war herausgefunden worden, dass in der Nähe von Bucha bei Jena am 21. November 1944 ein Flugzeug vom Typ FW 109 abgestürzt war. Anhand weiterer Angaben konnte nach der Bergung der gefundenen Überreste die Identität des Piloten zweifelsfrei festgestellt werden.

 

Derzeit gibt es 372 Grabstätten auf dem Soldatenfriedhof.

Anfangs trugen die Grabkreuze zumeist keine Namen, sondern nur kurze Bezeichnungen des Truppenteils und der Erkennungsmarke der Beerdigten.

 

Aufgrund dieser Angaben konnte in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg vielen, zunächst anonymen Toten wieder eine Identität gegeben werden.

 

Die Kriegsgräberstätte wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgestaltet. So befanden sich in den 1960er und 1970er Jahren kleine Fichten bei den Gräbern, welche später entfernt wurden. Außerdem ersetzten Eisenkreuze die hölzernen Grabkreuze.


Im Jahr 1982 wurde der Friedhof umfangreich umgestaltet. Viele der Eisenkreuze verschwanden, dafür legte man Steine, in die die Angaben zu den Beerdigten eingraviert waren. Teilweise bleiben jedoch auch Grabkreuze erhalten. Finanziert hat die Umgestaltung damals der Rat des Kreises Eisenach.

Nachdem Hötzelsroda im Jahr 1994 ein Ortsteil der Stadt Eisenach wurde, übernahm die städtische Friedhofsverwaltung die Pflege der Kriegsgräberstätte am Dürrerhof.

 

Im Frühjahr 1995 begannen auf dem Friedhof grundlegende Arbeiten für eine Neugestaltung. Die geschotterten Wege zwischen den Gräbern wurde beseitigt und eine Rasenfläche angelegt, um den Pflegeaufwand zu verringern. Außerdem wurden für die Gefallenen neue Grabkreuze aufgestellt - entsprechend der Vorschläge des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

 

Zum Volkstrauertag am 19. November 1995 konnte der Ehrenfriedhof mit einer Feierstunde wieder eröffnet werden. Die Kosten für diese Neugestaltung beliefen sich auf rund 195.000 DM, die komplett der Freistaat Thüringen übernahm.